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Ist Teslas Autopilot BMW oder Mercedes wirklich einen Schritt voraus?

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Tesla Motors (NASDAQ:TSLA) (FRA:TL0) CEO Elon Musk hat im Herbst letzten Jahres für Aufruhr gesorgt, als er verkündete, dass bald eine „Autopilot“-Funktion in Teslas Model S-Limousine eingebaut werden würde. Teslas Autopilot beruht auf einer Technologie, die in einiger Zeit eine eingeschränkte Selbstfahr-Funktion des Fahrzeugs ermöglichen wird wird. Zurzeit rollen alle Tesla-Fahrzeuge mit der erforderlichen Hardware vom Band und der Elektroautohersteller wird die Autos dann allmählich mit Over-The-Air-Softwareupdates mit den neuen Funktionen ausstatten.

Musks Ankündigung hat bei den Anlegern Begeisterung ausgelöst: Es ist ein weiterer Beweis dafür, dass Tesla der technologisch fortgeschrittenste Automobilhersteller der Welt ist.

Der Knackpunkt ist jedoch folgender: Wenn man einen genauen Blick auf das wirft, wozu das Autopilot-System tatsächlich im Stande ist, wirkt es nicht mehr so fortgeschritten. Zu einem gewissen Grad versucht Tesla sogar nur, mit größeren Rivalen gleichzuziehen.

Aktuell hinkt Tesla hinter den Luxus-Autoherstellern her

Tesla gab bekannt, dass sein Autopilot Gebrauch von Kameras, Radar und Ultraschallsensoren, die bisher in allen seit letzten Herbst gebauten Model S-Fahrzeugen zum Standard gehören, machen wird, um „das Model S auf offener Straße und in dichtem Stop-and-Go-Verkehr automatisch zu manövrieren“.

Die meisten der Funktionen, die letztendlich den Autopiloten ausmachen werden, müssen erst noch eingeführt werden. Momentan verfügen Tesla-Fahrzeuge mit der Autopilot-Hardware über Abstandsregeltempomat, Warnsysteme für tote Winkel und Spurabweichung, aktive Gefahrenbremsung und ein System, das Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder erkennt und die Geschwindigkeit des Autos dementsprechend anpasst.

Keine dieser Funktion ist ausschließlich bei Tesla verfügbar, obwohl sich die Software-Implementierung dieser Funktionen von den Methoden anderer Konkurrenten unterscheidet. Viele neue Autos sind heutzutage mit einem Abstandsregeltempomat und ähnlichen Warnsystemen ausgestattet. Die Verkehrsschilderkennung hört sich zwar sehr bahnbrechend an, aber Mercedes Benz und BMW (ETR:BMW) (FRA:BMW) haben solche Systeme bereits im Jahre 2008 in europäische Fahrzeuge verbaut und einige weitere Rivalen haben seitdem nachgezogen.

Mit anderen Worten: Bisher ist der Autopilot rivalisierender Autohersteller Tesla voraus. Aber die Sache könnte bald deutlich spannender werden.

Musk hat viele Verbesserungen für den Autopiloten versprochen

Laut Musk soll Teslas Autopilot schließlich zu folgendem im Stande sein:

