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1 Zahl zeigt, warum Aktionäre von Gilead Sciences jetzt wirklich begeistert sein sollten

Foto: Pixabay

Gilead Sciences (NASDAQ:GILD) (ETR:GIS) konnte dank der Markteinführung der Hepatitis-C-Blockbustermedikamente Sovaldi und Harvoni im Jahr 2014 spektakuläre Zahlen verlauten lassen. Diese Zahlen sind in der Tat so beeindruckend, dass ich direkt ein paar davon aufzähle:

  • der Umsatz stieg um 122 % auf 24,9 Mrd. USD,
  • die liquiden Mittel haben sich auf 11,7 Mrd. USD verdreifacht,
  • die Gewinnmargen haben sich um mehr als 20 % ausgedehnt.

Das sind Ergebnisse, die jeden vor Neid erblassen lassen – aber unter all den Gilead-Sciences-Zahlen gibt es eine, die besonders hervorsticht, wenn es darum geht zu zeigen, warum dieses Unternehmen dabei ist, für viele Jahre eine Hauptsäule in der Biotechnologie zu bleiben. Welche ist die wichtigste Zahl?

  • Eine beinahe Verdreifachung der Gewinne des Unternehmens!

Klare Vorzeichen

Bevor ich zu dem sensationellen Gewinnwachstum von Gilead Sciences weiter ins Detail gehe, frischen wir doch erst unser Hintergrundwissen zu diesem Unternehmen auf.

Der Erfolg von Gilead Sciences begründet sich in der marktführenden Position der HIV-Medikamente des Unternehmens. Das Unternehmen vertreibt fünf verschiedene HIV-Therapien, von denen jede dabei ist, über 1 Mrd. USD an Umsätzen in diesem Jahr einzufahren. Diese Medikamente sind u. a. Atripla, Truvada, Stribild, Complera und Viread. Verteilt auf diese marktführenden HIV-Behandlungen erzeugt das Unternehmen Umsätze von mehr als 10 Mrd. USD pro Jahr.

Eigentlich sollte der Erfolg des Unternehmens bei der Behandlung von HIV schon ausreichen, um Gilead Sciences einen Platz ganz oben zu bescheren, aber seine Position als Biotechnologie-Aktie der ersten Lage wurde durch den Aufstieg von Gilead Sciences zu einem dominanten Player im Bereich Hepatitis C noch gestärkt.

2012 gab Gilead Sciences mehr als 11 Mrd. USD aus, um Pharmasset aufzukaufen und sich damit das vielversprechende Hepatitis C-Medikament sofosbuvir von Pharmasset zu sichern.  Dann hat es zahllose weitere Dollar ausgegeben und sofosbuvir, später in Sovaldi umbenannt, durch späte klinische Studien einführte, in denen Sovaldi die Heilungsrate von Hepatitis C einkerbte, die die 90 %-Marke verfinsterten.

Als diese Ergebnisse im Dezember 2013 zu einer FDA-Zulassung geführt hatten, brachte Sovaldi einen Umsatz von über 10 Mrd. USD während seines ersten Jahres auf dem Markt ein. Dieser Erfolg war ein wichtiger Triumph für Gilead Sciences, aber das war noch nicht alles. Gilead Sciences machte noch einen weiteren wichtigen Gewinn im vergangen Oktober klar, als die FDA auch dem HCV- Medikament in der zweiten Generation, Harvoni, die Zulassung erteilte. Eine Heilungsquote im hohen 90-%-Bereich brachte Harvoni unmittelbaren Erfolg, der einen Umsatz von über 2 Mrd. USD allein im vierten Quartal bedeutete.

Verdreifachter Gewinn

Dank des andauernden Erfolgs seines HIV-Medikaments und dem fantastischen Umsatzanstieg seiner Hepatitis-C-Medikamente stellt sich der massive Umsatz von Gilead Sciences als Gewinnsegen für Anleger heraus.

