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Fangen wir mit dem „wieso“ an: Aus welchen Gründen investierst du?

Foto: The Motley Fool

Nun, da du dich entschieden hast, uns auf unserer einmonatigen Reise in die Welt des Investierens zu begleiten (Das hast du doch, oder? Wenn du keine Ahnung hast, wovon ich rede, dann lies den Einführungsartikel von gestern), beginnen wir mit… klar, dem ersten Schritt.

Aber zuerst: Schritt 0

Bevor wir richtig anfangen mit Schritt 1, müssen wir einen kleinen Umweg machen, den wir Schritt 0 nennen. Schritt 0 befasst sich mit Schulden. In den USA, wo sich das Hauptquartier von The Motley Fool befindet, gibt es viele Leute, die durch hohe Schulden belastet sind. Meist sind dies Kreditkartenschulden. Hier in Deutschland ist dies zum Glück kein so großes Problem.

Es sollte aber trotzdem erwähnt werden: Wenn du hohe Schulden hast, egal ob durch Kreditkarten oder in Form von Konsumentenkrediten, dann ist Schritt 0 für dich gedacht. Bevor du dein Geld in Aktien investierst, solltest du deinen Schuldenstand reduzieren.

Nun zurück zu Schritt 1

Im ersten Schritt musst du dir die Frage beantworten, warum. Warum willst du investieren? Es gibt viele gute Gründe:

  • Ruhestand
  • Immobilien
  • Große Anschaffungen
  • Notfälle und unerwartete Ereignisse
  • Bildung

Ein Hauptunterscheidungspunkt zwischen Geld, was in den Aktienmarkt investiert werden kann und Geld, welches nicht investiert werden sollte, ist die Zeitspanne, die das Geld angelegt werden soll.

Zum kurzfristigen Spektrum zählt das Geld, das für Notfälle und unerwartete Ereignisse gedacht ist. Dieses Geld sollte definitiv nicht in Aktien investiert werden. Das Thema ist sogar groß genug, um morgen einen ganzen Tag damit zu verbringen, es zu beleuchten.

Am anderen Ende des Spektrums ist der Ruhestand. Viele von euch, die dies lesen, sind noch viele Jahre entfernt vom Rentenalter. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland liegt bei 81 Jahren. Also selbst für diejenigen, die schon fast im Ruhestand sind oder sich bereits mit 65 zur Ruhe gesetzt haben, müssen ihr Geld noch anlegen, um es für sich in den kommenden Jahren arbeiten zu lassen.

Dazwischen liegt alles andere. Was machen wir also damit? Nun, eine Daumenregel ist, dass Geld, welches du in den kommenden fünf Jahren benötigst, möglichst nicht in Aktien investiert werden sollte. Geld, welches erst nach fünf Jahren ausgegeben werden soll, kannst du gern für dich auf dem Aktienmarkt arbeiten lassen.

Aber warum fünf Jahre?

Die fünf Jahre sind keine Zauberei (tut mir leid Zauberkünstler!). Wenn wir uns die Geschichte anschauen, sehen wir, dass je länger du eine Aktie hältst, desto geringer ist das Risiko, dein Geld zu verlieren.

Ist das einleuchtend? Es gibt eine großartige Grafik, die dies viel deutlicher zeigt.

Das Deutsche Aktieninstitut hat ein großartiges Diagramm erstellt, welches das „DAX-Rendite-Dreieck“ genannt wird. Du kannst das Dokument hier finden. (Es kann hilfreich sein, es in einem neuen Fenster zu öffnen, um es parallel anschauen zu können.)

Die vertikale Achse ist das Jahr, in dem du den Index “gekauft” hast und die horizontale Achse ist das Jahr, in dem du verkauft hast. Der Punkt, wo sich beide Jahre kreuzen, zeigt den durchschnittlichen jährlichen Gewinn, den du in dieser Zeit erzielt hättest. Wenn du beispielsweise 1993 gekauft und 2006 verkauft hättest, dann läge deine Rendite im Durchschnitt bei 8,6 % pro Jahr. Wenn du 1981 gekauft und 2013 verkauft hättest, dann hättest du eine durchschnittliche jährliche Rendite von 10,2 %.

Und hier ist etwas, was das DIA getan hat, was ich für cool halte. Wenn du zu der oberen Spitze des Dreiecks gehst und dann nach links entlang der äußeren Linie bis zur linken Ecke, dann siehst du alle Einjahresgewinne des DAX zwischen 1964 und 2014. Die Farbcodierung zeigt, dass es eine große Mischung der Renditen in den Einjahresperioden gibt. 2014 gewann der Index 2,4 %, 2008 verlor er 40 % und 1997 legte er 47 % zu.

Sieht ziemlich verrückt aus, stimmt‘s?

Gehe nun ein bisschen nach unten zu der weißen Linie, die mit “5” am rechten Rand beschriftet ist. Hier kannst du die Renditen aller Fünfjahresperioden des DAX der letzten 50 Jahre sehen. Du kannst nun weiter zu der 10-Jahreslinie, der 20-Jahreslinie oder der 30- oder 35-Jahreslinie gehen.

Wenn du weiter nach unten gehst, wirst du feststellen, dass, je länger der Zeitraum wird, desto stabiler die Renditen werden. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass du in dieser Periode Geld verloren hast.

Wenn du an der 15-Jahreslinie angekommen bist, gibt es keinen einzigen Punkt, wo Investoren Geld verloren haben. (Nein, ich mache keine Witze – prüf es nach, wenn du willst.)

Finde dein “langfristiges Geld”

Wie bei allen Daumenregeln ist es nicht notwendig, dass du der “Fünfjahresregel” exakt folgst. Alles, was du beachten musst, ist, dass langfristiges Geld ideal fürs Investieren in Aktien ist. Kurzfristiges Geld hältst du besser vom Aktienmarkt fern.

Lass uns zum praktischen Üben ein kleines Quizz machen. Setze bei jedem Stichpunkt ein „gut für Aktien“ oder „kurzfristige Sicherheit“ ein:

  1. Das Geld, mit dem du morgen bei Kaisers Milch kaufst ist…
  2. Du hast gerade eine Tochter bekommen. Das Geld, das ihre Universitätsausbildung in London finanzieren soll ist…
  3. Das Geld, was du für eine Reise nach Thailand im kommenden Jahr zurückgelegt hast ist…
  4. Du bist 36 Jahre alt – Deine Ruhestandsersparnisse sind…
  5. Du hoffst, in zehn Jahren ein Haus zu kaufen…

(Antworten: kurzfristige Sicherheit, gut für Aktien!, kurzfristige Sicherheit, gut für Aktien!, gut für Aktien!)

Siehst du, wie leicht es war? Du hast langsam den Dreh raus!

Das soll es für heute gewesen sein. Aber wir werden uns morgen wiedersehen, wenn wir die Ersparnisse für Notfälle und unerwartete Ereignisse anschauen und wie viel du davon brauchst.

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