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Die einzige sichere Sache beim Investieren

Cash könnte sich dieses Jahr für Investoren als sehr nützlich herausstellen, wenn Gesetzgeber in Washington D.C. die an sie gerichteten Erwartungen nicht erfüllen können. Foto: The Motley Fool

Historisch betrachtet ist das Investieren in Aktien eine der effektivsten Methoden, dein Geld langfristig wachsen zu lassen. So findet beispielsweise das Deutsche Aktieninstitut, dass der DAX in den Jahren 1983 bis 2013 insgesamt 1.200 % Gesamtertrag leistete bzw. 9 % pro Jahr.

Darum konzentrieren wir uns in dieser einmonatigen Serie darauf, dich fürs Investieren fit zu machen. Auf der ganzen Welt und auf lange Sicht haben Aktien alle anderen Anlageformen übertroffen.

Zwar dient Investieren dazu, deine Ersparnisse zu vergrößern, indem du die richtigen Aktien, Anleihen und Investmentfonds wählst, allerdings ist es auch wichtig, dass du die Gebühren, die du fürs Investieren zahlst, so gering wie möglich zu hältst. Obwohl es stimmt, dass der DAX gut lief, haben Investoren in den DAX wahrscheinlich keine 9% in dem Zeitraum verdient. Hier liest du, warum.

Rendite auf ein Investment vs. Rendite für den Anleger

Der erste Grund besteht ganz einfach darin, dass es sehr schwierig ist, Aktien zu kaufen und dann 30 Jahre lang unangetastet zu lassen, dabei nur dann und wann die Dividende einzulösen.

Durch alle Zeiten und Länder zeigt sich, dass die Gewohnheiten von Investoren immer wieder ihr eigener ärgster Feind waren: Gruppenverhalten, falsche Zuversicht, Voreingenommenheit, Spieler-Fehleinschätzungen und mehr.

Manche dieser Gewohnheiten sind uns allen angeboren – und damit auf eine Art und Weise eingeübt, dass es schwierig ist, sie bei uns selbst zu erkennen. Deswegen möchte ich mich heute dem zweiten Grund widmen, der einen Unterschied zwischen der Leistung eines Investments und der Anlegerleistung macht: Kosten.

Wie das schlimmste Übel beim Investieren das Beste zunichte macht

In den Siebzigern gründete Jack Bogle in den USA die Vanguard Group und war damit der Pionier für indexorientierte Anlagefonds.

Anstatt einen Anlagefonds-Manager permanent auf der Suche nach Aktien zu haben, die der Charakteristik eines Fonds gerecht werden (z.B. Small Caps, nur einheimische Firmen, nur Firmen aus einem Industriezweig), investierte Bogle mit seinem Index-Fonds in einen vorher ausgewählten Index – z.B. in den S&P 500 oder den DAX. Indem er den Aktienfonds-Manager aus der Gleichung herausstrich, konnte er für den Indexfonds eine vergleichsweise geringere Gebühr verlangen als für herkömmliche Aktienfonds.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Indexfonds bieten eine viel größere Vielseitigkeit bei geringeren Kosten. (Darüber hinaus haben Studien gezeigt, dass Fonds-Manager in der Regel nicht in der Lage sind, die Indizes großer Märkte zu schlagen.) Bei Fool.de schätzen wir den Index-Ansatz. Du findest ihn unter Schritt 7 unserer Ratgebers „13 Schritte zum besseren Investieren”.

Bogle war vom „Indexing” überzeugt, aber nicht weil er dachte, dass die Märkte perfekt effizient seien. In der Financial Times schrieb er: „Ob Märkte effizient oder nicht sind, spielt gar keine Rolle. Die „Kosten-Hypothese” ist alles, was erklärt werden muss: Bruttoertrag im Markt minus den Kosten, diesen Betrag zu erwirtschaften, ergibt die Nettorendite, die ein Investor am Ende erhält.”

Um es mal von einer anderen Seite zu beleuchten, widmen wir uns einem hypothetischen Beispiel: (Bitte beachte: Dieses Beispiel ist stark vereinfacht und dient nur der Erklärung.)

Sagen wir, du hättest 10.000 EUR, die du in einen Investmentfonds stecken möchtest. Nehmen wir an, dass dieser Fonds einen durchschnittlichen Kostensatz von 1,44 % hat – das sind die Kosten, die ein Halter zahlen muss. Laut Morningstar sind 1,44 % die durchschnittlichen Kosten, die man in Deutschland für Investmentfonds entrichtet.

