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Aktien im Rückblick: Konjunkturdaten stützen den DAX

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Positive Konjunkturdaten und die weiterhin lockere Geldpolitik der US-Notenbank sorgten in dieser Woche bei den Anlegern für verhaltenen Optimismus. Der größte Störfaktor war wieder einmal die Griechenland-Krise. Der DAX fiel mehrfach unter 11.000 Punkte, konnte sich in den letzten zwei Handelstagen aber wieder deutlich oberhalb dieser Marke festsetzen.

Erfreuliches aus den USA

Die US Notenbank, die Federal Reserve, ließ am Mittwoch ihren Leitzins unverändert und äußerte sich wie gewohnt äußerst vage über den möglichen Zeitpunkt einer Erhöhung. Die Mehrheit der Marktteilnehmer schloss daraus, dass die Fed mit der Zinswende noch einige Zeit warten wird. Deshalb kam es an den US-Börsen zu Kursanstiegen, die sich auch auf die europäischen Börsen auswirkten.

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Für Optimismus sorgte am Donnerstag ein US-Konjunkturbarometer, das zehn wirtschaftliche Frühindikatoren (u. a. das Verbrauchervertrauen, die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Baugenehmigungen und die Neuaufträge in der Industrie) zusammenfasst: Der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren ist im Mai um 0,7 % gestiegen. Volkswirte hatten lediglich ein Plus von 0,4 Prozentpunkten erwartet.

Europa für Erwachsene

Die Verhandlung der Finanzminister der Euro-Gruppe über eine Lösung des Schuldenstreits mit Griechenland verlief am Donnerstagabend ergebnislos. Das Treffen, das als letzte Chance zur Einigung bezeichnet worden war, dauerte nicht einmal zwei Stunden, weil der griechische Kassenwart Gianis Varoufakis seinen Kollegen keine akzeptablen Reformvorschläge lieferte.

Allzu freundlich ist man wohl nicht miteinander umgegangen. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde sagte auf der anschließenden Pressekonferenz: „Das Drängendste ist, dass wir einen Dialog mit Erwachsenen im Raum wiederherstellen.“

Dazu wird es hoffentlich kommen: Mutti Merkel und die anderen Erziehungsberechtigten müssen am kommenden Montag bei einem kurzfristig anberaumten Gipfel der Staats- und Regierungschefs eine Lösung finden. Ob die griechischen Banken dann noch geöffnet sind, ist nicht sicher. Ihnen geht nämlich das Bargeld aus. Allein am Donnerstag zogen die Hellenen eine Milliarde Euro von ihren Konten ab.

Und was war an der Börse los?

Am Montag dominierte die Farbe Rot auf den Kurstafeln. Der DAX verlor 1,89 % und schloss unterhalb der 11.000er-Marke. Einziger Gewinner im deutschen Leitindex war die Aktie des Spezialchemiekonzerns Lanxess (ETR:LXS) (FRA: LXS), die wie in der Vorwoche von positiven Analysteneinschätzungen angeschoben wurde. Zu Verlierern der Griechenland-Krise zählte die Aktie der Commerzbank (ETR:CBK) (FRA:CBK), die mit einem Minus von 3 % ans andere Ende der DAX-Tabelle befördert wurde.

Im MDAX fielen die Papiere der Metro auf, die ein Minus von 4,66 % verbuchten. Zuvor war bekannt geworden, dass der Handelsriese seine Warenhauskette Kaufhof an den kanadischen Konzern Hudson’s Bay verkauft. Die Ankündigung einer Kapitalerhöhung bescherte der Deutschen Annington (FRA:ANN) (ETR:ANN) ein Minus von 5,66 %. Die Immobiliengesellschaft will mit dem frischen Geld die Süddeutsche Wohnen übernehmen.

Besitzer der Anteilscheine von Bayer (ETR:BAYN) (FRA:BAYN) und Fresenius (FRA:FRE) profitierten am Dienstag von der europaweiten Nachfrage nach Aktien aus der Medizinbranche. Ihre Papiere legten jeweils rund 2 % zu. Auch der Gesamtmarkt tendierte freundlich und reagierte damit auf Gewinne an den US-Börsen. Der DAX stieg um 0,54 %.

Das griechische Schuldendrama sorgte am Mittwoch wieder für fallende Kurse. Der DAX verlor 0,60 % und musste sich die 11.000er-Marke wieder von unten ansehen. Der beste DAX-Wert war Linde (ETR:LIN) mit einem Plus von knapp 2 %. Der Vorstand des Industriegase-Herstellers hatte zuvor angedeutet, dass nach einem eher behäbigen Start ins Jahr die Geschäfte zu Beginn des zweiten Quartals gut gelaufen seien.

Mit einem Kursgewinn von rund 4 % setzte sich die die Aktie von Südzucker (ETR:SZU) (FRA:SZU) an die Spitze des MDAX. Marktteilnehmer begründeten dies mit der Anhebung der Prognose für die Südzucker-Tochter CropEnergies wegen gestiegener Biosprit-Preise.

Positive Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten sorgten am Donnerstag für einen DAX-Anstieg von 1,11 %. Besonders gut lief es – wie bereits am Dienstag – bei Bayer (+ 2,28 %) und Fresenius (+ 2,69 %). Weniger Grund zur Freude hatten Aktionäre der Software-Schmiede SAP (ETR:SAP), deren Papiere wegen unbefriedigender Geschäftszahlen des Wettbewerbers Oracle 0,69 % verloren.

Am Freitagvormittag konnte der DAX seinen Aufwärtskurs zunächst fortsetzen. Besonders gefragt waren ThyssenKrupp (ETR:TKA) (FRA:TKA) und Continental (ETR:CON) (FRA:CON).

Wie geht es weiter?

Die Börsenentwicklung der kommenden Woche hängt sicher maßgeblich vom Ergebnis des Gipfels der Staats- und Regierungsschefs am Montag ab. Käme es zum Grexit, hätte dies sicher fatale Folgen für Griechenland und vielleicht auch für den Rest der EU. Allerdings gibt es Grund zur Hoffnung, denn alle Beteiligten wissen, was auf dem Spiel steht.

Wir wünschen den Lesern von Fool.de ein schönes Wochenende.

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Winfried Rauter besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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