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Apple und zwei weitere Tech-Aktien, die Milliardärsherzen erobern

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Wenn große Namen wie Warren Buffett, David Tepper und Carl Icahn sich dazu entscheiden, groß einzukaufen, dann wird das in der Regel genau analysiert. Und warum auch nicht? Immerhin haben Investoren dieser Größenordnung einst ihr Vermögen mit klugen Investitionen gemacht, langfristig geplant und alles gesetzt. Welche Aktien stehen also ganz oben auf der Liste von Milliardären? Apple (NASDAQ:AAPL) (FRA:APC), IBM (NYSE:IBM) (FRA:IBM) und Google (NASDAQ:GOOGL) (FRA:GGQ1) befinden sich natürlich darunter.

Sam Mattera (Apple):

Viele Milliardäre schätzen Apple. In den letzten Jahren befand sich die Aktie stets unter den am meisten gehaltenen Papieren in Fonds-Portfolios. David Tepper und David Einhorn sind dafür bekannt, dass sie große Anteile am iPhone-Produzenten halten, allerdings kommt keiner von ihnen an Carl Icahn heran. Der Hedgefonds-Manager besitzt Anteile in Höhe von etwa 6,6 Milliarden USD.

Icahn hatte erstmals seine Beteiligung an Apple im August 2013 auf Twitter kundgetan. Damals befand sich Apple in einer Baisse, und Icahn hat klargestellt, dass er für Veränderungen sorgen wollte. Und zwar nicht auf Betriebs- oder auf Managementebene (was Icahn normalerweise gerne tut), sondern bezüglich der Taktik, wie das Unternehmen sein Cash einsetzt. Icahn pochte darauf, dass man Aktienrückkäufe im großen Stil durchführte, ging dabei so weit, dass er einen Aktionärsvorschlag vorlegte, laut dem Apple mehr Geld in die Aktien fließen lassen sollte.

Es ist nicht überliefert, ob Apple auf Icahn gehört hat, aber das Unternehmen hat seitdem tatsächlich seine Ausschüttung erhöht. Erst neulich, Ende April, hat man das Programm für Aktienrückkäufe von 90 Milliarden USD auf 140 Milliarden USD erhöht. Mit den Rückkäufen ist auch der Wert der Aktie gestiegen, befindet sich mittlerweile in Rekordhöhe.

Icahn sitzt auf einem schönen Berg, aber es sieht nicht so aus, als wollte er in naher Zukunft verkaufen. Nachdem Apple neulich seine beeindruckenden Zahlen vorgelegt hat, meinte Icahn, dass das Unternehmen noch immer unterbewertet sei.

Sean Williams (IBM):

Wenn wir hier schon über Milliardäre und ihre Steckenpferde reden, dann fällt mir sofort Warren Buffett und sein Konglomerat Berkshire Hathaway (NYSE:BRK-A) (NYSE:BRK-B) (ETR:BRH) ein, die neulich groß IBM gekauft haben.

IBM hat seit dem Einstieg von Buffett im Jahr 2011 nicht unbedingt perfekt performt. Im Gegenteil: Während der Markt gestiegen ist, blieb IBM davon eher unbeeindruckt, legte die letzten zwei Jahre im Dow Jones Industrial Average die schlechteste Performance hin.

IBM fiel es nicht leicht, in der schnell sich ändernden Cloud-Technik mitzuhalten, läuft seit Jahren der Konkurrenz hinterher. Deswegen hat man das Server-Business über Bord geworfen, das weniger profitabel war, darüber hinaus noch die konkurrenzfähige Chip-Produktion, hat im großen Stil Arbeitsplätze outgesourct und damit Kosten eingespart, letztlich hat CEO Ginni Rometty das Unvorstellbare getan und sich vom EPS in Höhe von 20 USD bis 2015 verabschiedet.

