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Macht die Herabstufung von Tesla Motors durch die Deutsche Bank Sinn?

Foto: Pixabay, geralt

Es scheint so, als wäre die Chinesische Regierung machtlos, den Wertverlust der Aktien zu verhindern. Der Shanghai Composite Index ist am Dienstag (7.7.) weitere 1,3% gefallen, der Tech-orientierte Shenzhen Composite Index sogar 5,3%. Gegenüber dem Hoch vom 12.6. hat man sogar 28% bzw. 38% Verluste hinnehmen müssen.

Wenig überraschend, dass wir auf dem zweitgrößten Aktienmarkt der Welt eine enorme Bärenstimmung erleben. Immerhin wurden auf dem Markt 3,2 Billionen USD Marktwert verbrannt, was etwa Bloomberg zufolge dem Doppelten des gesamten Indischen Aktienmarkts entspricht. Und doch war diese Sache absehbar – die Euphorie am Aktienmarkt hält einfach nicht ewig

Allerdings wirken Investoren von US-Unternehmen recht unbeeindruckt. Der Dow Jones Industrial Average (INDEX:.DJI) sowie der breiter angelegte S&P 500 (INDEXSP:.INX) sanken bloß 0,76% bzw. 0,65%. Der Tech-fokussierte NASDAQ sank 1,29 %.

Quelle: The Motley Fool.

Tesla Motors: Eine paradoxe Herabstufung?

Die Aktien von Tesla Motors (NASDAQ:TSLA) (FRA:TL0) (ETR:TL0) fielen 5,22%, nachdem die Deutsche Bank am Morgen die Kaufempfehlung zurückgenommen und dafür eine Halteempfehulung ausgesprochen hatte. Trotz der Herabstufung hob die Deutsche Bank die zu erwartenden Einnahmen pro Aktie für 2020 11% an, auf 22,20 USD. Zudem hob man das Preisziel von 245 USD auf 280 USD an, was dem Tagesende in Höhe von 279,72 USD am 6.7. entsprach. (Zufall? Glaube ich nicht.) Was geht hier vor sich?

Zuerst einmal liegt der Anstieg im Preisziel wohl an den erwarteten Gewinnen, die die Deutsche Bank von dem florierenden Geschäft mit Teslas E-Fahrzeugen erwartet.

Ende April hat Tesla angekündigt, dass man das Knowhow im stationären Batterie-Business sich zunutze machen will. Dieser Markt steckt noch in den Kinderschuhen. Aber wir sind davon überzeugt, dass er sich vervielfachen wird. Der weltweite Markt wird ein Vielfaches davon betragen. (…) Außerdem glauben wir, dass kein anderes Unternehmen in dieser zukünftigen Situation so gut aufgestellt sein wird wie Tesla.

Das Problem dabei laut der Deutschen Bank besteht darin, dass der Markt dieses schrittweise sich entwickelnde Geschäft mit in den Aktienpreis genommen hat:

Derzeit scheint der Aktienpreis von Tesla diese Entwicklung bereits zu reflektieren. (…) Unseren Berechnungen nach gibt es deswegen nicht ausreichend Gründe, um eine erneute Kaufempfehlung auszusprechen.

Anders gesagt: Wenn der Aktienpreis bereits mit der Bewertung oder dem Preisziel übereinstimmt, dann bewertet der Aktienmarkt die Aussichten des Unternehmens richtig, und es besteht keine große Chance, den Markt zu übertreffen, indem man jede Menge dieser Aktie kauft. Damit ist die Halteempfehlung zu Recht ausgesprochen.

Teslas Bewertung: Herausforderungen und Sorgen

Tesla einen inneliegenden Wert zuzuschreiben ist eine recht schwierige Aufgabe. Die Deutsche Bank basiert ihre Bewertung auf einer Einnahme pro Aktie, die fünf Jahre in der Zukunft liegt. (Mit den derzeitigen Einnahmen lässt sich nichts anfangen, die sind negativ.) In der Zwischenzeit erwartet man, dass Tesla fast 500.000 Fahrzeuge pro Jahr absetzt. Das neunfache dessen, was man dieses Jahr vom Model S und Model X verkaufen will (55.000 Exemplare). Daran angegliedert erwartet die Deutsche Bank eine Zunahme im Geschäft mit Stationären Batteriesystemen in den USA – um mehr als das Zehnfache. Beide Märkte sind gerade erst entstanden, und die Unsicherheit ist natürlich sehr groß.

Außerdem ist es nahezu unmöglich, Tesla mit einer Auto-Kontrollgruppe in den USA zu vergleichen – weder lässt sich die Positionierung der Produkte noch das Wachstumsprofil vergleichen, obschon man einen Trend zur Profitabilität erkennen kann, was den „erwachsenen“ Hersteller erkennen lässt. Investoren müssen bessere Vergleiche suchen, innerhalb von Wachstumsfirmen, die erfolgreich traditionelle Märkte erobert haben.

Teslas CEO Elon Musk hat eine solche Referenz vergangenen Februar vorgeschlagen, als er gesagt hat, dass Teslas Marktwert in zehn Jahren dem von Apple (NASDAQ:AAPL) (FRA:APC) ähnlich sein könnte – also bei etwa 700 Milliarden USD. Das ist schon möglich, denke ich. Aber es ist natürlich sehr riskant, sich das erfolgreichste Unternehmen der Geschichte als Standard zu greifen.

Was bedeutet das für Investoren?

Die Aktien werden beim 89-fachen des Unternehmeswerts auf EBITDA-Basis. Ein Wert, der ein Traumszenario für Tesla beschreibt.

Dieses Szenario könnte sich ergeben, aber es ist alles andere als sicher. Damit ist ein Kauf von Tesla-Aktien zum jetzigen Zeitpunkt vor allem eines: hochspekulativ.

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The Motley Fool empfiehlt Apple, Berkshire Hathaway und Tesla Motors. The Motley Fool besitzt Aktien von Apple und Tesla Motors.

Dieser Artikel wurde von Alex Dumortier auf Englisch verfasst und erschien am 7.7.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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