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Der übersehene Grund, weshalb ich glaube, dass die Gilead Sciences Aktie immer noch unterbewertet ist

Foto: Pixabay, PublicDomainPictures

Gilead Sciences (NASDAQ:GILD) (FRA:GIS) (ETR:GIS) hat an der Börse einen guten Lauf hingelegt. Die Entwicklung der letzten 10 Jahre spricht für sich selbst:

Gilead stock

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Und selbst nach diesem unglaublichem Lauf glaube ich, dass das Unternehmen noch immer unterbewertet ist – aus einem Grund, den der Markt übersieht.

Es könnte viele Gründe geben, weshalb man glauben könnte, Gilead sei unterbewertet: Aus bewertungsorientierter Sicht sieht die Aktie sehr preiswert aus. Sie wird zum dreizehnfachen ihres 12-monatigen Gewinns gehandelt. Außerdem schießt sie aus dem Boden wie Unkraut – 2014 vervierfachte sich der Reingewinn je verwässerter Aktie auf 7,35 USD. 2013 waren es noch 1,81 USD je Aktie. Und das Management kommt den Aktionären mit einem geplanten Aktienrückkauf in Höhe von 15 Mrd. USD in den nächsten fünf Jahren und einer neulich festgesetzten Dividende mit einer Rendite von 1,6 % entgegen.

Aber das sind nicht die Punkte, die ich im Kopf habe.

Nein, es handelt sich nicht um eine Kennzahl der Bilanz oder der GuV, um nichts aus der Pipeline oder einem Patent; nichts, das man einfach messen kann.

Was ist nun also Gileads größtes Ass, das Schlüsselmerkmal, das dem Unternehmen dabei helfen könnte, seine Gewinne in Zukunft weiter hochzutreiben? Es ist die bemerkenswerte Fähigkeit des Managements, Unternehmen mit großartigen Medikamenten zu kaufen – eine Fähigkeit, bei der ich erwarte, dass Gilead, ein Unternehmen mit liquiden Mitteln von 14,5 Mrd. USD, diese wiederholt einsetzten wird, um eine Verwandlung vorzunehmen.

Eine unglaubliche Geschichte

Wenn ich über Gileads kluge Kapitalallokation rede, gehst du vermutlich davon aus, dass ich die Übernahme von Pharmasset im Jahre 2012 meine – des Unternehmens, das Sovaldi, den Grundstein für Gileads jährliche Hepatitis-C-Lizenzerträge von über 12 Mrd. USD, hervorbrachte. Dazu gleich mehr.

Springen wir doch zunächst in den Januar 2003, als Gilead Sciences 464 Mio. USD für Triangle Pharmaceuticals auf den Tisch legte. Triangle hatte damals eine Reihe von Medikamenten in seiner Pipeline, aber eines sticht besonders heraus: Emtricitabine, auch bekannt als Emtriva: ein nukleosidischer reverser Transkriptase-Hemmer, der im Kampf gegen HIV zum Einsatz kommt.

Wirf heute einen Blick auf Gileads HIV-Medikamente und du wirst bemerken, dass die meisten etwas gemeinsam haben:

Quelle: GILEAD 10-K

Lass dir das eine Minute durch den Kopf gehen. Eine 464 Mio. USD Übernahme aus dem Jahr 2003 brachte ein Medikament hervor, das letztes Jahr bei Gilead für einen Umsatz von 9 Mrd. USD verantwortlich war. Über ihre gesamte Lebensdauer gesehen, haben Gileads Emtricitabine-haltigen Medikamente etwa 50 Mrd. USD erwirtschaftet. Natürlich war Emtricitabine nicht der alleinige Grund für Gileads Erfolg, jedoch sicherlich ein Bestandteil davon. Nicht schlecht.