Nehmen wir weiterhin an, dass du diesen Fonds 4 Jahre lang hältst, und dass er in den Jahren 1 und 4 sehr gut performt, in den Jahren 2 und 3 aber schwach ist (0 % und -2 % Ertrag).

Unser hypothetischer (und, noch einmal, stark vereinfachter) Fonds würde in etwa so aussehen:

Ausgangsbetrag Ertrag des Fonds Kosten des Fonds (Kostensatz) Wert am Jahresende vor Gebühren Gebühren insgesamt Wert am Jahresende nach Gebühren
Jahr 1 € 10.000,00 8 % 1,44 % € 10.800,00 € 155,52 € 10.644,48
Jahr 2 € 10.644,48 0 % 1,44 % € 10.644,48 € 153,28 € 10.491,20
Jahr 3 € 10.491,20 -2 % 1,44 % € 10.281,38 € 148,05 € 10.133,32
Jahr 4 € 10.133,32 5 % 1,44 % € 10.639,99 € 153,22 € 10.486,77

Bitte beachte: Diese sind hypothetische Berechnungen, die weder Steuern noch Umsatz berücksichtigen und nur der Anschauung dienen sollen.

Nach vier Jahren wären aus deinen 10.000 EUR am Ende 10.486,77 EUR geworden – ein Gewinn von 486,77 EUR.

Natürlich nimmt sich ein Aktienfonds seine Gebühren in guten wie in schlechten Jahren. In Jahr 1 scheint es gerechtfertigt, nahezu ein Viertel seines Gewinns abzugeben… aber es scheint geradezu unverschämt, dieselbe Gebühr für stagnierendes oder negatives Wachstum in den Jahren 2 und 3 zahlen zu müssen.

In unserer hypothetischen Illustration bezahlt ein Investor der Aktienfonds-Gesellschaft insgesamt 610,07 EUR – um am Ende 486,77 EUR Profit zu bekommen.

Bogle von Vanguard hat einen sehr guten Satz zum Thema Kosten. Alle Investoren täten gut daran, sich diese Worte zu merken: „Der Zauber des Zinseffekts auf Gewinn wird von der Last des Zinseffekts auf Kosten zerdrückt.”

Oder wie es der Finanzen-Professor John M.R. Chalmers aus Oregon ausdrückte: “Je höher die Gebühren, desto schlechter die Leistung. Das ist die einzig sichere Sache bei Investmentfonds“.

Die einzig sichere Sache…

Natürlich habe ich dieses hypothetische Beispiel lediglich zu Beweiszwecken erschaffen. Nicht alle Aktienfonds sind schlecht, und einige mit aktivem Management sind es sicher wert, dass man sich mit ihnen genauer beschäftigt. (Ich selber halte passive wie aktive Fonds).

Und selbstverständlich sollte man stets ein wachsames Auge auf den Kosten haben, nicht nur bei Aktienfonds. Das heißt:

  • Index- oder börsengehandelte Gelder, die für geringe Kosten bekannt sind
  • Fonds mit aktivem Management, die ohne Ausgabeaufschlag (niemals Ausgabeaufschläge) und geringem Kostenverhältnis angeboten werden
  • Günstige Maklerprovisionen mit angemessenen Kommissionen
  • Steuergünstige Investment-Produkten

Beim Investieren triffst du auf unzählige Variablen – und über die meisten hast du nahezu keine Kontrolle. Eine Variable aber, die direkt unter deiner Kontrolle steht, sind die Kosten.

Obwohl ich mich auf die Gebühren konzentriert habe, die mit Investmentfonds zusammenhängen – deren Gebühren sind in der Regel die schlimmsten – gilt das Gleiche für das Investieren in Einzelaktien. Je niedriger die Gebühren, desto besser. Wenn du dir einen Broker aussuchst, ist es wichtig, dass die Gebühren, die er fürs Kaufen oder Verkaufen verlangt, vernünftig sind. Es ist ebenfalls ein guter Grund, kein hyperaktiver Händler zu werden, da du bei jedem Klick auf „kaufen“ oder „verkaufen“ eine weitere Brokergebühr bezahlen musst.

Das klingt vielleicht offensichtlich und naheliegend, aber denk daran: Je geringer die Kosten, desto mehr Geld ist am Ende in deiner Tasche.

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Obwohl es in diesem Artikel nicht ausdrücklich erwähnt wird, hält Brian Richards zwei Investmentfonds von Vanguard und einen börsengehandelten Fonds von Vanguard. Dies ist ein überarbeiteter und aktualisierter Artikel.

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