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41 Dinge über das Investieren und das Leben

Foto: Pixabay, elementus

Dieser Artikel ist ein Auszug des Newsletters von The Motley Fool, “Bilanz Ziehen”. Hier kannst du dich kostenlos für unseren Newsletter anmelden.

Liebe Fools,

am 31. Januar konnte ich mein 10. Jubiläum bei The Motley Fool feiern.

Wie jedes Jahr an diesem Tag fand ich an meinem Schreibtisch einen Luftballon und ein Geschenk als Anerkennung für mein “Fooliversary” vor. (Lediglich einer von vielen Gründen, warum Fool in den letzten beiden Jahren bei Glassdoor.com als Arbeitsplatz Nummer eins bei allen mittelgroßen US-Firmen gerankt wird.)

Während dieser Zeit habe ich beinahe 700 Artikel selber verfasst oder an ihnen mitgearbeitet, darüber hinaus tausende Artikel für unsere amerikanische, kanadische und deutsche Seiten redigiert. Ich habe drei Nobelpreisträger interviewen dürfen. Ich habe von meinen Vorbildern Robert Shiller, Jack Bogle und Billy Beane (Baseball-Manager, der durch “Moneyball” international berühmt wurde) lernen und ihnen sogar die Hände schütteln können. Ich habe zu zwei Anlässen Präsident Barack Obama getroffen.

Um diesen Anlass angemessen zu begehen, möchte ich an dieser Stelle auflisten, was ich seit dem 31. Januar 2005 lernen durfte – bzw. welche Tatsachen mir noch bewusster geworden sind.

1. Die erste Frage sollte immer lauten: Bin ich ein Investor? Oder bin ich ein Spekulant?
Diese Frage ist John Bogles hervorragendem Buch Was wirklich zählt entnommen. Wenn du an dieser Stelle anfängst, werden alle weiteren Schritte viel klarer.

2. Etymologie ist erhellend.
Der Fool-Mitgründer David Gardner hat das einmal bemerkt und ich fand es wirklich faszinierend. Das Wort Investieren leitet sich direkt aus dem Lateinischen investire ab. Und das bedeutet wörtlich abdecken, kleiden, umhüllen – später wurde dann daraus „dem Kapital eine neue Form geben“.

3. Der Begriff „Penny-Stock-Anleger“ ist ein Widerspruch in sich
Um es mit meinem eigenen Artikel aus dem letzten Jahr zu sagen: “Wenn du ernsthaft darüber nachdenkst in Penny Stocks zu investieren, der dir im Internet hinterher geworfen wird, dann sei dir darüber im Klaren: Du stehst am Ende ganz schön dumm da.”

4. Zeit-Arbitrage ist der größte Vorteil des Kleinanlegers
Für Kleinanleger ist Zeit der einzige Vorteil. Meine Kollegen Jeremy Philips und Morgan Housel haben diese Tatsache rhetorisch anspruchsvoll dargestellt. Jeremy schreibt:

Wenn Arbitrage bedeutet in dem einen Markt zu kaufen und im anderen zu verkaufen, dann bedeutet Zeit-Arbitrage, dass man von Investoren mit einem anderen Zeit-Horizont kauft und zu den eigenen Bedingungen verkauft.

Morgan dazu:

Zeit-Arbitrage nutzt den Unterschied zwischen meinem und deinem Zeit-Horizont aus. Wenn du dir um die nächsten sechs Monate Sorgen machst, ich aber die nächsten sechs Jahre entspannt angehen kann, dann habe ich dir gegenüber einen klaren Vorteil. Vielleicht trennst du dich von deinen Aktien, um nicht noch einen weiteren Monat mit Verlusten zu erleiden – und ich kaufe sie dir gerne ab, um mich in Ruhe auf mein Up-Jahrzehnt zu konzentrieren.

5. Dazu gehört: Je länger du an Aktien festhältst, desto weniger riskant wird die Investition.
Aktien sind riskanter als andere Anlagekategorien. Aber je größer dein Zeithorizont, desto weniger riskant werden sie.

6. Fehler beim Investieren führen zu Erfolg beim Investieren.
Fehler stellen nicht die Ausnahme dar. Sie gehören mit dazu. Steck sie weg, lern davon, geh davon aus, dass sie passieren und mach weiter. Hier zwei Zitate, die dir vielleicht helfen: “Mehr als 20% von Einsteins Theorien weisen in irgendeiner Weise Fehler auf”, berichtet die New York Times. Und denk an das legendäre Wort von Peter Lynch: “Wer in der Geschäftswelt als erfolgreich gilt, der liegt 6 von 10 Mal richtig.”