Und es ist noch nicht vorbei…

Okay, ich habe es lang genug hinausgezögert. Sprechen wir über die Übernahme von Pharmasset. Wie ich zuvor erwähnt habe, hat Gilead 2012 11 Mrd. USD für Pharmasset und sein Hepatitis-C-Portfolio hingeblättert: Eine Transaktion, die viele Analysten für überteuert hielten. Aber mit der Übernahme des Hepatitis-C-Heilmittels Sofosbuvir, das heute als Sovaldi bekannt ist, ist Gilead die Verwandlung seines Geschäftsmodels gelungen, indem sich das Unternehmen eine massive Hepatitis-C-Präsenz geschaffen hat. Sovaldi hat letztes Jahr 10,3 Mrd. USD umgesetzt – einmalig für das erste durchgehende Jahr eines neuen Medikaments auf dem Markt. Und Harvoni – eine Kombination aus Sovaldi und Ledipasvir – hat schon in seinem ersten Quartal auf dem Markt 2,1 Mrd. USD eingefahren. Diese neue Präsenz auf dem Hepatitis-C-Markt hat dafür gesorgt, dass Gilead seinen Umsatz 2014 verdoppeln und den Gewinn je Aktie vervierfachen konnte.

Die Transaktion war also alles andere als überteuert.

Und obwohl man natürlich nicht immer solche Glücksgriffe wie mit Pharmasset und Triangle Pharmaceuticals landen kann, haben sich selbst kleinere Stiche wie die Übernahme von CV Therapeutics 2009 für Gilead ausgezahlt. Als Gilead CV Therapeutics für 1,4 Mrd. USD übernommen hat, haben einige Analysten – ach, wie kommt uns das bekannt vor – behauptet, dass der Preis zu hoch sei. Aber Ranexa , das wichtigste Medikament, das aus dieser Übernahme hervorging, ein Medikament zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Problemen, hat in den rund sechs Jahren seit der Übernahme über 2 Mrd. USD in die Kassen gespült. Letztes Quartal waren es 117 Mio. USD. Beim besten Willen kein schlechter Deal, auch wenn Gilead damit nicht die gleiche rasche Kapitalrendite erzielt hat, wie es bei Emtricitabine and Sovaldi der Fall war.

Aber wie sieht die Zukunft aus?

Gilead verfügt über etwa 14,5 Mrd. USD an liquiden Mitteln. Ich glaube, dass das Management diese Summe für eine weitere transformative Übernahme einsetzten wird – eine Transaktion, die eine bereits beeindruckende Pipeline noch weiter nach vorne bringen wird. Es gibt einige Hinweise auf das, was Gilead im Auge haben könnte. Folgendes sagte COO John Milligan bei der Goldman Sachs Healthcare Conference im Juni (Zitat mit freundlicher Genehmigung von S&P Capital IQ):

Sowohl für Krebs als auch Entzündungskrankheiten haben wir noch kein „Durchbruchmolekül“, so etwas, wie wir mit unserem Viread für unser HIV-Programm haben, welches von TAF als Eckpfeiler oder Sovaldi für die Verwendung bei HCV ersetzt wird. Noch haben wir das nicht, also sind wir immer noch auf der Suche danach. Und diese Dinge kommen gewissermaßen aus einer Pipeline hervor, wie ich zuvor erwähnt habe, oder sie entwickeln sich aus einer Übernahme – Zweiteres haben wir bereits gesehen.

Und Gilead hat sich jüngst besonders auf die Entwicklung von Krebs-Behandlungsmöglichkeiten konzentriert, wie eine neuste behördliche Zulassung von Zydelig zur Behandlung einiger Blutkrebsformen und Gileads Verständigung mit Ono Pharmaceuticals im Februar über die Zusammenarbeit bei B-Zell-Lymphomen zeigen.

Das sind also Anzeichen, auf die man Acht geben sollte. Aber Gileads CEO John Martin ist es schon immer gelungen, zu überraschen – und deshalb kann ich mich als Gilead-Aktionär sorglos zurücklehnen, geduldig abwarten und mich über Dividenden, Aktienrückkäufe, massive Wachstumszahlen und eine günstige Bewertung freuen, während das Management entscheidet, welcher nächster transformativer Schritt gegangen wird.

 

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The Motley Fool empfiehlt Gilead Sciences. The Motley Fool hält Aktien von Gilead Sciences.

Dieser Artikel wurde von Michael Douglass auf Englisch verfasst und am 30.06.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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