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2 wichtige Faktoren zur Zukunft von Microsoft

Foto: Microsoft

Bei der jüngsten Worldwide Partner Conference von Microsoft (WKN:870747) hat COO Kevin Turner mit Nachdruck verlauten lassen, dass Windows 10 und die Cloud die Zukunft von Microsoft bedeuten würden. Turner sagte, dass Windows für Microsoft einen „grundlegenden Einschnitt“ für das Unternehmen bedeutet würde, und das vor allem dank der Zusammenarbeit von Appstore, mobilen Services und neuer Hardware. Er sagte außerdem, dass Microsoft die Cloud rocken müsse, indem man sich auf Sicherheit und Privatsphäre in privaten und öffentlichen Netzwerken konzentriere.

Nichts davon sollte Investoren von Microsoft verwundern, die solche Aussagen schon im vergangenen Jahr von CEO Satya Nadella gehört haben. Aber wie erfolgreich wird der Umschwung?

Die Zukunft von Windows 10

Im April hat man bei Microsoft angekündigt, Windows 10 auf einer Milliarde aktiven Geräten zu installieren. Das klingt nach einer riesigen Zahl, ist aber eigentlich ein ziemlich einfach zu erreichendes Ziel.

Microsoft zufolge laufen noch verschiedene Versionen von Windows auf etwa 1,5 Milliarden Rechnern weltweit. Das Forschungsinstitut Gartner schätzt, dass zwischen 2015 und 2016 951 Millionen neue PCs weltweit ausgeliefert werden. Wenn man den Marktanteil von Windows von 91% in Betracht nimmt, sollten 865 Millionen neue PCs mit Windows 10 ausgeliefert werden. Wenn auch nur ein kleiner Teil von bestehenden Nutzern von Windows 7 oder 8/8.1 das gratis Upgrade auf Windows 10 vornehmen, dann könnte man im Jahr 2018 locker bei einer Milliarde und mehr liegen.

Beim Einnahmebericht für das Q4 sagte Nadella, dass die Partner des Unternehmens „über 2.000 verschiedene Geräte und Einstellungen“ geschaffen hätten, außerdem „hunderte von neuen Hardware-Designs“ für Windows 10. Er sagte, dass diese Geräte in der Lage wären, den trägen PC-Markt wiederzubeleben und „Windows wieder wachsen zu lassen.“

Windows 10. Quelle: Microsoft.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist Windows 10 ein skalierbares Betriebssystem, das auf verschiedenen Mobilgeräten, PCs und Xbox One Konsolen genutzt werden kann. Software wie Cortana, Office, Continuum, Edge und andere Universal-Apps können auf verschiedenen Plattformen synchronisiert werden. Xbox One Spiele können auch auf Geräten mit Windows 10 gestreamt werden.

Diese neue Einheitlichkeit nutzt die vorhandene Macht von Microsoft bei PCs und überträgt sie auf den Mobilbereich, wo das Unternehmen noch schwach aufgestellt ist. Anstatt sich auf die Windows-Lizenzen zu verlassen, will Nadella auch das Betriebssystem monetarisieren, mit Einnahmen aus „Store, Suche und Gaming“. Unterdessen wird man Geschäftskunden bessere Sicherheitsdienste und eine neue Management-Plattform für Unternehmen mit BYOD (Bring your own Device) Regelungen anbieten.

Die Zukunft der Cloud

Weiterhin will Nadella bis Ende des Geschäftsjahrs 2018 Cloud-Umsätze in Höhe von 20 Milliarden USD erreichen. Dieses Ziel klingt ehrgeizig, ist aber auf keinen Fall unrealistisch.

Microsoft hat berichtet, dass die gesamten Umsätze der Cloud im letzten Quartal gegenüber dem Vorjahr 88% anstiegen. Und das war sogar noch wenig gegenüber den dreistelligen Zuwächsen, die das Unternehmen in den vier vorangegangenen Quartalen erreichte. Allerdings konnte der Zuwachs den Umsatz auf über 8 Milliarden USD pushen. Vom vierten Quartal 2014 bis zum Q4 2015 stieg die Run Rate 80%. Wenn man von einem jährlichen Wachstum von 40% ausgeht, könnte man schon 2016 bei 11,2 Milliarden USD liegen, 15,7 Milliarden USD im Jahr 2017 und 22 Milliarden USD 2018. Das würde einem Viertel von Microsofts erwarteten Umsätzen für das Geschäftsjahr 2016 gleichkommen.

Microsofts Umsätze in der Cloud dürften vor allem von Office 365 stammen, Dynamics CRM (einem Gegenpart zu Salesforce (WKN:A0B87V)) und der Plattform Azure, die sich mit Amazons (WKN:906866) AWS anlegt.

Office 365 generiert derzeit den größten Umsatz, aber Azure hat das höchste Wachstumspotenzial. Microsoft veröffentlicht nicht, wie viel Azure genau reinholt, aber die Deutsche Bank schätzt, dass es jährlich zwischen 500 Millionen USD und 700 Millionen USD sein dürften, etwa ein Zehntel von AWS. Aber bei der Worldwide Partner Conference sagte Turner, dass der Kundenzuwachs sich im letzten Jahr verdoppelt hätte.

Microsoft Azure. Quelle: Microsoft.

Azure sieht sich großer Konkurrenz im Bereich Cloud von Rivalen wie AWS, IBMs (WKN:851399) BlueMix und Googles (WKN:A110NH) App und Compute Engines ausgesetzt. Diese große Konkurrenz allein sorgt dafür, dass die Preise auf dem ganzen Markt fallen, was Azures Rentabilität hemmen könnte.

Der Umschwung geht weiter

Nadella hat immer wieder gesagt, dass Microsoft zuerst ein mobile- und Cloud-Unternehmen sein will. Und dieser Umschwung wird nicht einfach werden, da das Fundament fest im PC-Markt verankert ist und Google darüber hinaus Betriebssysteme und Cloud-Dienste quasi verschenkt. Und doch hat Nadella großartige Arbeit geleistet, indem er Microsoft eine Vision für die Zukunft gegeben hat – ein Aspekt, der dem Unternehmen unter Steve Ballmer noch dringend gefehlt hat.

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The Motley Fool empfiehlt Amazon.com, Gartner, Google (A Aktien), Google (C Aktien) und Salesforce.com. The Motley Fool besitzt Aktien von Amazon.com, Google (A Aktien), Google (C Aktien) und Microsoft.

Dieser Artikel von Leo Sun erschien am 23.7.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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