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Borussia Dortmund Aktie: Jetzt den BVB kaufen oder nicht?

Foto: Wikipedia, Radoslaw Zak

Hallo Fools, heute haben wir ein Kräftemessen! Und zwar: Sollten Anleger Borussia Dortmond (ETR:BVB) (FRA:BVB) jetzt kaufen? Oder sollten wir fernbleiben?

Bei The Motley Fool wissen wir, dass die Aktien eines Unternehmens nicht einfach „ein Kauf“ oder „ein Verkauf“ sind. Für jedes Unternehmen gibt es positive und negative Punkte. Als Anleger müssen wir beide Seiten kennen, um eine kluge Entscheidung zu treffen.

Also haben wir heute zwei Fool.de Analysten – Bernd Schmid und Alex Langer – die ihre gegensätzlichen Ansichten zu BVB teilen werden.

Bernd Schmid (BVB Bull)

Es gibt gute Gründe, nicht in einen Sportverein zu investieren, der immer zwischen sportlichem und wirtschaftlichem Erfolg balancieren muss. Allerdings hat die Vereinsführung des BVB in den letzten Jahren bewiesen, dass sie diese Herausforderung besonders gut meistern kann. Darüber hinaus gibt es für mich zwei Gründe, die für eine Investition in den Revierclub sprechen.

  1. Der Verein hat bewiesen, dass er nachhaltig denkt und handelt – insbesondere in den letzten Monaten während der verheerenden sportlichen Krise. Andere Vereine mit ähnlichen Ambitionen hätten schon längst ihren Trainer entlassen. Der BVB aber hielt an Jürgen Klopp fest – weil man genau wusste, dass er zwar Schwierigkeiten hatte, die Mannschaft aus dieser schwierigen Situation zu führen, es aber keinen Trainer auf der Welt gibt, der derzeit besser zum Verein passt und die Mannschaft mittelfristig mit hoher Gewissheit wieder auf höchstes sportliches Niveau bringen kann. Wie der ganze Verein, inklusive den Fans, in dieser enorm schwierigen Zeit hinter Trainer und Mannschaft stand, das war einmalig – ein solcher Zusammenhalt sucht seinesgleichen im Spitzensport. Diese Kultur des nachhaltigen Denkens und weitsichtigen Agierens sind hervorragende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Investition.
  2. Die niedrige Bewertung. Aktuell wird der Verein mit einer Marktkapitalisierung von unter 500 Millionen EUR gehandelt. Bei einem Eigenkapital von rund 284 Millionen EUR (stand 31. Dezember 2014, laut Halbjahresbericht von Borussia Dortmund) entspricht das zwar einem Kurs-zu-Buch-Verhältnis (KBV) von 1,7. Allerdings stehen Weltklassespieler wie Mats Hummels, Marco Reus und andere weit unter ihrem eigentlichen Marktwert in den Büchern. Laut Transfermarkt.de liegt der Gesamtmarktwert aller Spieler des BVB bei rund 318 Millionen EUR. In den Büchern stehen die Spieler unter den immateriellen Vermögenswerten – welche sich am 31. Dezember gerade einmal auf 102 Millionen Euro aufsummierten. Rechnest du die Differenz dazu, kommst du auf ein „faires KBV“ von 0,97. Du zahlst für die Aktie also weniger, als das dahinter steckende Vermögen wert ist – das zukünftige Gewinnpotential bekommst du also umsonst dazu. Gar kein so schlechtes Angebot, oder?

Alex Langer (BVB Bear)

Unter uns gesagt und auch nur von einem Fool zum anderen: Ich bin kein Freund von Risiko. Ich bin einer für die langfristige und sichere Nummer. Deswegen beäuge ich die BVB-Aktie mit einem ziemlich misstrauischen Blick. Denn wenn mir eine Aktie positiv auffällt, dann weil sie einerseits über einen längeren Zeitpunkt gut performt. Und andererseits – das ist vor allem entscheidend – weil das Produkt des Unternehmens das Zugpferd für die starke Performance ist.

Wenn du auch nur einen Hauch Interesse am Bundesliga-Fußball hast, dann weißt du, dass das Grundprodukt des BVB derzeit keine Glanzpunkte setzt.

Die Bundesliga-Mannschaft hat zwar in den letzten Wochen die katastrophale Vorrunde ein wenig vergessen lassen, aber wir sind lange davon entfernt, dass man die Signal Iduna Arena als Epizentrum für High-Fives ausmacht.

Beim Marktschluss am Freitag, den 6.3.2015 lag die Aktie bei 4,12 Euro, ein leichtes Hoch von 0,44 % gegenüber dem Vortag. Mit dem Betrag sind wir wieder auf dem Stand von Anfang Dezember 2014, als sich die Negativschlagzeilen zum BVB nur so zu überschlagen schienen. Und das ist natürlich besser als der Stand von 3,88 EUR kurz vor Weihnachten, als das Team im Keller der Bundesliga überwinterte und die Journalisten sich genüsslich über die Abstiegswahrscheinlichkeit des BVB ausließen.

Eines ist klar: Man muss dem Management ein Kompliment aussprechen. Dass man sich nicht beirren ließ und seriös weitermachte, zeugt von einer intelligenten und unaufgeregten Führung, die Mut machen sollte.

Das Problem: Die Wettbewerbsfähigkeit des Produkts auf dem Rasen ist massiv angegriffen. Es ist stark zu bezweifeln, dass der BVB am Ende der Saison in die Champions League einzieht. Damit würde eine große und wichtige Einnahmequelle fehlen. Diese Tatsache wird sich langfristig auf die Wettbewerbsfähigkeit negativ auswirken. Werden Spieler abgegeben werden, weil sie nicht mehr ins Budget passen? Werden günstigere Spieler Stars adäquat ersetzen können?

Kurz: Um ein konkurrenzfähiges Produkt bieten zu können, darf man es sich nicht erlauben, der CL fern zu bleiben. Werder Bremen musste das vor einigen Jahren am eigenen Leib erfahren – bis heute spielt das Team keine tragende Rolle mehr in der Liga.

Ich mache mir Sorgen, dass der Verein mit dieser einen miserablen Saison am Anfang einer Spirale ins Nichts steht.

Ich nehme an, dass die Aktie demnächst an Wert zulegt. Kurzfristig dürfte sich mit der Beruhigung an der sportlichen Front auch ein kurzzeitiger Wertzuwachs ergeben. Aber sei realistisch: Geh davon aus, dass du bei einem Kauf langfristig nicht allzu viel Spaß an der BVB-Aktie haben dürftest.

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Bernd, Alex und Matt besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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