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Wie du dein Geld am besten in Öl investierst

Foto: Pixabay, tpsdave

In die Ölindustrie zu investieren bedeutet ungefähr so viel wie auf die Modenschauen in Mailand zu setzen – alle paar Jahre ändert sich der Trend. In einem Jahr können die Investoren gar nicht genug von Ölunternehmen bekommen, weil es so aussieht, als könnten die Ölströme bald völlig versiegen. Dann wiederum die Zeiten, in denen wir mehr Ölvorräte haben als vorstellbar, und die niedrigen Kosten des Rohstoffs machen aus den Unternehmen richtige Billigheimer.

Aber nur weil die gesamte Branche diese Ebbe-und-Flut-Tide mitmacht, muss das nicht auch bedeuten, dass Anleger den gesamten Industriesektor nicht auf der Rechnung haben sollten. Im Gegenteil: Wenn man zur Ebbe – um im Bild zu bleiben – auf ein starkes Unternehmen setzt, dann kann man sogar den S&P 500 ausstechen. Sehen wir doch einmal nach, worauf du achten solltest, wenn du in Öl investieren willst – und was du im Kopf behalten solltest, sobald du in der Branche als Aktionär aktiv bist.

Wer kann Kapital schaffen?

Im Öl-Business gibt es gehörige Unterschiede, viele Subunternehmen, die an den Mart angegliedert sind. Die Stellung eines Unternehmens auf dem Markt ändert radikal die Triebfedern und die Geschäftsaussichten. Es gilt, eine Raffinerie völlig unterschiedlich zu bewerten als einen Ölindustrie-Ausrüster und Dienstleister. Allerdings gibt es einen guten Indikator, der für alle Investments in diesem Bereich gilt: die Fähigkeit, Cash-Flow über den Ausgaben zu erzeugen – und zwar unabhängig von Baisse oder Boom.

Fast jeder Depp kann Geld reinholen, wenn der Preis für ein Barrel bei 150 USD liegt. Ganz anders aber sieht es aus, wenn der Preis bei 50 USD liegt: schafft es das Unternehmen, auch dann noch keine Schulden anzuhäufen oder Werte zu veräußern? Wenn du dir Unternehmen in der Ölbranche ansiehst, dann achte darauf, dass sie die nötigen finanziellen Reserven mitbringen, diszipliniert Cash ausgeben und bereits schon einmal in harten Zeiten Geld für Aktionäre reingeholt haben. Manche, auf die das alles zutrifft, kennst du bestimmt. Allerdings finden sich auch andere, weniger bekannte darunter. Hier sind vier Unternehmen, die es geschafft haben, immer wieder Umsatz und Gewinne zu generieren.

ExxonMobil (NYSE:XOM) (FRA:XONA) und Chevron (NYSE:CVX) (FRA:CHV) waren in den letzten Jahren nicht ganz so erfolgreich darin, Kapital zu erzeugen wie in den Jahren zuvor. Außerdem haben beide große Portfolios und Anlageprojekte im Repertoire, die sich letztlich als unproduktiv herausgestellt haben – zu einem Zeitpunkt waren sogar 40% von Chevrons Gesamtkapital in nicht-produzierende Güter gebunden. Allerdings sparen auch diese Unternehmen mittlerweile, haben neue Projekte, und die Vergangenheit der Unternehmen dürfte dafür sprechen, dass sie auch in der Zukunft viel Geld reinholen werden.

Schlumberger (NYSE:SLB) (FRA:SCL) hat sich einen imposanten Anteil am Markt gesichert, indem man sich darauf konzentriert hat, Öl- und Gasförderer mit Diensten wie seismischer Kartierung zu unterstützen. Das Unternehmen hat es auch geschafft, Konkurrenten aus dem Weg zu gehen, indem man international tätig ist, nicht bloß in Nordamerika.

Dem Ausrüster National Oilwell Varco (NYSE:NOV) (FRA:NO8) ist zu danken, dass die ganze Branche Aufwind erfährt: Indem man standardisierte Bestandteile für Bohranlagen und anderes Öl-Equipment herstellt, können Wartungs- und Reparaturzeiten verkürzt werden. Das wiederum hat dem Unternehmen eine große und loyale Kundschaft beschert, die ausschließlich auf die Produkte von National Oilwell Varco setzt.

Investitionen in Unternehmen, die ähnlich spezielle Ausprägungen haben können dafür sorgen, dass du auch langfristig viel Spaß an der Aktie hast.

Kümmer dich nicht um das Auf und Ab

Eine wichtige Sache beim langfristigen Investieren in Öl: Viel zu viele Investoren verfolgen zitternd den Preis von Öl selber. Wenn die Ölpreise fallen, verlassen viele Investoren den Ring, weil sie Angst vor dem kurzfristigen Effekt fallender Ölpreise auf die Aktien haben. Andererseits schickt die Kunde, dass die Ölvorräte knpp werden, unzählige neue Aktionäre ins Feld. Sicherlich werden die Einnahmen von den Ölpreisen mitbeeinflusst – aber das heißt noch lange nicht, dass du darauf hektisch reagieren solltest. Manchmal ist es eben am besten, wenn man sich auf das Auf und Ab einlässt, weil die erhöhte Nachfrage nach einem Unternehmen, das in der Lage ist Kapital zu erwirtschaften stärker ist als die kurzfristigen Auswirkungen des Ölpreises.

Hier ein kurzes Beispiel: Im Jahr 1996 war der Höchststand für ein Barrel Öl bei 30 USD (Preis an Inflation angepasst). In den beiden Jahren danach fiel der Durchschnittspreis für ein Barrel Öl, was einerseits an der Finanzkrise in Asien lag und andererseits an zu starker Förderung seitens der OPEC. Zu der Zeit würde ein Investment in eines der erwähnten Unternehmen – am oberen Ende des Warenlaufs – noch immer großartig aussehen, wenn man es mit dem S&P 500 vergleicht.

^SPXTR data by YCharts.

Ich will gar nicht sagen, dass es einfach wäre, dabei zu bleiben, oder dass ein solches Investment das richtige Vehikel für alle sei. Es benötigt schon ein bisschen Mut, seiner Investition beim Fallen zuzusehen, und das von Monat zu Monat, ohne etwas dagegen zu tun. Wer aber die nötige Kraft aufbringen kann und jenseits der Fluktationen im Ölpreis schauen kann, wer sich an der Tatsache stützt, dass die Welt auf absehbare Zeit mehr Öl und Gas benötigt, der könnte belohnt werden.

Foolishe Gedanken

Um erfolgreich in Öl zu investieren, muss man nicht das ganze Geflecht an globalem Marktgeschehen und Ölpreisen verstehen. Die Schwierigkeit liegt viel eher darin, dass du deine Aktien behältst, auch in den Momenten, in denen der Preis für ein Barrel Öl ins Bodenlose zu fallen scheint. Wenn du aber auf Unternehmen setzt, die es verstehen Kapital zu erzeugen anstatt es zu verbrennen, dann bist du langfristig gut aufgestellt. Viel besser als diejenigen, die versuchen anhand des Ölpreises rauszufinden, wann sich eine Investition lohnt.

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The Motley Fool empfiehlt Chevron und National Oilwell Varco. The Motley Fool besitzt Aktien von ExxonMobil und National Oilwell Varco. Dieser Artikel erschien am 10.5.2015 auf Fool.com. Er wurde von Alexander Langer übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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