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K+S Aktie: Wird Potash für seine deutsche Übernahme zu viel bezahlen?

Foto: The Motley Fool

Potash Corporation (NYSE:POT) (ETR:POC) (FRA:POC) möchte die Übernahme unbedingt.

Die Saga beginnt am 25. Juni, dem Tag an dem Potash seinen Vorschlag für die Übernahme seines deutschen Konkurrenten K+S (ETR:SDF) (FRA:SDF) (ETR:SDF) vorlegte. Potash preist seinen Konkurrenten als einen best-in-class Kaliproduzenten mit Vermögensgegenständen die komplementär zu denen von Potash sind und minimalen Überschneidungen im Betrieb (um anti-monopol Bedenken zu lindern). Der Preis, den Potash bot, lag nach eigener Beschreibung 57 % über dem volumengewichteten Durchschnittspreis der Aktie in den letzten 12 Monaten.

K+S lehnte das Angebot trotzdem ab. Das war aber nicht das Ende der Geschichte.

In den darauf folgenden Tagen berichtete Reuters darüber, dass Potash angeblich K+S versicherte, nur die besten Intentionen zu haben und gewillt sei, sein Angebot zu erhöhen — wenn K+S beweisen kann, dass es mehr wert ist als die angebotene Summe. Auf der anderen Seite ist K+S offenbar genauso an einem Deal interessiert, wenn erstens sichergestellt werden kann, dass Potash keine Entlassungen in Deutschland vornehmen wird … und wenn zweitens Potash bitte etwas mehr Geld bieten würde.

Wie viel mehr?

Wenn man Reuters glauben kann, dann schielt K+S auf einen Preis, der gerade einmal 5 % über dem Angebotspreis liegt. Also gerade einmal rund 360 Mio. EUR mehr als die angebotenen rund 7,3 Mrd. EUR sollen schon genug sein.

Das scheint eine lächerliche Summe zu sein, um einen Solchen Deal scheitern zu lassen. Aber wenn das wirklich der Preis ist, den K+S verlangt, dann gibt er Investoren wenigstens eine konkrete Zahl, anhand derer sie überlegen können, ob der Deal Sinn macht.

Die Zahlen von Potash und K+S

Also, macht er Sinn? Kalipreise erreichten 2011 einen Höhepunkt — dann kam ein stetiger Abwärtstrend über drei Jahre, der erst vor kurzem beendet wurde. Zur gleichen Zeit wuchsen die Investitionen von K+S immer mehr. Laut S&P Capital IQ erzielte K+S in den letzten 12 Monaten einen Umsatz von 4,4 Mrd. USD, einen Gewinn von 466 Mio. USD, aber negativen freien Cashflow in Höhe von -441 Mio. USD.

Zum Vergleich, die Zahlen von Potash sind 6,5 Mrd. USD (Umsatz), 1,6 Mrd. (Gewinn) und 1,4 Mrd. USD (positiver freier Cashflow). Diese letzte Zahl sagt uns, warum Potash — mit einem nicht einmal um 50 % höheren Umsatz als K+S — mit einer Marktkapitalisierung gehandelt wird, die 2,7 mal höher ist, als die von K+S. Einfach gesagt ist Potash deutlich besser darin, mit seinem Geschäft Cash zu generieren, als K+S.

Genau das gibt uns einen guten Grund darauf zu hoffen, dass Potash von einem Deal Abstand nehmen wird. Die Tatsache, dass der von K+S vermeintlich geforderte Preis ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 19 bedeuten würde (Potashs KGV liegt bei gerade einmal 15), zeigt ebenfalls, dass Potash keinen guten Deal machen würde.

Trotzdem gibt es einen großen Grund, weshalb Potash eventuell die “extra 5 %” für K+S ausgeben könnte: Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV)

Das Potential für Potash

Potashs Marktkapitalisierung von 24,4 Mrd. USD bedeutet ein KUV von 3,8. Für K+S würde Potash be idem vermeintlich verlangten Preis ein KUV von gerade einmal 2 bezahlen. Das deutet an, dass Potash als vermeintlich effizienteres Unternehmen, mehr Gewinn aus jedem Dollar Umsatz herausquetschen kann, als das Management von K+S gegenwärtig in der Lage ist. Potashs Option, weniger profitable Minen zu schließen und die Kali-Produktion zu reduzieren, um höhere Kalipreise am Markt durchzusetzen, würden die Chancen erhöhen, aus einer K+S Übernahme mehr Geld zu machen.

In kurz: Potash hat das Potential im Falle eines Mergers seine Gewinne zu steigern. Sollte der Merger nicht durchgehen, ist die Potash Aktie alleine allerdings mit einem KGV von 15, einem erwarteten Gewinnwachstum von 7 % und einer Dividendenrendite von 5,2 % bereits durchaus attraktiv bewertet.

Daher sehe ich keine großen Nachteile für Potash Investoren, egal wie die Verhandlungen am Ende ausgehen werden.

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Dieser Artikel wurde von Rich Smith auf Englisch verfasst und wurde am 13.07.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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