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BMW Aktie: Eine gute Aktie, sogar für Aktien-Anfänger

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Als wir die einmonatige Serie Aktien für Anfänger Anfang Juni begonnen hatten, haben wir versprochen, dass wir auch ein paar Investitionsideen für Anfänger verraten würden.

Gestern haben wir über die kostengünstige, nicht aufwendige und weit diversifizierte Anlageform gesprochen, die Indexfonds für Anfänger bieten.

Heute wenden wir uns einem Einzelunternehmen zu: die Bayerischen Motoren Werke (ETR:BMW) (FRA:BMW) oder einfach BMW.

Ein Wort der Warnung, bevor wir durchstarten. Dies ist keine formale Empfehlung. Stattdessen ist dies nur meine persönliche Meinung, warum ich glaube, dass BMW eine Aktie ist, die ein guter Ausgangspunkt für Anfänger ist, die in Einzelaktien investieren wollen.

Warum kaufen? Warum nicht kaufen?

BMW ist ein Unternehmen, welches nicht erst groß vorgestellt werden muss, nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt.

Der Markenspezialist Interbrand sah 2014 BMW als die elftwertvollste Marke auf der Welt an. Sie lag damit vor globalen Riesen wie Intel oder Disney. Die starke Kernmarke wird ergänzt durch Luxusmarken wie Rolls-Royce und der schnell wachsenden Marke Mini.

Mit einer gegenwärtigen Marktkapitalisierung von 63 Milliarden Euro (22.06.2015) gehört BMW zu den größten Unternehmen der Welt. Obwohl es nicht der größte Automobilhersteller auf der Welt ist – neben anderen übertreffen Daimler (ETR:DAI) (FRA:DAI) und Volkswagen (ETR:VOW) (FRA:VOW) das Unternehmen hier – sorgen die operativen Margen (Anteil jedes eingenommenen Euros, der als Gewinn verbleibt), dass das Unternehmen an der Spitze der Rentabilität steht.

Wenn wir über BMW als Aktie für Anfänger sprechen, dann ist es natürlich sinnvoll, sie auf die Dinge zu prüfen, über die wir in dieser Serie gesprochen haben.

Ist es ein großartiges Unternehmen?

Am 18.06. gab es den Artikel „Die 3 Merkmale einer großartigen Aktie“. Wie steht BMW hinsichtlich dieser drei Punkte da?

Zuerst wurde der Wettbewerbsvorteil angesprochen. Wir haben bereits erwähnt, dass BMW ein Muster eines deutschen Unternehmens mit einem starken Wettbewerbsvorteil ist. Daher werde ich auf diesen Punkt nicht weiter eingehen. Ich denke aber, dass BMW sogar viele Wettbewerbsvorteile hat, die seine weltweit bekannte Marke, sein Ingenieurswissen, das globale Produktionsnetzwerk sowie die finanzielle Stärke umfassen.

Als Nächstes haben wie die Wichtigkeit des free Cashflows und seiner Verwendung angesprochen. Dies ist ein Bereich, wo BMW für neue Investoren etwas kompliziert wird. Das Unternehmen hat eine Finanzabteilung, die Kredite an Kunden vergibt, die BMWs kaufen. Durch diese Abteilung sieht der Cashflow niedriger aus, als er in Wirklichkeit ist. Für mich sind jedoch zwei Dinge wichtig. Zuerst, dass BMW einen Cashflow generiert und zweitens, dass das Geld in zwei Schlüsselbereiche gesteckt wird: 1) Reinvestition in sein erfolgreiches Geschäft, um das Wachstum zu unterstützen und 2) Dividendenzahlungen an Investoren. Die durchschnittliche Dividende eines DAX-Unternehmens lag am 19.06. bei 2,7%. Die von BMW lag bei 3%.