Trotz dieser Probleme hat Buffett seine Anteile an IBM von 5,5% in 2011 auf 7,8% bzw. 77 Millionen Aktien bei der letzten Verkündung angehoben. Was kann er in dem Unternehmen sehen? Wie wäre es beispielsweise mit einem fast schon lachhaft riesigen Investoren-Ertrag? Seit dem Jahr 1994 hat IBM ungefähr 58% seiner emittierten Aktien zurück gekauft, was für Investoren einen schönen EPS-Anstieg bedeuten kann.

Darüber hinaus hat IBM aggressiv seine Dividende erhöht. Neulich hat man einen Anstieg von 18% auf 1,30 USD verkündet – wiederum ein Anstieg von 800% gegenüber dem, was man Investoren noch im Jahr 2001 pro Quartal ausgeschüttet hat. Die Ausschüttung von jetzt 3% liegt über dem Durchschnitt des S&P 500.

Das alles klingt so gut, dass Buffett sicherlich zufrieden ist – und nicht nur das. Denn ihm würde sicherlich auch IBMs Bemühungen in der Cloud gefallen. In den neulich verkündeten Resultaten fürs Q1 stieg dort der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 75%, liegt jetzt bei 3,8 Milliarden USD pro Jahr.

Da Buffett eine sehr lange Investitionsstrategie verfolgt und IBM 10-fach über den Einnahmen bewertet wird, könnte man hier einen vorsichtigen Blick riskieren – vor allem, wenn IBMs Cloud-Strategie erst einmal konkrete Form annimmt.

Tim Brugger (Google):

David Tepper ist zwar der Gründer der Asset-Management Firma Appaloosa Management, trotzdem noch lange nicht in den Gefilden eines Warren Buffett. Aber wer – außer vielleicht Bill Gates – ist das schon? Mit einem geschätzten Vermögen von 10,5 Milliarden USD ist Tepper aber durchaus eine Hausnummer. Darum ist Teppers Investition in Google durchaus bemerkenswert. Google ist mittlerweile die zweitgrößte Position in seinem 28 Aktien umfassenden Portfolio. Wie viele andere Langzeit-Investoren auch betrachtet Tepper Googles Bewertung als eine Chance – und damit hat er Recht. Investoren mit Bären-Stimmung mäkeln an Googles Problemen bei der Bepreisung von Cost-per-Click (CPC) herum, größeren Ausgaben sowie schwer verständlichen Ausflügen in Wolkenkuckucksheim-Projekte wie Glass und selbstfahrende Autos. Aber Google bietet mehr.

Auch wenn sich CFO Patrick Pichette nicht zu Näherem hat hinreißen lassen, sagte er doch beim Q1-Geschäftsbericht, dass YouTube rasant wächst und mehr und mehr am Wachstum teilhat. YouTube hat gerade erst die Spitze des Umsatz-Eisbergs erreicht und ist jetzt schon die größte Videoplattform weltweit.

Und die Probleme bei CPC? Denen kann Google sein beeindruckendes Wachstum bei bezahlten Klicks entgegensetzen. Allein im letzten Quartal konnte Google 25% im Bereich der bezahlten Klicks zulegen. Teilweise ist Googles Zulegen mit dem immer wachsenden Mobile-Markt zu erklären. Im letzten Monat wurden 50% der mobilen Internet-Verbindungen mit einem Gerät vorgenommen, auf dem Android installiert war. Im Jahr zuvor waren es noch 38%.

Letztlich sind Googles neue Wireless-Dienste und Fiber-Ideen in der Tat gute Investitionschancen. Kabelanbieter und traditionelle Anbieter von Wireless gelten als die mit am wenigsten geschätzten Unternehmen überhaupt, und Google bietet Kunden nun frische – und in vielerlei Hinsicht bessere – Alternativen. Es gibt also einige Gründe, warum Tepper auf Google setzt. Es kann nicht schaden, ihm dabei zu folgen.

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The Motley Fool empfiehlt Apple, Berkshire Hathaway, Google (A Aktien) und Google (C Aktien). The Motley Fool besitzt Aktien von Apple, Berkshire Hathaway, Google (A Aktien), Google (C Aktien) und International Business Machines. Dieser Artikel wurde am 10.5.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde von Alex Langer übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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