7. Konzentriere dich beim Investieren auf Unternehmen.
Wir sagen gerne: “Kaufe Unternehmen, keine Kurse.” Ein Kurs bewegt sich zwischen 9:30 Uhr und 16:00 Uhr auf und ab. Ein Unternehmen nicht (im Idealfall). Wenn dein Zeithorizont in Jahren und Jahrzehnten messbar ist, dann sollte es dein Ziel sein, starke Unternehmen zu finden und ihnen dabei zuzuschauen, wie sie langsam und nachhaltig für ihre Kunden Wert schaffen.

8. Handeln bedeutet nicht Investieren.
Das haben die Professoren Brad Barber und Terrance Odean in ihrer berühmten Arbeit “Handeln gefährdet Ihren Wohlstand” aus dem Jahr 2000 nachgewiesen.

9. Die Zukunft lässt sich nur sehr, sehr schwer voraussagen.
Es gibt hunderte Beispiele von falschen Voraussagen von Finanz-Experten. Und das allein in den letzten 12 Monaten. Hier habe ich einige zusammengestellt.

10. Und selbst wenn die Voraussagen eintreffen, bedeutet das nicht immer einen Gewinn für dich.
Im Jahr 2007 lasen mein Kollege Tim Hanson und ich ein Buch mit dem Titel Die 100 besten Internet-Aktien. Die Besprechung ist nach wie vor einer meiner Lieblingsartikel. Dieses Buch hatte das schreckliche Schicksal, dass es im Frühjahr 2000 erschien: fast genau auf dem Höhepunkt der DotCom-Blase.

In der Einleitung prophezeite der Autor Greg Kyle, dass es im Jahr 2003 etwa 430 Millionen Internet-User geben würde, und dass Konsumenten im Jahr 2005 “150 Milliarden USD für Online-Einkäufe” ausgeben würden. Und Kyle lag weit daneben, war in seiner Einschätzung viel zu vorsichtig – wie wir hier näher beschrieben haben: “Im Jahr 2003 waren fast 600 Millionen online. 2005 gaben dann die Menschen fast 175 Milliarden USD online aus.”

Und trotzdem performten die 100 Aktien, die Kyle aufgelistet hat, ziemlich miserabel. Tim und ich haben uns die Zahlen angesehen und fanden heraus, dass die kumulierte Wertentwicklung bei -62% lag. Nur 13 der 100 legten tatsächlich an Wert zu. 18 der Unternehmen gingen Bankrott.

11. Dazu gehört auch: schnell wachsende Wirtschaften bedeuten nicht unbedingt auch schnell wachsende Aktien.
Das Wall Street Journal hat in einem Artikel aus dem letzten Jahr diese Theorie als Mythos entlarvt:

Professoren und Wissenschaftler bei MSCI Barra haben das Verhältnis der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes mit der Rendite am Aktienmarkt verglichen – und sie fanden keinerlei Korrelation. (Falls es überhaupt eine gibt, dann nur ganz schwach ausgeprägt – und die ist dann sogar negativ. Mit anderen Worten: Investoren hätten dann eventuell mehr an langsam wachsenden Wirtschaften als an schnell wachsenden verdient.)

12. Eine Erklärung dafür: Im Markt, wie auch im Leben, zählt die Performance. Aber nicht so viel wie Performance gegenüber der Erwartung.
“Wenn ein Buch einen Preis gewinnt, dann steigt seine Beliebtheit, gleichzeitig aber auch die Zahl negativer Besprechungen.” Das fand eine Studiengruppe heraus, wie das The University of Chicago Magazine herausfand. Einer der Hauptgründe dafür war, dass “ein verliehener Preis die Erwartungen an die Qualität des Buches steigen lässt, was viele Leser enttäuscht.”

Behalte das im Hinterkopf, wenn du das nächste Mal eine Überschrift im folgenden Tenor siehst: “Unternehmen XYZ gibt Gewinne und Umsatz bekannt, Aktien verlieren 5%”

13. Investieren ist eine ernste Angelegenheit. Betrachte das Geld, das du investieren kannst nicht so, als wären es Chips am Black-Jack-Tisch.
Um klügere Menschen zu Wort kommen zu lassen:

“Investieren ist dann am intelligentesten, wenn es am meisten wie Business geschieht.” – Ben Graham.

