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Warren Buffett Aktien: American Express

Foto: Pixabay

Es ist ziemlich verblüffend, wenn man darüber nachdenkt, dass Warren Buffetts erstes Investment in die American Express (NYSE:AXP) Aktie gerade einmal 1,3 Mrd. USD war. Ich weiß, für die meisten von uns hört sich das richtig viel an. Aber vergleich das mal zu den 14,1 Mrd. USD, die diese Beteiligung heute wert ist…und schon scheint die Summe sehr viel kleiner.

Ich stelle mir vor, dass wenn dein Unternehmen mit nur einem einzigen Investment fast 13 Mrd. USD macht, dann muss dir dieses Investment besonders am Herzen liegen. Deswegen überrascht es nicht, dass AmEx zu Buffetts „Großen Vier“ Aktienpositionen bei Berkshire Hathaway (NYSE:BRK-B) (ETR:BRH) gehört — einer Gruppe, die auch Wells Fargo, Coca-Cola und IBM beinhaltet.

In den vergangenen beiden Tagen haben wir einen Blick auf Wells Fargo und Coke geworfen (und morgen besuchen wir IBM), also lass uns heute genauer darauf schauen, warum AmEx eine so wesentliche Buffett Aktie ist.

Wettbewerbsvorteile

Es gibt vier Blickwinkel unter denen wir Buffetts Große Vier Investitionen untersucht haben, und der erste ist die Art und Weise in denen sich ein Unternehmen vom Wettbewerb abhebt. Durch starke Wettbewerbsvorteile schaffen es Unternehmen, hohe Renditen für ihre Aktionäre über lange Zeiträume einzufahren.

Ein zentraler Wettbewerbsvorteil für American Express — und vielleicht sein größter — ist die Marke des Unternehmens. Gestern habe ich erwähnt, dass das Forschungsunternehmen Interbrand die Marke Coca-Cola 2014 als die drittwertvollste Marke der Welt aufgeführt hat. In demselben Bericht landet American Express auf Platz 23 der Liste. Auffallend ist jedoch, dass die Marke die am weitesten oben stehende Marke aller Finanzunternehmen ist. Und der von Interbrand geschätzte Markenwert von AmEx beträgt 19,5 Mrd. USD. Das ist mehr als der Markenwert von Visa (NYSE:V) (ETR:3V64) und Mastercard (NYSE:MA) (ETR:M4I)…zusammengenommen.

Das “geschlossene System”, das American Express betreibt ist ebenfalls ein zentraler Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen. Die Wettbewerber Visa und Mastercard betreiben beide ein sogenanntes „offenes System“ für ihre Kreditkarten — das bedeutet, dass dritte Banken Karten mit den Logos von Visa und Mastercard herausgeben. Diese beiden Unternehmen verdienen dann Geld, wenn in ihrem Netzwerk Transaktionen durchgeführt werden. Angesichts des Erfolgs von Visa und Mastercard hat dieses System offensichtlich seine Vorzüge.

Im geschlossenen System von AmEx werden die meisten Karten jedoch von den eigenen Banken des Unternehmens herausgegeben. Die Kunden gehören AmEx, AmEx verdient Geld an den Krediten seiner Karteninhaber und, das ist am wichtigsten, AmEx hat Zugang zu einer Fülle von Daten über seine Karteninhaber. Diese Daten erlauben es AmEx seinen Kunden besonders gut zu dienen und Vergünstigungen und Programme anzubieten, von denen diese Kunden am meisten profitieren.

AmEx hat immer mehr damit angefangen, ebenfalls mit dritten Banken zu arbeiten, um die Reichweite seiner Karten zu erhöhen. Das Unternehmen ist aber immer noch imstande, die Vorteile seines traditionellen Systems wirksam einzusetzen.

Leicht zu verstehen

Unternehmen aus dem Finanzbereich gehören zu den Industrien, in die Buffett schon seit langer Zeit investiert. Das heißt, dass die meisten Finanzunternehmen in seinen „Kompetenzkreis“ fallen.

Das macht American Express ideal für Warren Buffett. Und tatsächlich ist es für Buffett keine große Sache, dass AmEx — im Gegensatz zu Visa und Mastercard – das Kreditausfallrisiko seiner Kunden trägt. Andere Investoren fühlen sich deswegen unsicher. Am Ende ist die größte Aktienposition von Berkshire aber sowieso eine Bank.

