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Kann Tesla Motors genauso gut Autos bauen wie die etablierten Autohersteller und damit profitabel sein?

Teslas Fabrik in Fremont. Quelle: Tesla.

Tesla Motors (WKN:A1CX3T) hat etwas Schwieriges geschafft: Es ist glaubwürdig mit einem großartigen Auto — dem Model S Sedan — in das Autogeschäft eingestiegen.

Das ist etwas sehr Schwieriges und dafür gebührt dem Unternehmen reichlich Anerkennung. Die Produktion seines Autos ist allerdings eine andere Geschichte. Tesla konnte die Qualität hoch halten, aber Produktionsschübe kamen bisher langsam, trotz der Unternehmensangaben zufolge konsistent gefüllten Auftragsbücher. Und seit die Vorbereitungen für die Produktion der Model X Geländelimousine begonnen haben, stand das Unternehmen immer wieder Verzögerungen gegenüber.

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CEO Elon Musk verringerte in der vorletzten Woche mal wieder die Produktionserwartungen aufgrund von Herausforderungen bei der Produktion des Model X.

Tesla wird oft als Technologieführer hochgejubelt — aber in dieser Hinsicht zumindest liegt das Unternehmen immer noch weit hinter den großen Autoherstellern dieser Welt zurück. Die Investitionsthese für Tesla beruht jedoch auf der Annahme, dass das Unternehmen in ein paar Jahren profitabel Fahrzeuge für den Massenmarkt herstellen kann. Kann es zu der Expertise der großen Autohersteller weltweit rechtzeitig aufholen, um das kommende Massenmarktfahrzeug Model 3 profitabel herzustellen?

Produktionseffizient ist der wahre Wettbewerbsvorteil der Automobilindustrie

Ein großartiges Auto zu Designen ist schwierig. Eine Produktionslinie aus dem Boden zu stampfen, um es zu bauen, ist ebenso schwierig. Aber diese Produktionslinie zu optimieren, um diese großartigen Autos profitabel herzustellen ist angesichts des erbitterten, gut-finanzierten Wettbewerbs richtig schwierig.

Ich möchte sogar argumentieren, dass die profitable Herstellung der wahre Wettbewerbsvorteil der Autoindustrie ist, an dem neue Marktteilnehmer für gewöhnlich scheitern.

Zunächst einmal ist sie teuer. Für ein Massenmarktmodell dürften die etablierten Autobauer alleine für die Ausstattung der Fabrik — all die speziellen Farben und die Anlagen, um das Modell in großen Zahlen über Jahre hinweg herzustellen — um die 250 Millionen US Dollar ausgeben.

Die hohen Kosten für die Anlagen, die nötig sind um ein Fahrzeug zu bauen, führen dazu, dass das Autogeschäft — zumindest im Massenmarkt — niedrige Margen mit sich bringt. Moderne Autofabriken sind in hohem Maße darauf optimiert, die Kosten so gering und die Qualität so hoch wie möglich zu halten.

Beides ist entscheidend. Ohne hohe Qualität werden die Produkte eines Autoherstellers keinen Markterfolg haben. Aber eine weniger effiziente Fabrik eines Autobauers im Vergleich zum Wettbewerb bringt große Nachteile mit sich: Man muss entweder einen höheren Preis verlangen, was die Verkaufszahlen schwächt, oder man fährt geringere Gewinne ein.

Geringere Gewinne sind etwas, das ein Unternehmen eine Zeit lang mitmachen kann. Im Autogeschäft wird das allerdings irgendwann zu einem großen Problem: Mit weniger zu Verfügung stehendem Geld für die Entwicklung der nächsten Modelle wird ein Autobauer was Qualität und auch Ausstattung angeht hinter seine Rivalen zurückfallen.

Genau so ist Toyota mit dem Wettbewerbsvorteil der Etablierten umgegangen

Toyota (WKN:853510) konnte den Wettbewerbsvorteil der etablierten Autobauer brechen und sich zu einem globalen Riesen entwickeln, weil das Unternehmen außergewöhnlich gut darin war (und noch ist), seine Fahrzeuge effizient zu produzieren. Das war mehr als alles andere der Schlüssel zu Toyotas Erfolg.

