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3 Wege, wie Amazon zur Supermacht im Internet der Dinge werden könnte

Foto: Pixabay, jeferrb

Amazon (WKN:906866) ist bereits der größte E-Commerce Händler der Welt, wenn man von der Masse der Besucher auf der Seite ausgeht. Allerdings hat das Unternehmen noch viel mehr vor, als bloß physische und digitale Produkte an Mann und Frau zu bringen – es will in den wachsenden Markt des Internet der Dinge expandieren.

Das Internet der Dinge (Internet of Things oder IoT) verbindet alltägliche Gegenstände wie Küchengeräte, Uhren und Fahrzeuge miteinander und mit der Cloud. Der Netzwerk-Gigant Cisco schätzt, dass sich die Menge der weltweit miteinander verbundenen Gegenstände von 25 Milliarden dieses Jahr auf 50 Milliarden im Jahr 2020 verdoppeln wird. Das Forschungsinstitut IDC schätzt, dass die jährlichen Ausgaben für IoT-Gegenstände von 656 Milliarden USD in 2014 auf 1,7 Trilliarden in 2020 anwachsen wird.

Amazon plant, diesen Wachsumsmarkt mit „smarten“ Geräten zu bestücken, mit denen man das Amazon-Ökosystem ausweiten könnte.

  1. Nahtlose (und automatische) Käufe

Letzten April hat Amazon Dash auf den Markt gebracht, einen zauberstabartigen Gegenstand, mit dem Nutzer Barcodes scannen können oder in den man Namen von Produkten sprechen kann. Wenn man also z.B. Milch benötigt, kann man einfach den Barcode auf der Verpackung scannen oder „Milch“ diktieren, und schon wird es per AmazonFresh bestellt, das es noch am selben Tag liefert. Derzeit steht der Service aber nur in Seattle, New York und Teilen von California zur Verfügung.

Im März hat Amazon dann den Dash Button eingeführt, eine kleine Vorrichtung, die man an verschiedene Sachen im Haushalt kleben kann. Wenn man sie drückt, kann automatisch nachbestellt werden – sei es Waschmittel, Müllbeutel oder Toilettenpapier. Natürlich wird über Amazon bestellt. Amazon hat diese Vorrichtung erst Prime-Kunden zur Verfügung gestellt, die eine Einladung anforderten. Die Idee besteht darin, dass man Käufe naht- und hürdenlos macht, dafür aber mehr und mehr auf Amazon als Lieferant angewiesen ist. Der Ausflug zum Geschäft (wie etwa zum Rivalen Wal-Mart) fällt weg.

Amazons Dash Button. Quelle: Amazon.

Derzeit sind Unternehmen schon damit beschäftigt, mit Amazon zusammen zu arbeiten und die Vorrichtung in ihre Haushaltsgeräte direkt zu integrieren. Whirlpool entwickelt eine Waschmaschine und einen Trockner, die automatisch Waschpulver nachbestellen können. Brother entwickelt einen Drucker, der automatisch Toner ordert, und Brita arbeitet an einem Wasserfilter, der die Filterelemente nachbestellt. Sollten sich diese Produkte durchsetzen, kann Amazon sein Ökosystem direkt mit den Geräten vernetzen.

  1. Wir übernehmen die Kontrolle zuhause

Letzten November hat Amazon Echo eingeführt, ein „intelligenter Lautsprecher“, der permanent mit der Cloud verbunden ist. Das Gerät kostet 180 USD und ist so etwas wie eine immer gegenwärtige Siri, die Nachrichten verliest und das Wetter verkünden kann, Musik abspielt, Wecker und Timer stellt, Listen notiert und Antworten auf Fragen direkt aus dem Internet zieht. Ähnlich Dash kann auch Echo Produkte direkt von Amazon bestellen.

Echo ist kompatibel mit anderen intelligenten Geräten von Wink, Belkin, WeMo und Philips Hue. Damit können Nutzer dann Lichter, Ventilatoren, Heizungen, und andere Dinge per Sprachbefehl ein- und ausschalten. Um der großen Nachfrage nach Automatisierung der eigenen vier Wände gerecht zu werden, hat Amazon Ende 2013 einen eigenen Shop dafür eingerichtet.

Amazon Echo. Quelle: Amazon.

Echo ist damit eine mehr als ernstzunehmende Gefahr für ähnliche Produkte wie Googles (WKN:A0B7FY) Nest, Samsungs (WKN:881823) SmartThings Hub und Apples (WKN:865985) HomeKit. Der Markt für Smarthomes soll von 33 Milliarden USD in 2013 auf 71 Milliarden USD in 2018 anwachsen, und das Unternehmen, das die dominanteste Drehscheibe aufbauen kann, wird automatisch die meisten Nutzer anziehen können. Dies ist auch nicht das erste Mal, dass Amazon die eigenen vier Wände im Blick hat: Der Kindle und Streaming Sticks sind auch darauf ausgerichtet, dass Amazon Präsenz in den Wohnungen der Nutzer zeigt.

  1. Wir passen auf

Zusätzlich zu den Vorteilen im E-Commerce dürften die Bemühungen im IoT-Bereich auch Amazon zahllose Daten über seine Nutzer bescheren. Darum hat man jüngst 2lemetry gekauft, die eine Plattform entwickeln, die IP-Adressen und andere verbundene Geräte trackt und verwaltet. Die Akquise bereichert Kinesis, das Amazon im Jahr 2013 vorgestellt hat, eine Plattform, die eine große Menge an Daten aus verschiedensten Strömen in Echtzeit analysieren kann.

Diese Plattformen sind natürlich eher für den Unternehmensbereich gedacht, könnten aber auch in Dash oder Echo integriert werden. Dash-Partner wie Whirlpool könnten wertvolle Daten aus den Bestellungen ziehen. Echo könnte Nutzungsdaten an Hersteller zurück liefern. Abos für diese Art Daten könnten noch einmal den Umsatz von Amazon steigern.

Diese Daten könnte außerdem dazu genutzt werden, dass Amazon gezielte Werbung und Produktvorschläge für Nutzer auf der eigenen Website macht, um gegenüber Google bei Produktsuchen den Vorsprung auszubauen. Googles CEO Eric Schmidt zufolge starteten im letzten Jahr doppelt so viele Produktsuchen bei Amazon gegenüber Google.

Die nächste Stufe der Disruption

Mit Amazons Expansion in den IoT- und Smarthome-Markt baut sich das Unternehmen einen Schutzwall gegen Google und traditionellen Geschäften. Indem man diese ambitionierten Wurzeln pflanzt, könnte Amazon schon bald die Art und Weise, wie wir einkaufen, auf den Kopf stellen – und darüber hinaus sogar, wie wir uns zuhause verhalten.

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The Motley Fool empfiehlt Amazon.com, Apple, Cisco Systems, Google (A Aktien) und Google (C Aktien). The Motley Fool besitzt Aktien von Amazon.com, Apple, Google (A Aktien) und Google (C Aktien).

Dieser Artikel von Leo Sun wurde am 23.7.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere Leser an der Diskussion teilhaben können.

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