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3 Lektionen, die der reichste Mann der Welt von Warren Buffett gelernt hat

Foto: The Motley Fool

Der reichste Mann der Welt, Bill Gates, ist seit über 20 Jahren mit Warren Buffett befreundet. Er hat in dieser Zeit viel von Warren Buffett gelernt und hat vor kurzem drei Erkenntnisse verraten, die er über die Jahre von ihm aufgeschnappt hat.

1. Investieren ist mehr als nur das Jonglieren mit Zahlen

Bill Gates war nicht sehr daran interessiert, was Warren Buffett tat, bevor er ihn getroffen hat. Gates sagte, dass er vermutete, dass Buffett „nur einige verschiedene Marktindikatoren wie das Volumen oder Kursveränderungen verwendete, um seine Entscheidungen zu treffen.“ Er hatte nicht realisiert, dass Buffett ein komplettes Framework dafür entwickelt hat, wie er über die Geschäftswelt und das Investieren denkt.

Als sie sich 1991 das erste Mal trafen, bombardierte Buffett Gates mit Fragen zu Microsoft’s (NASDAQ:MSFT) (FRA:MSF) Wettbewerbsvorteilen und warum IBM (NYSE:IBM) (FRA:IBM) nicht das machen könne, was Microsoft tat. Gates lernte, dass Buffett Aktien nicht nur als ein Stück Papier betrachtet, sondern als ob er das ganze Unternehmen besitzt. Gates lernte ebenso, dass Buffett in erster Linie in Unternehmen mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen — die er „Moat“ nennt — investiert und die ein für ihn verständlichen Geschäftsmodell haben. Warren arbeitet ständig daran, sein Wissen – welches er seinen Kompetenzkreis nennt — zu erweitern und er glaubt, dass die wichtigste Fähigkeit eines Investors ist, dass er die Grenzen seines eigenen Kompetenzkreises kennt.

Es ist bemerkenswert, dass Buffett zu diesem Zeitpunkt 1991 immer noch kein Computer besaß.

Buffetts altmodische Gepflogenheiten und seine berühmten Zitate, er investiere nicht in Tech-Unternehmen weil er sie nicht verstehe, werden oft fehlinterpretiert.

Buffett hat sehr wohl alles verstanden, was Microsoft tat. Er konnte nur nicht vernünftig einschätzen, wie sich die Wettbewerbskräfte über die Zeit hinweg verändern würden und wie es Microsoft dabei ergehen würde. Buffett erklärte das in einigen Reden, die Carol Loomis in Fortune dokumentierte: „Der Schlüssel zum Investitions-Erfolg ist nicht die Bewertung der Auswirkungen einer Industrie auf die Gesellschaft oder wie schnell sie wachsen wird, sondern das Bestimmen des Wettbewerbsvorteils eines bestimmten Unternehmens und vor allem dessen Lebensdauer. Produkte oder Dienstleistungen die von breiten, nachhaltigen Burggräben („Moats“) umgeben sind, das sind diejenigen die Investoren am meisten belohnen.“

Buffett Verstand die damalige Wettbewerbsdynamik der Technologie-Industrie noch nicht, aber er hat dazugelernt. In den Jahren danach kaufte er mehrere Male ein Technologie-Unternehmen für sein Portfolio. Heute ist IBM eine der vier größten Positionen in Buffetts Portfolio.

2. Sei transparent und sag was du denkst

Die zweite Erkenntnis, die Gates von Buffett aufgeschnappt hat ist die, dass man kein Blatt vor den Mund nehmen darf. Gates stellte fest, dass Buffets Aktionärsbriefe und Interviews zum einen so beliebt sind, weil man so viel von ihnen lernen kann. Zum anderen sind sie aber auch beliebt, weil Buffett „keine Angst hat, sich für etwas einzusetzen, das gegen sein Eigeninteresse ist, wie zum Beispiel für die Reichensteuer.“

Für Aktionäre und Mitarbeiter bedeutet das, Investments durchzuhalten — egal ob das Unternehmen sind für die man arbeitet, oder Aktien die man besitzt — und Stellung zu beziehen, wenn das Unternehmen etwas tut mit dem man nicht einverstanden ist.

