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Aktien im Rückblick: Bayer überzeugt, VW dämpft Erwartungen, HeidelbergCement bricht ein

In der vergangenen Woche mussten die Anleger sehr oft ihre Rechner und Tabellenkalkulationen anwerfen, um frisch veröffentlichte Unternehmenszahlen zu analysieren. Zahlreiche DAX-Konzerne und US-Schwergewichte legten ihre Quartalberichte vor.

Aber auch die aktuelle Krisenberichterstattung zog die Börsianer in den Bann. Diesmal kamen die schlechten Nachrichten allerdings nicht aus Griechenland, sondern aus dem Reich der Mitte: Am Montag kam es an Chinas Börsen zum größten Tageseinbruch seit acht Jahren. Der Shanghai Composite Index verlor 8,5 %. Das erinnerte die Marktteilnehmer daran, dass sie die Krise am chinesischen Aktienmarkt in den vergangenen Wochen ignoriert hatten.

Was war an der Börse los?

Der Kurseinbruch in China sorgte zu Wochenbeginn auch an den europäischen Handelsplätzen für miese Stimmung. Der DAX (WKN:846900) fiel am Montag um 2,56 % auf 11.056 Punkte. Alle Standardwerte waren bei Handelsschluss im Minus.

Am schlimmsten erwischte es die Anteilscheine der Deutschen Bank (WKN:514000), die sich um 3,96 % verbilligten. Die Aktionäre des Geldhauses können das verschmerzen: Seit ihrem Monatstief am 08. Juli konnte die Aktie die beste Kursentwicklung im deutschen Leitindex vorweisen.

Die Papiere der Deutschen Börse (WKN:581005) gaben 2,96 % ab. Das Unternehmen hatte zuvor verkündet, dass sie für 725 Millionen Euro die Devisenhandelsplattform 360T kaufen und außerdem den Indexanbieter Stoxx komplett übernehmen werde.

Am Dienstag konnte die Aktie des Börsenbetreibers mit einem Plus von 0,99 % einen Teil der Vortagsverluste wettmachen, da die Börsianer dessen frisch vorgelegtes Zahlenwerk verhalten positiv bewerteten. Im zweiten Quartal profitierte das Unternehmen davon, dass die Marktteilnehmer wegen der Unruhe an den Finanzmärkten ihre Portfolios häufiger umschichteten.

Der DAX legte am zweiten Handelstag 1,06 % auf 11.174 Punkte zu. Am unteren Ende der Tabelle landete K+S (WKN:KSAG88) mit einem Minus von 0,99 %. An die Spitze des Leitindex setzte sich die Vorzugsaktie von Volkswagen (WKN:766403), die um 2,47 % stieg.

Das Plus des Vortages mussten die VW-Vorzüge bereits am nächsten Tag wieder abgeben. Die am Mittwochmorgen vorgelegten Quartalszahlen des Automobilherstellers waren zwar nicht schlecht, aber die Marktteilnehmer quittierten die leichte Senkung der Absatzprognose mit einem Preisabschlag von 2,33%.

Ganz im Sinne der Anleger fiel hingegen der Quartalsbericht von Bayer (WKN:BAY001) aus: Der Konzern vermeldete für das zweite Vierteljahr einen überraschend hohen Umsatz und ein gutes Ergebnis. Die Aktie des Pharma- und Chemieriesen stieg um 3,93% und setzte sich an die DAX-Spitze.

Wenig erfreut reagierte der Markt auf die Ankündigung von HeidelbergCement (WKN: 604700), die Übernehme des italienischen Konkurrenten Italcementi teilweise über eine Kapitalerhöhung finanzieren zu wollen. Der Aktienkurs des Zementherstellers brach um 6,32% ein. Das katapultierte die Aktie ans untere Ende der DAX-Tabelle. Der deutsche Leitindex verzeichnete beim Schlussstand von 11.212 Punkten übrigens ein Plus von 0,34%.

Am Donnerstag konnte der DAX seine Aufwärtsbewegung fortsetzen und verbesserte sich um 0,40% auf 11.257 Zähler. Ganz oben auf der Standardwerte-Liste stand die Deutsche Bank, deren Quartalszahlen von den Akteuren auf dem Parkett honoriert wurden. Die Anteilscheine des vornehmen Geldhauses kosteten 5,25% mehr als am Vortag.

Dividendenpapiere von Siemens (WKN: 723610) gingen mit einem Plus von 3,84% aus dem Handel und reagierten damit auf Quartalszahlen, die besser als erwartet ausgefallen waren. Obwohl die Lufthansa (WKN:823212) ihren Gewinn im zweiten Vierteljahr mehr als verdoppeln konnte, entschied sich die Mehrheit der Marktakteure für Gewinnmitnahmen. Die Aktie der Kranich-Airline büßte 2,84% ein.

Am Freitag legte der DAX erstmal ein Päuschen ein und zeigte am Nachmittag ein kleines Minus. Besonders gefragt waren die Papiere von K+S, die von einer positiven Analysteneinschätzung profitierten und rund 4% zulegten.

Wie geht es weiter?

Am Montag (03.08.) öffnet die Commerzbank (WKN:CBK100) vor Handelsbeginn ihre Bücher und gibt den Anlegern Informationen über den Geschäftsverlauf im zweiten Quartal. Am späten Vormittag wird der der Juli-Wert des Einkaufsmanagerindex für das deutsche verarbeitende Gewerbe veröffentlicht. Am Nachmittag erfahren wir aus den USA Neues über den Kfz-Absatz im Juli.

Freunde der Überholspur-Dauernutzung warten gespannt auf den Dienstag (04.08.): Der Automobilhersteller BMW (WKN:519000) und der Reifenproduzent Continental (WKN:543900) legen Quartalsberichte vor. In den USA berichten u. a. Walt Disney und First Solar.

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Winfried Rauter besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW und Disney. The Motley Fool besitzt Aktien von Disney.

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