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5 Dinge, die Biogens Führung dir gerne mitteilen möchte

Foto: Pixabay; felixioncool

Biogen (WKN:789617) hat letzte Woche seine Ergebnisse für das zweite Quartal im Rahmen eine Pressekonferenz präsentiert. Hier sind fünf Dinge, auf die Investoren – wie es das Management ausdrückte – Acht geben sollten.

„Wir hatten erwartet, dass die Absatzzahlen für Tecfidera dieses Quartal wieder zunehmen, aber dies traf in keinem nennenswerten Umfang ein“, sagte Biogens CEO George Scangos.

Letztes Quartal gab das Management eine üppige Liste mit Gründen für Tecfideras sinkende Absatzzahlen aus und behauptete, dass viele der Probleme einmalige Angelegenheiten seien, die sich in den kommenden Quartalen auflösen werden. Aber wie es Scangos treffend formulierte „traf dies in keinem nennenswerten Umfang ein.“ Tecfideras Umsatz stieg im zweiten Quartal nur um 7 % gegenüber den ersten drei Monaten dieses Jahres. Das ist keine schreckliche Wachstumsrate, aber Anleger haben viel mehr erwartet.

„Wir glauben, dass der Sicherheitsvorfall Ende 2014 sowohl bei Ärzten als auch bei Patienten größere Vorsicht beim Wechsel zu oralen Medikamenten hervorgerufen hat“, sagte Stuart Kingsley, Biogens Executive Vice President für globale Operationen.

Quelle: BIOGEN

Quelle: BIOGEN

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Dieser „Sicherheitsvorfall“, von dem Kingsley sprach, war ein Fall von progressiver multifokaler Leukoenzephalopathie (PML), den Biogen letzten Oktober vermeldete. Trotz eines zu Begin dieses Monats veröffentlichten zweiten Falls ist die Zahl der PML-Erkrankungen recht niedrig, wenn man bedenkt, wie viele Patienten Tecfidera eingenommen haben.

Aber einige Ärzte und Patienten davon zu überzeugen, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis immer noch zu Gunsten des Medikaments steht, scheint für Biogen ein mühsames Unterfangen zu sein. Tecfidera kann die Anzahl der Abwehrzellen senken, wodurch der Virus, der PML verursacht, das Gehirn infiziert. Also scheint es für Biogen aussichtsreich zu sein, Ärzte davon zu überzeugen, dass sie das Risiko von PML durch regelmäßige Kontrollen der Abwehrzellvorkommen senken können.

„Der Umsatz außerhalb der USA fiel um 8 % gegenüber dem letzten Quartal, obwohl Stückabsatzzahlen um 14 % stiegen“, so Biogens CFO Paul Clancy.

Biogen rechnete mit einem starken internationalem Umsatz von Tecfidera, um den schwächer werdenden Absatz in den USA wettzumachen. 14 % mehr Produkte zu verkaufen als im vergangenen Quartal, ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Auf das Jahr hochgerechnet ist dies ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 69 %, aber Biogen musste eine Preissenkung in Deutschland hinnehmen. Und das drückt die Umsatzwachstumszahlen herunter, obwohl Tecfidera nun an mehr Patienten verschrieben wird. Der internationale Umsatz wird weiterhin wachsen, aber die Vergleichbasis wird eine kleinere sein. Momentan beträgt sie nur 18 % des Gesamtumsatzes von Tecfidera. Wenn die absoluten Umsatzzahlen von Tecfidera also verbessert werden sollen, benötigt man ziemlich große Wachstumszahlen.

„Wir glauben, dass die Gesamtheit der Aducanumab-Phase-1B-Studienergebnisse unsere Entwicklungs- und Registrierungsstudien kräftig unterstützen wird.“ – Douglas Williams, Biogen’s Executive Vice President für F&E.

Einen großen Teil der Pressekonferenz wurde über Aducanumab geredet, da zum einen Biogen gerade erst zusätzliche Informationen bei der „Alzheimer’s Association International Conference“ (AAIC) präsentiert hat, aber auch weil Aducanumab das Potenzial besitzt, all die mit Tecfidera zusammenhängenden Turbulenzen vergessen zu machen.

Alzheimer ist ein Multimilliarden-Dollar-Markt, den sich derjenige schnappen wird, der ein Medikament entwickeln kann, das den Verlauf dieser Krankheit verlangsamt. Die Zahlen für Aducanumab waren bisher im Allgemeinen positiv, aber in Anbetracht der kleinen Anzahl an Patienten etwas mager. Die neuen Daten für eine mittlere Dosiergruppe, die auf der AAIC vorgestellt wurde, variierten bei einer klinischen Studie zur Wirksamkeit zwischen der hohen und niedrigen Dosiergruppe, jedoch konnten diese Ergebnisse nicht noch einmal bestätigt werden.

Das Management rückt sich diese Daten ins passende Licht – was sollte es sonst tun? – Aber Anleger sind zurecht etwas skeptisch und werden auch weiterhin dieser Meinung sein, bis sie Daten der Phase 3 zu sehen bekommen.

„Wir haben eine gute Bilanz. Wir haben eine gute Verschuldungskapazität. Und wir werden nicht zögern, davon Gebrauch zu machen, wenn wir eine Möglichkeit sehen, die interessant ist und zu unserer Strategie passt. Wir befinden uns nicht in einer Paniksituation, in der wir verzweifelt umherrennen. Aber wenn wir gute Möglichkeiten erkennen, werden wir aggressiv danach greifen.“ — Scangos

Das Management hatte bezüglich seiner Übernahmepläne noch drei Fragen. Scangos’ Antworten ähnelten sich alle ziemlich. Er sagte, dass Biogen ständig nach neuen Übernahmezielen Ausschau hält, ohne zu erwähnen, an welchen Unternehmen Biogen interessiert ist. Investoren können ihm dabei wirklich keinen Vorwurf machen, da er Biogens Konkurrenten, die eventuell dieselben Unternehmen erwerben möchten, nicht zu viel verraten möchte. Aber da Aducanumab noch Jahre von einer Markteinführung entfernt ist – vorausgesetzt, seine Phase-3-Studien sind überhaupt positiv – könnte die beste Möglichkeit für Biogen sein, um in naher Zukunft Umsatzwachstum zu erzielen, die 4,5 Mrd. USD, die es auf der Bank hat, zum Kauf neuer Produkte zu verwenden.

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Dieser Artikel wurde von Brian Orelli auf Englisch verfasst und am 27.7.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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