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5 potentielle Buffett Aktien: Nestle, Henkel, Swatch, Bertrandt und Fuchs Petrolub

Foto: Flickr

Anfang des Jahres kaufte Warren Buffett ein kleines, privates Unternehmen aus Deutschland. Ich denke nicht, dass das seine letzte Akquisition in unserer Region war.

Dei Frage ist dann, wenn Buffett in unserem Teil der Welt — in Deutschland, Österreich und der Schweiz — einkaufen geht, welche Unternehmen fallen ihm ins Auge? Immerhin gibt es in diesen drei Ländern alleine über 900 Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über 10 Mio. EUR.

In dieser Woche werden wir mit unserer Juli-Artikel-Serie über Warren Buffett fertig und wir beenden diese mit einem Knall. Wir untersuchen einige spezifische Unternehmen und Aktien aus der DACH-Region, in die Buffett investieren könnte (und sollte!).

Wir fangen heute mit etwas an, das wir den “Buffett Screen” nennen könnten. Im Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) Geschäftsbericht aus dem Jahr 2007 hat Buffett spezifische Kriterien für Unternehmen umrissen, die er gerne kaufen würde. Diese Kriterien können wir verwenden, um einen Screen zu erstellen mit dem wir genau solche Unternehmen in unserem Teil der Welt finden können. Hier sind diese sechs Kriterien:

  1. Große Akquisitionen (einen Vorsteuer-Gewinn von mindestens 75 Mio. USD, es sei denn das Unternehmen passt in eine unserer bestehenden Geschäftseinheiten),
  2. Demonstrierte, konsistente Ertragskraft (zukünftige Prognosen interessieren uns genauso wenig wie “Turnaround”-Situationen),
  3. Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalrendite bei geringen oder gar nicht vorhandenen Schulden,
  4. Vorhandenes Management (wir können das nicht zur Verfügung stellen),
  5. Einfaches Geschäftsmodell (wenn viel Technologie dahinter steckt, dann verstehen wir es nicht),
  6. Ein Angebotspreis (wir wollen weder unsere Zeit, noch die Zeit der Verkäufer mit Gesprächen über Transaktionen verschwenden — auch nicht mit vorläufigen Gesprächen –, wenn der Preis unbekannt ist).

Da wir nur auf an der Börse gelistete Unternehmen schauen, können wir die Kriterien Nummer vier und sechs getrost ignorieren — denn ein öffentlich gehandeltes Unternehmen, außer in extrem merkwürdigen Situationen, wird ein Management Team verfügbar haben und der Aktienmarkt wird uns einen Angebotspreis bieten. So habe ich diese Liste für unseren Screen modifiziert:

  1. Mindestens 75 Mio. USD Gewinn vor Steuern.
  2. Konsistent profitabel in den letzten 10 Jahren.
  3. Eigenkapitalrendite von mindestens 12 %.
  4. Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital von maximal 40 %.
  5. Das Unternehmen passt in Buffetts “Kompetenzkreis” — was im Wesentlichen bedeutet, dass es ein Unternehmen aus der Finanz-, der Konsumgüter- oder einer wenig technologisierten Industriegüter-Branche ist.
Unternehmen Vorsteuergewinn (letzte 12 Monate) Eigenkapitalrendite (letzte 12 Monate) Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital (wie zuletzt berichtet) Industrie
Nestle (WKN:A0Q4DC) 20,1 Mrd. EUR 21,9 % 30,2 % Basiskonsumgüter
Henkel (WKN:604843) 2,5 Mrd. EUR 14,3 % 11,8 % Basiskonsumgüter
Swatch (WKN:865126) 1,6 Mrd. EUR 12,6 % 0,5 % Nicht- Basiskonsumgüter
Bertrandt (WKN:523280) 88 Mio. EUR 23,8 % 0,3 % Industriewerte
Fuchs Petrolub (WKN:579043) 310 Mio. EUR 24 % 2,2 % Materialien

Datenquelle: S&P Capital IQ, Stand 27.7.15.

Das sind nicht die einzigen Unternehmen, die mir der Screen auftischt. Aber ich denke, dass diese fünf zu den wahrscheinlichsten gehören, auf die Buffett ein Blick werfen würde.

Es gibt aber ein paar Dinge, die wir hierbei im Hinterkopf behalten sollten. Erstens hat Buffett uns zwar diese handlichen Kriterien genannt, aber nicht alle seiner Investitionen fügen sich geschmeidig in diese ein. Viele Finanzunternehmen, und besonders Banken, werden durch das Schuldenkriterium aus der Liste geschmissen. Aber wir wissen, dass Buffett ein großer Fan davon ist, in Banken zu investieren.

Außerdem gibt es einen merklichen Unterschied zwischen Unternehmen, von denen Buffett Aktien kaufen könnte — wie Nestle und Henkel — und Unternehmen, die Buffett potentiell komplett übernehmen könnte — wie Bertrandt und Fuchs.

Und schließlich sagt dieser Screen nichts über die Bewertung der Unternehmen aus. Wir wissen zwar, dass Buffett es bevorzugt, ein „wundervolles Unternehmen zu einem fairen Preis zu kaufen“, als ein „faires Unternehmen zu einem wundervollen Preis“. Aber wir wissen auch, dass er nicht gerne zu viel für seine Investitionen zahlen möchte. Also obwohl diese Unternehmen in Buffetts Beuteschema passen könnten, ob er sie kauft oder nicht wird davon abhängen, ob er den richtigen Preis bekommt.

In der restlichen Woche werden wir einige Unternehmen aus der DACH Region genauer anschauen, die großartige Investitionen für Buffett sein könnten. Also bleib am Ball mit uns!

Warren Buffett kauft die besten deutschen Unternehmen - und schnappt sie uns dadurch weg

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Matt besitzt Aktien von Berkshire Hathaway. The Motley Fool empfiehlt Berkshire Hathaway.

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