Aktivist-Investoren und normale Aktionäre bringen häufig Vorschläge auf die Agenda von Proxy-Statements, über die Aktionäre abstimmen können. Lies dir diese Vorschläge durch und stimme ab; dein Stimme zählt tatsächlich. Wie Fool Autor Selena Maranjian geschrieben hat: „Wenn ich Aktien von kontroversen Unternehmen besitze, kann ich meine Stimme dafür abgeben, dass sie ihr Verhalten ändern.“

Laut Broadridge Financial hatten bis Ende September 2014 Aktionäre von 123 Unternehmen gegen die Vergütungspläne ihrer Geschäftsführer gestimmt. Auch über alle möglichen anderen Themen wird abgestimmt. Hier nur ein paar Beispiele aus 2014:

  • Die Aktionäre von Cracker Barrel haben gegen den Vorschlag gestimmt, einen Aktivist-Investor in den Aufsichtsrat aufzunehmen und auch gegen eine Sonderdividende.
  • Die Aktionäre von Cliffs Natural Resources haben ebenfalls über den Aufsichtsrat abgestimmt. Sie haben einen Kandidaten aus der Liste eines Aktivist-Investors in den Aufsichtsrat hinein gewählt — und einen der Amtsinhaber heraus.

Manche Anleger gehen noch einen Schritt weiter und investieren nur in Firmen, die Gutes für alle Interessensgruppen tun. Motley Fool Analyst Alyce Lomax zum Beispiel berücksichtigt in ihrer Aktienanlyse auch Faktoren der gesellschaftlichen Verantwortung.

3. Zeit ist kostbarer als Geld

Wie Gates es ausdrückt: “Egal wie viel Geld dir zur Verfügung steht, du kannst nicht mehr Zeit kaufen. Ein Tag hat nur 24 Stunden für jeden von uns. Warren hat einen ausgeprägten Sinn dafür.“ Trotz der Tatsache, dass ihn zahllose Leute treffen wollen verbringt Warren Buffett die meiste Zeit damit, sich um das zu kümmern was für ihn und seine Investments wichtig ist. Er lässt sich nicht von Meetings oder anderen zeitintensiven Dingen ablenken, die keinen Mehrwert bringen. Für Investoren ist Buffetts Vorstellung des Kompetenzkreises hier ebenfalls relevant. Buffett verschwendet keine Zeit damit, zu versuchen Investments in Unternehmen oder Technologien zu finden, die er nicht verstehen kann. Warren lernt zwar kontinuierlich hinzu, aber er investiert nur in Unternehmen, deren Wettbewerbsvorteil — und wie dieser das Unternehmen vor den Attacken von Mitstreitern über die Zeit hinweg schützt — er verstehen kann. Ist es anders, kommt die Idee auf den „zu schwierig“ Stapel und Warren wendet sich der nächsten zu.

Wie Buffett sagte: “Der Unterschied zwischen erfolgreichen Leuten und wirklich erfolgreichen Leuten ist der, dass wirklich erfolgreiche Leute zu fast allem nein sagen.“ Als Investor verbringt Buffett die meiste Zeit damit, Geschäftsberichte zu lesen und jeden Tag etwas Neues zu lernen. Dieser intensive Fokus war schon immer ein Merkmal von Bill Gates bei Microsoft und bleibt eines seiner Merkmale jetzt bei der Gates Foundation.

Charlie Munger sagte einmal, dass das Geheimnis für Buffetts Erfolg darin liegt, dass er kontinuierlich dazu lernt und sich verbessert. Bei Bill Gates ist das offensichtlich ebenfalls der Fall.

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The Motley Fool besitzt Aktien von International Business Machines und Microsoft.

Dieser Artikel wurde von Dan Dzombak auf Englisch verfasst und wurde am 22.09.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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