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Microsoft holt sich einen wichtigen Mitstreiter ins Boot – wer kommt noch?

Quelle: The Motley Fool

Microsofts (NASDAQ:MSFT) (FRA:MSF) Liste an Partnern für das Windows Phone ist nicht besonders lang. Neu dazu kam unlängst LG. Der Tech-Gigant aus Südkorea hat sich neulich mit Verizon (NYSE:VZ) (FRA:BAC) (ETR:BAC) Wireless zusammengetan, um das LG Lancet zu launchen, LGs erstes Produkt, das auf Windows Phone 8.1 basiert.

LG Lancet. Quelle: Verizon Wireless.

Das Lancet ist ein Einsteigergerät mit 4.5-Zoll-Bildschirm und 856×480-Auflösung, einem Quad-Core 1,2-GHz-Prozessor, 8MP-Kamera und kleiner VGA-Frontkamera. Der Speicher beträgt 8GB, der via MicroSD bis auf 128GB aufgerüstet werden kann. Ohne Vertrag ist es schon für 120 USD zu haben. Verizon bietet das Telefon seinen Edge-Kunden für nur 5 USD monatlich bei 24 Monaten Laufzeit an.

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Im Jahr 2010 hat LG schon ein Windows Phone 7 herausgebracht, aber das Unternehmen hat sich die folgenden fünf Jahre auf Android spezialisiert. Bedeutet LGs Rückkehr etwa, dass noch mehr Android-Hersteller folgen könnten?

Warum LG zu Windows Phone zurück kehrte

Um zu verstehen, warum LG ein neues Windows Phone herausbringt, muss man den derzeitigen Zustand des Android-Markts verstehen.

In den letzten Jahren sind die Preise für Android-Smartphones dramatisch gesunken. Das lag an teils „schlüsselfertigen“ Chip-Designs von Qualcomm (NASDAQ:QCOM) (FRA:QCI) (ETR:QCI) und Intel (NASDAQ:INTC) (FRA:INL). Diese Designs sind quasi Grundlagen für neue Smartphones, und sie ermöglichen auch kleinen Herstellern binnen weniger Wochen den Einstieg in den Markt, selbst mit geringem Budget. Diese neuen Konkurrenten haben es etablierten Marken wie LG schwer gemacht, Marktanteile zu erwirtschaften.

Die Forscher von TrendForce erwarten, dass LG im Jahr 2015 einen Anteil von 6,1% des weltweiten Smartphonemarkts besetzen werden. Im Vergleich: Zwischen 2013 und 2014 sprang der Anteil von 4,3% auf 6% an. Im letzten Jahr war LG der viertgrößte Produzent von Smartphones, aber im Januar 2015 rutschte man auf den sechsten Platz ab – hinter Samsung (NASDAQOTH:SSNLF), Apple (NASDAQ:AAPL) (FRA:APC), Lenovo (NASDAQOTH:LNVGY) (ETR:LHL) (FRA:LHL1), Huawei und Xiaomi.

Deswegen ist es nur logisch für LG, dass man das Portfolio stärker fächert und auf Modelle abseits von Android setzt. Es ist wahr, dass Windows Phones lediglich 3% des gesamten Smartphone-Markts weltweit ausgemacht haben (Stand: Ende 2014), aber es ist eben doch das drittgrößte Betriebssystem nach Android und iOs.

Wie passt das in Microsofts Strategie für Mobile?

LGs Rückkehr mit einem preisgünstigen Windows Phone unterstützt Microsofts Strategie, mit der man günstigen Android-Geräte das Wasser abgraben will und zudem die Saat für den Launch von Windows 10 legen will.

Windows 10. Quelle: Microsoft.

Da Windows 10 wird als Upgrade allen Geräten mit Windows 8.1 kostenlos zur Verfügung gestellt. Und das gilt vom Lumia 435, das schon ab 70 USD zu haben ist, bis zum großen Lumia Icon. Für eine höhere Anzahl an Bestellungen hat Microsoft also Umsatz geopfert: Insgesamt stiegen die Bestellungen von Windows Phones 18% von Jahr zu Jahr, während der Umsatz 16% zurück ging.

Bevor man sich auf den Markt günstiger Smartphones gestürzt hat, waren HTC, Samsung, Huawei und Microsoft die einzigen Unternehmen, die Geräte mit Windows 8 rausgebracht haben. Aber nachdem man Windows den Herstellern umsonst zur Verfügung gestellt hat, konnten auch kleinere Hersteller aus neuen Märkten – darunter Gionee, JSR, Karbonn, ZTE, XOLO und Longcheer – sich dafür anmelden. Außerdem hat Lenovo verkündet, dass man im Sommer ein Windows Phone auf den Markt bringen würde.

Mit zwei Schritten will Microsoft also Google den Markt streitig machen. Erstens will man für Hersteller von Smartphones eine attraktive Sparte sein, wo sie dem hart umkämpften Android-Markt entgehen können. Und zweitens kopiert man Googles Strategie, indem man nicht ganz so vermögenden Herstellern ein kostenloses Betriebssystem zur Verfügung stellt. Dieser neue Ansatz könnte laut IDC den globalen Marktanteil von Windows Phones bis 2018 auf 5,6% anheben.

LGs Rückkehr wird die Welt nicht auf den Kopf stellen

Es ist sicherlich bemerkenswert, dass LG zu Windows Phone zurück kehrt. Es handelt sich bei den Koreanern um eine Premium-Marke, ähnlich Samsung und HTC. Und trotzdem wird das den Status Quo nicht auf dem Kopf stellen. LG, Samsung und HTC werden es sich wohl immer mal wieder erlauben, Windows Phones zu produzieren, aber der Großteil der Geräte wird wohl nach wie vor für Android hergestellt werden. Das letzte Windows Phone von Samsung war das ATIV SE vom letzten April, das dem Galaxy S4 nicht unähnlich war. Im letzten August gab es die One M8 Variante von HTC für Windows Phone. Ganz klar: diese großen Hersteller stecken nicht überaus viel Arbeit in ihre Modelle für Windows Phone – man nimmt eben bereits bestehende, beliebte Android-Modelle und spendiert ihnen ein anderes Betriebssystem.

HTCs One M8 (l.) und Samsungs ATIV SE (r). Quellen: Websiten der Unternehmen.

Das Forschungsinstitut AdDuplex hat herausgefunden, dass Microsofts Lumia immer noch 97% des gesamten Windows Phone Markts ausmacht. Das bedeutet natürlich, dass die großen Hersteller Samsung und HTC in diesem Markt noch gar nicht mitreden konnten. Und man darf wohl prophezeien, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass LG mit einem einzigen Gerät die herrschende Ordnung auf den Kopf stellen wird.

Aber wer weiß?

Es sind trotzdem erst einmal gute Neuigkeiten, dass LG, Samsung, HTC, Lenovo und andere bekannte Hersteller Windows Phones auf den Markt bringen. Andererseits müssen die ihre Modelle besser von den bereits existierenden Android-Modellen kenntlich machen, damit sie tatsächlich hervorstechen können. Sonst muss Microsoft wie schon bisher sich auf sich selber und auf kleine Hersteller aus neuen Märkten setzen, um den Marktanteil gegen iOs und Android zu verteidigen.

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The Motley Fool empfiehlt Apple, Intel und Verizon Communications. The Motley Fool besitzt Aktien von Apple und Qualcomm.

Dieser Artikel erschien am 19.5.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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