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Die Top 10 der reichsten Unternehmen Deutschlands und wie Unternehmen ihr Cash am besten einsetzen sollten

Quelle: Pixabay, geralt

Ohne Moos nix los!

Fools, die uns schon länger folgen, haben bereits gelernt, was Cashflow ist und warum er so wichtig ist. Doch wie sieht es eigentlich mit Cash (Barmitteln) selber aus? Nun, das interessanteste an Cash für uns Foolishe Investoren ist, ob Unternehmen diese Geldmittel klug einsetzen und wie wir als Aktionäre davon profitieren können. Die Top 10 der „reichsten“ deutschen Unternehmen zeigt, welche Unternehmen mal ihr Sparschwein plündern und aktiv werden sollten.

So profitieren Aktionäre am direktesten vom Bargeldbestand ihrer Unternehmen

Bevor wir aber zu der Liste kommen: Was ist überhaupt Cash? Nun, eigentlich ist es etwas ganz einfaches — es sind die liquiden Mittel, die einem Unternehmen kurzfristig zur Verfügung stehen. Sagen wir, du hast eine Immobilie, ein Auto und auf deinem Bankkonto liegen 1.000 €. Dann ist alles zusammen dein Kapital, aber nur die 1.000 € sind dein Cash. Unternehmen haben oft zusätzlich kurzfristige Anlagen, die sie durch Verkauf schnell zu Geld machen können — diese Anlagen haben keine andere Funktion, als Cash bei Bedarf zur Verfügung zu stellen, daher behandeln wir sie in diesem Artikel genau wie Cash.

Am direktesten profitierst du von diesem Cash, wenn ein Unternehmen damit seine Dividende an dich auszahlt. Mit Cash kann ein Unternehmen aber auch Aktienrückkäufe starten. Dieses Geld landet nicht wie Dividenden direkt auf deinem Konto, aber es lässt den Wert der Aktien steigen, die du besitzt — zumindest so lange das Unternehmen keinen überteuerten Preis für seine eigenen Aktien bezahlt hat, was leider auch vorkommen kann. Falls nicht, profitieren wir als Aktionäre, sobald der Aktienkurs nachzieht und den neuen, höheren Wert reflektiert.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit von Cash ist, Investitionen damit zu tätigen. Schauen wir uns Altmeister Warren Buffet an. Er hat es sich zu seiner Spezialität gemacht, Cash anzuhäufen, zu warten bis sich eine günstige Investitionsmöglichkeit ergibt, um dann zuzuschlagen und in ein vielversprechendes Unternehmen zu investieren — oder es direkt ganz zu kaufen.

Mit dieser Strategie schaffte das Genie den Wert seines Unternehmens zwischen 1965 und heute um ungefähr 1,8 Millionen Prozent auf  knapp 350 Milliarden USD zu steigern. Natürlich ist er mit dieser Ausnahmeperformance ein absoluter Superlativ. Aber dennoch zeigt dieses Beispiel auf, wie mächtig Cash sein kann — wenn man es richtig einsetzt.

Diese deutschen Unternehmen haben am meisten auf der hohen Kannte

Jetzt lasst uns schauen, welche deutschen Unternehmen am meisten Cash haben um es potenziell gewinnbringend einzusetzen und bestenfalls zu multiplizieren. Eine weitere Kennziffer die wir uns dabei anschauen sollten ist der prozentuale Anteil des Cashs am Gesamtkapital, oder Cash/Assets.

Rang Unternehmen Cash (Mrd. €) Cash/Assets (%)
1 Deutsche Bank AG (ETR:DBK) (FRA:DBK) 62,0 3,4
2 Volkswagen AG (ETR:VOW) (FRA:VOW) 15,4 4,3
3 Allianz SE (ETR:ALB) (FRA:ALV) 13,8 1,7
4 Audi AG (ETR:NSU) (FRA:NSU) 12,1 22,4
5 Daimler AG (ETR:DAI) (FRA:DAI) 10,5 5,3
6 Siemens AG  (ETR:CBK) (FRA:CBK) 8,3 7,6
7 Commerzbank AG (ETR:CBK) (FRA:CBK) 6,0 1,1
8 Merck KGaA (ETR:MRK) (FRA:MRK) 5,6 19,3
9 E.ON SE (ETR:EOAN) (FRA:EOAN) 4,9 4,1
10 Deutsche Telekom AG (ETR:DTE) (FRA:DTE) 4,8 3,7

Quelle: S&P Capital IQ.

Wir haben einen klaren Sieger, die Deutsche Bank! Doch heißt das jetzt, dass wir automatisch das Unternehmen mit den meisten Cash-Reserven kaufen sollten? Nicht unbedingt, ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Wenn ein Unternehmen viel Cash hortet, dann kann das zum einen die oben bereits genannten Chancen bringen. Andererseits wird dieses Geld aktuell aber auch nicht von den Unternehmen investiert, um daraus noch mehr Geld zu machen oder um es an die Aktionäre auszuschütten.

Wenn ein Unternehmen seine Barmittel also lange Zeit nicht einsetzt, anstatt sie für sich arbeiten zu lassen, ist das schlecht für das Unternehmenswachstum und damit für uns als Aktionäre. Genau darum machte Milliardär und Großinvestor Carl Icahn erst kürzlich Schlagzeilen, als er Apple Inc. (ETR:APC) (FRA:APC) dazu drängte massive Aktienrückkaufprogramme zu starten.

So würde ich als Aktionär das Geld lieber eingesetzt sehen

Wenn wir uns die Unternehmen in der Liste einmal anschauen, dann entsteht bei mir beispielsweise bei der Deutschen Telekom der Wunsch, dass diese die knapp 5 Milliarden Euro Cash einsetzt, um mehr Datenvolumen im Mobilfunknetz anzubieten, denn hier sieht Deutschland im europäischen Vergleich sehr schlecht aus. Zum Vergleich: Für den gleichen monatlichen Preis für 1 GB Datenvolumen pro Monat bekomme ich in Finnland satte 50 GB. Ein solch großer Abstand kann auf Dauer doch nur schlecht für die Konkurrenzfähigkeit sein.

Oder schauen wir mal auf die Autobauer: Daimler, Volkswagen und dessen Tochter Audi. Wird es nicht längst überflüssig dass unsere Autos smarter werden? Der Kometenhafte Aufstieg von Visionär Elon Musk und seinem Elektroautohersteller Tesla Motors Inc. (ETR:TL0) (FRA:TL0) zeigt ganz eindeutig, dass dort großer Bedarf besteht. Besonders bei Audi liegt der Anteil von Cash am Gesamtkapital (Assets) sehr hoch, also würde ich mir hier als Investor brennend wünschen, dass dieses Geld bald strategisch investiert wird oder an die Aktionäre zurückfließt.

Als Foolisher Investor lässt man sich also nicht von Geldbergen blenden, sondern denkt langfristig und analysiert, wie aktionärsfreundlich Unternehmen mit Cash umgehen oder wie erfolgreich sie Cash bei Übernahmen und Investitionen einsetzen können. Denn erst diese Qualitäten machen aus einem reichen Unternehmen ein für Fools attraktives Investment.

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Robert Schleifenbaum besitzt Aktien von E.ON, Siemens und Deutsche Bank. The Motley Fool empfiehlt Apple und Tesla Motors. The Motley Fool besitzt Aktien von Apple und Tesla Motors.

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