  • Freies Fahren ohne den Einsatz von Händen und Füßen. Musk sagte, dass Tesla-Fahrzeuge bald in der Lage sein werden, auf Autobahnen völlig selbstständig zu fahren. Teslas Autopilot wird das Fahrzeug in der Spur halten (mit der Möglichkeit zu lenken, um Kurskorrekturen vorzunehmen) und einen sicheren Abstand zum Vordermann halten. Noch einmal: Die grundlegende Technologie hinter diesem System wird bereits seit einiger Zeit verwendet: Toyotas (NYSE:TM) (ETR:TOM) Spurhalte-Assistent und Abstandsregeltempomat setzen diese Technologie im Grunde genommen bereits um. Dabei ist es jedoch nicht vorgesehen, dass der Fahrer die Hände vom Steuer nimmt. Mercedes‘ Intelligent Drive System integrierte erstmalig diese Technologie, welches das Fahrzeug bei Stop-and-Go-Verkehr auf der Autobahn ohne das Eingreifen des Fahrers steuern kann. General Motors Cadillac und der Audi der Volkswagen-Gruppe werden nächstes Jahr mit Intelligent-Drive-ähnlichen Systemen ausgestattet.
  • Automatischer Spurwechsel. Setz deinen Blinker auf der Autobahn und dein Tesla wechselt selbständig und sicher die Spur für dich. Ganz ohne Eingreifen des Fahrers, verspricht Musk. BMW soll an ganz ähnlichen Systemen arbeiten, aber die Systeme von BWM und anderen Herstellern sind momentan nur Warnsysteme, die dem Fahrer signalisieren, wann es sicher ist, Spuren (manuell) zu wechseln. (Man sollte jedoch bemerken, dass sich Totoya-Ingenieure skeptisch darüber geäußert haben, ob Teslas Hardware ausgereift genug ist, um sicher ohne Eingreifen des Fahrers Spuren zu wechseln.)
  • Selbstpark-System. Dein Tesla wird in der Lage sein, sich die Umrisse deines Anwesens einzuprägen, sodass du einfach zur Tür vorfährst, aussteigst und der Tesla dann von alleine einparkt. Musk merkte an, dass Ford mit einem ähnlichem System arbeitet, welches das Fahrzeug ohne die Anwesenheit eines Fahrers einparkt. BWM hat ein ähnliches System für seine brandneue BMW 7er-Limousine, die für diesen Herbst erwartet wird, angekündigt, – BMWs System ist aber nur auf das Aus- und Einparken aus und in sehr enge Parklücken mit Hilfe einer Fernbedienung limitiert. Es scheint aber nicht in der Lage zu sein, die Garage von selbst ausfindig zu machen.
  • „Herbeirufen.“ Dabei handelt es sich um fast so etwas wie das umgekehrte Selbstpark-System – Musk sagte, dass Besitzer ihren Tesla mit dem Smartphone „herbeizurufen“ werden können. Das Auto wird dann (langsam, unter Verwendung der Ultraschallsensoren, um Hindernissen aus dem Weg zu gehen) den Besitzer abholen. Es kommt sogar noch besser: Musk versprach, dass das Auto wissen wird, wann du abgeholt werden möchtest, wenn du die Kalenderfunktion des Teslas aktivierst. Außerdem stellt er die Klima- und Stereoregelung und andere Funktionen entsprechend deiner Vorlieben ein.

Lange Rede, kurzer Sinn: Teslas Software-Inegnieure haben schon so einige Tricks aus dem Ärmel gezogen, über welche die großen Rivalen (noch) nicht verfügen. Angenommen Tesla schafft es wirklich, diese Funktionen bald auf den Markt zu bringen, dann wird das Unternehmen aus dem Silicon Valley in der Lage sein, einige einzigartige Funktionalitäten für sich zu behaupten. Teslas Hardware unterscheidet sich aber nicht deutlich von der Konkurrenz und Teslas Autopilot befindet sich weitestgehend auf dem Stand anderer führenden Luxus-Autohersteller. Tesla hat in dieser Hinsicht keinen riesigen Vorsprung.

 Der Autopilot ist cool, aber der Konkurrenz nicht weit voraus

Für Tesla ist dies kein Beinbruch, sondern lediglich eine Rückmeldung, dass die Konkurrenz nicht schläft. Während Ingenieure (und Rechtsabteilungen) der Konkurrenz eventuell etwas konservativer als Teslas gesinnt sind, ist die heutige Technologie auf dem Markt bereits weiter, als es scheinbar viele Tesla-Anleger vermuten. Jedoch gibt es keinen Zweifel daran – zumindest nicht bei einem Fool wie mir – dass Teslas Software-Komponenten zu den besten der Automobilindustrie zählen. Bis vor kurzem hatten die meisten der großen Autohersteller noch gar keine Software-Ingenieure. Stattdessen schrieben dort Elektroingenieure die Software, und das nicht besonders gut.

Das ändert sich aber nun rasant. Die großen Rivalen sind dabei, die Lücke zu Tesla zu schließen und einige Automobilhersteller haben bereits neue Büros im Silicon Valley eröffnet, um ihre Sofware-Engineering-Fähigkeiten anzukurbeln. Schafft es Tesla, auch weiterhin einen Schritt voraus zu bleiben? Wir werden es herausfinden.

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The Motley Fool empfiehlt BMW, Ford, General Motors und Tesla Motors. The Motley Fool hält Aktien von Ford und Tesla Motors. Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und am 25.04.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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