Das ist auch das “Geheimnis” (zumindest eines davon), weshalb die Amerikanischen Autobauer in Detroit eine Nahtod-Erfahrung erleiden mussten. Toyota und andere japanische Autohersteller konnten sie auf ihren Märkten in Sachen Qualität und Produktionseffizienz überbieten und das hat die Amerikaner fast aus dem Wettbewerb gekickt. (Was hat sie gerettet? Sie haben aufgeholt — aber erst nach vielen Jahren voller Schweiß und Ausgaben im Milliardenbereich).

Wenn Tesla im Massenmarkt erfolgreich sein möchte, wenn das Unternehmen Millionen von Fahrzeugen jedes Jahr bauen und verkaufen möchte, dann muss es mit den etablierten Jungs mithalten — nicht nur was Qualität, Reichweite oder die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h betrifft, sondern auch in Sachen Produktionseffizienz.

Im Moment ist Tesla weit abgeschlagen

Tesla hatte keine Milliarden zur Verfügung, um das Model S zu bauen und erwartete (zumindest zu Beginn) auch nicht die nötigen Verkaufszahlen, um eine vollständig ausgebaute Produktionslinie in seiner riesigen Fabrik in Kalifornien auszulasten. Stattdessen hat das Unternehmen seine Fertigungslinie immer wieder schrittweise ausgebaut, um steigende Produktionszahlen zu fördern.

CEO Elon Musk sagte vor zwei Wochen, dass die Fabrik nach dem Produktionsanlauf des Model X bei voller Auslastung die Fähigkeit hätte, 1.000 Model S und 1.000 Model X pro Woche herzustellen. Anders gesagt scheint Tesla jetzt die notwendige Ausrüstung zu haben, 100.000 Fahrzeugt pro Jahr zu bauen.

Von dieser Zahl ist das Unternehmen aber immer noch weit entfernt. Im letzten Jahr baute das Unternehmen gerade einmal etwas mehr als 30.000 Fahrzeuge und Musk sagte, dass es in diesem Jahr zwischen 50.000 und 55.000 Fahrzeuge produzieren würde.

Angesichts der Tatsache, dass Musk konsistent sagt, dass Tesla eine ganze Menge Aufträge in seinen Büchern stehen hat, scheint es die Produktion zu sein, was das Unternehmen bremst.

Herausforderungen in der Produktion machen die Investitionsthese risikoreich

Die Investitionsthese von Tesla beruht nicht auf dem Model X. Mehr als alles andere beruht sie auf dem danach folgenden Model, dem lang-ersehnten Model 3.

Tesla hofft, dass das Model 3 Kopf an Kopf mit Massenmarktmodellen der Benzinära im Wettbewerb stehen wird, bei einem Preis (in den USA) um die 35.000 US Dollar — und dass es die Verkaufszahlen von Tesla auf etwa 500.000 Fahrzeuge pro Jahr im Jahr 2020 ansteigen lässt.

Tesla hat Zugriff auf reichlich Sachkompetenz und das Unternehmen sollte es schaffen, seine Produktion auf etwa 500.000 Fahrzeuge im Jahr zu steigern — wenn nicht bis zum Jahr 2020, dann bis kurz danach. Aber die etablierten Autohersteller werden bis dahin auf Teslas Batterietechnologie aufgeschlossen haben. Kann Tesla auf deren riesigen Vorteile in Sachen Produktionseffizienz aufschließen?

Oder um es anders zu sagen: Wird Tesla es schaffen, sich auch in Sachen Preis mit den großen Jungs anzulegen und dabei profitabel sein? Genau das ist die Frage für Tesla Investoren. So oder so, die Antwort wird in Teslas Fabrikhalle zu finden sein.

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Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und wurde am 09.08.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Tesla Motors.

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