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Die bessere Dividendenaktie: AbbVie oder Gilead Sciences?

Foto: Pixabay, RyanMcGuire

Dividendenaktien sind ohne Frage eine mächtige Anlageform für Investoren, die langfristig investieren. Allerdings kann das dynamische Zusammenspiel zwischen Cashflow, M&A-Aktivitäten und Produktentwicklung die Wahl der richtigen Dividendenaktie für das Portfolio schwer machen.

Diese Probleme sind besonders in dem sich schnell entwickelnden Gesundheitssektor lästig. Dort werden Cashflows häufig in teure Zukäufe gesteckt oder in die Entwicklung neuer Medikamente.

AbbVie (NYSE:ABBV) (FRA:4AB) (ETR:4AB) und Gilead Sciences (NASDAQ:GILD) (FRA:GIS) (ETR:GIS) sind zwei Unternehmen aus dem Gesundheitssektor, die Dividenden ausschütten und vielleicht das Problem am besten zeigen. Beide Unternehmen haben umfangreich in ihre klinische Pipeline und in Zukäufe investiert, finden jedoch immer noch Wege, wie sie ihre Shareholder mit einer Dividende belohnen können.

Obwohl beide Unternehmen ihren Investoren in den letzten Jahren Erträge beschert haben, die den Markt übertrafen (siehe Diagramm unten), sind es fundamental unterschiedliche Dividendenaktien.

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Gilead begann erst vor Kurzem, eine Dividende zu zahlen. AbbVie hat sich das Abzeichen „Dividendenaristokrat“ erworben, weil es seine Dividende konstant gezahlt hat und sie beständig erhöhte. Die zwei Unternehmen bieten zudem deutlich unterschiedliche Renditen. Die Rendite von AbbVie liegt mit 3,5% doppelt so hoch wie die von Gilead mit 1,7%.

Da die vergangenen und gegenwärtigen Dividendenrenditen nicht viel über die zukünftige Entwicklung oder die Fähigkeit, eine Auszahlung vorzunehmen, aussagen, sollten wir uns anschauen, welche Aktie im Moment die besseren Aussichten hat.

AbbVie ist mitten in einer dramatischen Umstrukturierung

Nach der Ankündigung des 21 Milliarden USD umfassenden Kaufs von Pharmacyclics Anfang des Monats, um an das Blutkrebsmedikament Imbruvica zu gelangen, hat AbbVie begonnen, Umsatzmöglichkeiten, für die Zeit nach dem das Patent für Humira abgelaufen ist zu suchen. Das Problem jedoch ist, dass dieser Zukauf dazu führen wird, dass die Gewinne kurzfristig einbrechen, wenn der Vertrag irgendwann im zweiten Quartal geschlossen wird.

Quelle: Pharmacyclics

Quelle: Pharmacyclics

Je nachdem, wie das Management diese massive Ausgabe strukturieren wird, könnte es sein, dass AbbVie ab dem dritten Quartal dieses Jahres für die kommenden Quartale Nettoverluste ausweisen wird. Von dem Zukauf wird nicht vor 2017 erwartet, dass er zu den Einnahmen beiträgt. AbbVies Aktien werden daher wahrscheinlich bald unter einem deutlichen Abwärtsdruck stehen.

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf die Dividende richten, hat AbbVie nichts hinsichtlich einer Reduzierung erwähnt. Im Gegenteil, die quartalsweise Auszahlung wurde sogar um 17% auf 0,51 USD pro Aktie angehoben.

Leider könnte sich diese Rendite als nicht nachhaltig erweisen. Das Management des Unternehmens hat bereits angedeutet, dass ein weiterer kleiner Zukauf im Gange ist. Dies würde noch mehr Druck auf das Kreditrating ausüben. Um sein gegenwärtiges positives Rating durch Agenturen wie Moody‘s aufrechtzuerhalten und weiter wertvolle Zukäufe zu tätigen, könnte AbbVie gezwungen sein, weitere Schulden zu vermeiden, die durch Ausschüttungen verursacht werden.

Obwohl wir keine aussagekräftigen Zahlen von AbbVie seit dem Blockbuster-Vertrag mit Pharmacyclics gesehen haben, ist es schwer vorstellbar, wie der Medikamentenproduzent seine vergleichsweise hohen Renditen aufrechterhalten, ein mehrere Milliarden Dollar schweres Aktienrückkaufprogramm stemmen und gleichzeitig aggressiv an der M&A-Front sein will. An irgendeinem Punkt muss gespart werden, und es könnte, zumindest teilweise, die Dividende sein.

Gileads Cashflow ist ein schöner Anblick

Der Cashflow von Gilead ist seit der Markteinführung seines Hepatitis C Franchises (Harvoni und Sovaldi) letztes Jahr gestiegen, besonders im Vergleich zu den gegenwärtigen Quartalsergebnissen von AbbVie:

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Quelle: Gilead Sciences

Quelle: Gilead Sciences

Dieser bedeutende Aufwärtstrend hinsichtlich des verfügbaren Bargeldes veranlasste das Biotechunternehmen, eine Dividende von 0,43 USD pro Aktie auf vierteljährlicher Basis zu zahlen. Die Ausschüttungen sollen im zweiten Quartal dieses Jahres beginnen. Im gleichen Atemzug kündigte das Management an, ein 15 Mrd. USD großes Aktienrückkaufprogramm zu starten. Damit zeigt das Unternehmen Vertrauen in die eigene zukünftige Leistung.

Die Einschätzung des Managements scheint zu stimmen. Gemäß einer Schätzung der Verschreibungen durch IMS, ist Gileads Hepatitis C-Medikament auf dem besten Wege 2015 mehr als 12 Milliarden USD Umsatz zu generieren. Wenn sich dies bewahrheitet, könnte das rekordverdächtige Franchise dieses Jahr mehr als 15 Milliarden USD einnehmen. Damit wäre es ein weiteres Jahr, in dem die Erwartungen und die Gewinnvorhersagen übertroffen wurden.

Welche Dividendenaktie ist nun langfristig der bessere Kauf?

AbbVie überrascht die Börse gelegentlich und dieses Mal könnte sich dies erneut bewahrheiten. Gilead hat schlicht einen beeindruckenderen Cashflow und scheint nicht kurz vor einem großen Zukauf zu stehen. Im Ergebnis sieht Gilead wie eine deutlich bessere Option für Investoren aus, die eine stabile Rendite und starke Wachstumsaussichten auf lange Sicht suchen.

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The Motley Fool empfiehlt Gilead Sciences. The Motley Fool besitzt Aktien von Gilead Sciences.

Dieser Artikel wurde von George Budwel auf Englisch verfasst und am 23.03.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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