Management

Als Buffett 1994 American Express zum ersten Mal für Berkshires Portfolio kaufte war Ken Chenault nicht der CEO. Trotzdem war Chenault zu diesem Zeitpunkt bereits seit über einem Jahrzehnt für das Unternehmen tätig.

Nach kurzen Tätigkeiten als Anwalt und Berater stieß Chenault 1981 zu AmEx. Das heißt, dass er heute bereits über 34 Jahre Erfahrung mit demselben Unternehmen gesammelt hat. Das ist nicht übel.

Aus der Perspektive, wie er das ihm zur Verfügung stehende Kapital einsetzt, beeindruckt mich Chenault nicht ganz so sehr. Seit er das Ruder übernommen hat kauft das Unternehmen eher Aktien zurück, anstatt höhere Dividenden an seine Aktionäre auszuschütten. Wenn klug eingesetzt, dann können Aktienrückkäufe eine großartige Verwendung von Kapital sein. Wenn aber, wie im Fall von AmEx, Aktienrückkäufe fast immer die erste Wahl sind, dann kauft das Unternehmen mit großer Wahrscheinlichkeit seine Aktien oft zu überbewerteten Preisen.

Was noch schlimmer ist: Nachdem AmEx 2006 und 2007 Milliarden für Aktienrückkäufe aufgewendet hat, kaufte das Unternehmen 2008 und 2009, als die Aktien ein wirkliches Schnäppchen darstellten, überhaupt keine Aktien zurück.

Aus einer strategischen Perspektive muss das letzte Kapitel über Chenault noch geschrieben werden. Man muss ihm zugutehalten, dass das Unternehmen sehr gut abgeschnitten hat, seitdem er 2001 die Zügel übernahm. Trotz der weltweiten Finanzkrise wuchsen die Gewinne von AmEx zwischen 2001 und 2014 im Durchschnitt um mehr als 12 % jedes Jahr.

Das Unternehmen steht jedoch größer werdenden Herausforderungen von Seitens seiner Wettbewerber gegenüber, sowohl von Visa und Mastercard als auch von Technologieunternehmen. Das Unternehmen hat mit Costco einen langjährigen Partner verloren. Und Teil von Chenault’s Strategie sind Partnerschaften mit Unternehmen wie McDonalds und Wal-Mart, welche das Risiko mit sich bringen, die starke Bindung von AmEx mit seinen wohlhabenden Kunden zu verfremden.

All das könnte aber auch nur ein Vorläufer eines AmEx Netzwerks sein, das breiter ist und weithin akzeptiert wird. Und eines, das besser die unglaubliche Stärke der AmEx Marke ausnutzt. Buffett für seinen Teil glaubt jedenfalls an Chenault, trotz der einen oder anderen Bodenwelle. Beim jährlichen Aktionärstreffen von Berkshire Hathaway nannte er seine Arbeit „sensationell“.

Eigenkapitalrendite

Um dem Ganzen einen Rahmen zu geben schauen wir auf die Eigenkapitalrendite, die American Express erwirtschaftet. Eine hohe Eigenkapitalrendite alleine bedeutet noch nicht, dass wir ein großartiges Unternehmen gefunden haben. Aber wenn wir ein Unternehmen gefunden haben, das den Anschein eines großartigen Unternehmens erweckt, dann kann uns eine hohe Eigenkapitalrendite dabei helfen, diesen Eindruck zu bestätigen.

American Express Eigenkapitalrendite (in den 12 Monaten bis zum 31.3.2015): 28,6 %

Das ist eine beneidenswerte Eigenkapitalrendite und eine weitere Bekräftigung, warum die AmEx Aktie eine der Top Aktien von Warren Buffett ist.

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Matt besitzt Aktien von Wells Fargo, Berkshire Hathaway und McDonalds. The Motley Fool empfiehlt American Express, Berkshire Hathaway, Coca-Cola, Costco Wholesale, MasterCard, Visa und Wells Fargo. The Motley Fool besitzt Aktien von MasterCard, Visa und Wells Fargo und hat die folgenden Optionen: long Januar 2016 37 USD Calls auf Coca-Cola und short Januar 2016 37 USD Puts auf Coca-Cola.

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