Zuletzt haben wir betont, dass Investoren noch nach einem starken, vertrauenswürdigen Managementteam schauen sollen. Investoren haben bei BMW leider Dr. Norbert Reithofer als Geschäftsführer verloren. Er ist nun der Vorstandsvorsitzende. Reithofer war ein Ingenieur durch und durch und seit 1987 bei BMW.

Reithofer wird jedoch durch Harald Krüger ersetzt. Dieser ist ebenfalls ein Ingenieur, der 1992 zu BMW gekommen ist und dort in vielen Sparten gearbeitet hat. Diese reichen von der Produktgestaltung in den USA über die strategische Planung in München bis zur Motorfertigung in Großbritannien. Mit anderen Worten, ich denke, das Unternehmen ist immer noch in sehr guten Händen.

Wo liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis?

Wir haben also ein gutes Unternehmen. Ist die Aktie jedoch ein guter Wert? Am 10.06. habe ich die Wichtigkeit des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) besprochen, und wie es Investoren dabei helfen kann, zu erkennen, ob eine Aktie ein Schnäppchen ist oder nicht.

Bei dieser Kennzahl steht BMW auch gut da. Laut S&Ps Capital IQ-Daten lag das Median-KGV aller DAX-Unternehmen am 19.06. bei 23,2. BMWs KGV lag an dem gleichen Tag bei 10,9. Dies sieht also ziemlich billig aus.

Allerdings fällt BMW auch in die Kategorie der zyklischen Unternehmen, die ich ebenfalls in dem Artikel über das KGV erwähnt habe. Daher sollten wir nicht nur den Vergleich mit anderen DAX-Unternehmen anstellen, sondern auch mit anderen zyklischen Unternehmen aus der Automobilbranche. Bei 10,9 ist es teurer als Volkswagen, welches ein KGV von 9,1 hat, aber billiger als die Aktie von Daimler, welche bei 11,1 liegt.

Wenn wir den Blick etwas erweitern und auf die weltweite Liste der Automobilhersteller schauen – eine Gruppe von elf Unternehmen, die unter anderem BMW, Volkswagen, Daimler, Honda, General Motors und Nissan umfasst – sehen wir, dass das Median-KGV bei 11,3 liegt. Damit ist BMW etwas billiger.

Kurz und gut, der Vergleich des KGVs zeigt, dass wir ein sehr gutes Unternehmen vor uns haben, dessen Bewertung unter dem Durchschnitt liegt.

Zum Schluss

Letzte Woche haben wir einen Umfrageartikel veröffentlicht, in dem Bernd Schmid, Brian Richards und ich die hypothetische Frage erörtert haben, welche Kennzahl wir bevorzugen würden, wenn wir nur eine zur Verfügung hätten. Wir haben gewählt: Insider Ownership, Größe des potenziellen Marktes und die Eigenkapitalrendite.

Lass uns einen kurzen Blick auf diese drei Kennzahlen werfen:

  1. Insider Ownership: ~43%. Die Familie Quandt ist mit Abstand der größte Aktionär von BMW und verschafft BMW damit eine der größten Insider Ownerships der deutschen Unternehmen.
  2. Größe des potenziellen Marktes: Groß. Wir sprechen von dem globalen Premiumautomarkt. Der Wettbewerb ist hart, aber der Markt ist ziemlich groß.
  3. Eigenkapitalrendite: 16,1%. Zum Vergleich liegt diese für alle DAX-Unternehmen in den letzten zwölf Monaten bei 12,3%.

Das vielleicht Wichtigste in Sachen BMW als mögliche Aktie ist die Tatsache, dass das Unternehmen relativ leicht zu verstehen ist. Es hat eine sehr bekannte Marke und es stellt Produkte her, die uns vertraut sind und die wir intuitiv verstehen.

Nun leg los, nimm deinen Werkzeugkasten, den wir dir im Laufe dieser Serie gegeben haben, und öffne die Motorhaube von BMW und schau selbst nach!

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Matt besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW und General Motors.

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