Meistens verhält es sich so, dass steigendene Gewinne Margen stärken und Festkosten dagegen über einen größeren Betrag wirksam eingesetzt werden. Gilead Sciences stellt hier auch keine Ausnahme dar. Da das Unternehmen bereits mit Vertrieb, administrativer Untersützung und Produktionskapazitäten gut aufgestellt war, musste es für die Markteinführung seiner Hepatitis-C-Medikamente weit weniger ausgeben als wären dies seine ersten Produkte gewesen.

Der Nutzen, Fremdkapital zum Ausgleich aufzunehmen, wird vor allem deutlich im Vergleich der Vertriebsgemeinkosten mit dem Umsatz. Im Jahr 2014 führten die rasch steigenden Umsätze dazu, dass der Prozentsatz der Umsätze, der für die VGK ausgegeben wurde, von 13,9 % auf 11,1 % im vergangenen Jahr gesunken ist. Ein ganz ähnlicher Erfolg konnte auch bei den F&E-Ausgaben des Unternehmens gemessen werden. Obwohl die Ausgaben für zukünftige mögliche Medikamente auf mehrere hundert Millionen US-Dollar im vergangenen Jahr hochgetrieben wurden, stürzte der Prozentsatz der F&E-Ausgaben von 17,4 % auf 10,4%. Und dies führte – wie ich zu Beginn des Artikels bereits angemerkt hatte – zu einem Anstieg der operativen Marge des Unternehmens. Zusammen mit Aktienrückkäufen führte dieser Anstieg zu einem bereinigten Ergebnis von 8,09 USD pro Aktie – das waren sage und schreibe 297 % mehr als das Ergebnis aus 2013!

Warum ist das wichtig?

Laut dem amerikanischen Tufts Center for the Study of Drug Development kostet es 1,4 Mrd. USD einneues Medikament erfolgreich zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Deshalb jagen Biotechnologiefirmen ständig nach einer Finanzierungsmöglichkeit, um potentiell bahnbrechende Behandlungen weiterzubringen und auch, dass oftmals diese potentiellen Therapien aufgegeben werden, da es am Kleingeld fehlt. Aber dank der Steigerung der Erträge wird dieser Fall bei Gilead Sciences nicht eintreten.

Tatsächlich tritt die Verdreifachung des Gewinns von Gilead Sciences so viel liquide Mittel frei, dass das Unternehmen zusätzlich zur wettbewerbsabschreckenden Finanzierung von geplanten zukünftigen HIV- und Hepatitis-C-Medikamenten auch noch die Bemühungen in der Krebsforschung stützen kann.

Im vergangenen Sommer brachte Gilead Sciences sein Krebsmedikament Zydelig auf den Markt und das Unternehmen führt nun weitere Krebsstudien durch, die eines Tages das Unternehmen zu einen wichtigen Spieler in der Onkologie machen könnte.

Der verdreifachte Gewinn hat dem Unternehmen also so viel finanzielle Flexibilität verschafft, sodass es kürzlich beschlossen hat, Anleger mit einer quartalsweisen Dividendenausschüttung von 0,43 USD zu belohnen — eine ganz neue Sache, die es noch nie im Biotechnologiebereich gegeben hat.

Auch wenn für dieses Jahr das Gewinnwachstum bei Gilead Sciences weniger groß kalkuliert wird, werden die Anleger am Jahresende dennoch nicht enttäuscht sein. Unter Berücksichtigung der Gewinne aus dem vierten Quartal gehen Analysten an der Wall Street davon aus, dass der Ertrag pro Gilead Sciences Aktie dieses Jahr um 18,4 % auf 9,58 USD steigen wird. Das mag nun vielleicht nicht ganz so sensationell klingen als die Verdreifachung im letzten Jahr aber es ist immer noch verdammt gut.

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The Motley Fool empfiehlt Express Scripts und Gilead Sciences. The Motley Fool besitzt Aktien von Express Scripts und Gilead Sciences.

Dieser Artikel wurde von Todd Campbell auf Englisch verfasst und wurde am 14.02.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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