“Für die meisten Menschen ist das ‘Spiel am Aktienmarkt’ das größte Hindernis, aus dem sie kein Profit beim ‘Geschäft mit dem Investieren’ schlagen.” – Ron Muhlenkamp.

14. Trotzdem: Über Märkte mehr lernen und Investieren kann und sollte auch Spaß machen, aufregend und unterhaltsam sein.
Um es mit David Gardner zu sagen: “Investieren ist nicht anders als alle anderen Sachen im Leben. Brich es runter auf den einfachsten Nenner, lerne, beobachte, sei geduldig, wende gesunden Menschenverstand an und hab Spaß daran.”

15. Experten in den Medien wissen nicht unbedingt mehr als du.
Es ging uns immer darum, beim Investieren die Hemmschwelle zu nehmen, damit jeder – ob Einsteiger oder Profi – verstehen kann, worum es überhaupt geht. Leider sind wir in der Minderheit. Verstehe bitte, dass Leute, die Fachsprech nutzen oder Sachverhalte möglichst komplex darstellen, dies tun, weil sie selber gar nicht wissen, worüber sie reden.

Lies dir doch einmal diesen Blog-Eintrag von Henry Blodget durch: “14 inhaltsleere Phrasen, mit denen du wie ein Aktien-Experte klingst.”

Und befolge den wortgewandten Rat von George Orwell: “Vereinfache deine Sprache, so dass eine dumme Bemerkung gleich offensichtlich ist – sogar dir selber.”

16. Schreiben macht dich zu einem besseren Investor.
Ich schreibe gerne. Mir ist bewusst, dass es nicht jedem liegt, aber so viel ist klar: Mich hat Schreiben zu einem besseren Investoren gemacht. Es macht dich in der Öffentlichkeit verantwortlich. Außerdem bist du gezwungen, deinen Investment-Leitgedanken klar zu formulieren. Sollte dieser denn online und öffentlich gemacht werden (vor allem mit einer offenen Kommentarfunktion am Fuße der Seite), bist zu gezwungen, dir von Anfang an intensiv Gedanken zu machen.

Davon abgesehen sind einige der besten Investoren großartige Autoren. (Mehr dazu findest du weiter unten bei Nummer 37.)

17. Scheu dich nicht vor Widersprüchen.
Eines der bedeutendsten Werke der amerikanischen Literatur ist Walt Whitmans Leaves of Grass (Deutsch: Grashalme). Meine Lieblingszeilen aus dem Gedicht sind diese: “Widersprech ich mir selbst? / Nun gut, so widersprech ich mir selbst. / (Ich bin weiträumig, enthalte Vielheit.)”

Ich schätze sehr die klare Betrachtung – sogar den verhaltenen Jubel – dieser Zeilen. Sie bedeuten: schätze deine Gegensätze, feiere sie sogar.

Für mich persönlich bedeutet es Index-Fonds und individuell ausgesuchte Aktien. Außerdem, CNBC von früh bis spät ohne Schuldgefühle zu schauen und sich dabei gelichzeitig bewusst sein, dass CNBC oft zu schlechten Angewohnheiten führen kann.

18. Indexorientiertes Anlegen ist eine großartige Erfindung. Es funktioniert, weil Kosten wichtig sind, nicht, weil die Märkte effizient sind.
John Bogle erklärt in der Financial Times: „Es ist nicht relevant, ob die Märkte effizient sind oder nicht. Um indexorientiertes Anlegen zu erklären reicht es zu wissen, dass Kosten ein Faktor sind. Bruttorendite des gesamten Markts minus die Kosten, um diese Rendite zu erhalten – das ist der Nettogewinn, den Anleger letztlich erhalten.”

19. Noch einmal: Kosten zählen.
Finance-Professor John M. R. Chalmers von der University of Oregon diktiert Forbes: „Je höher die Gebühren, desto schlechter die Performance. Das ist die eine Sache, auf die man sich in Anlagefonds verlassen kann.

20. Die drei besten und weisen Worte beim Investieren.
Falls du mal bei einem Cocktail-Empfang nach einem heißen Anlagetipp gefragt wirst, denk an die drei besten Wörter beim Investieren: „Kauf einen Indexfonds.“

21. Die US-Finanzindustrie hat es vielleicht nicht leicht, aber dem US-Finanz-Endkonsumenten geht es nicht schlecht.
Ein Morningstar-Bericht aus dem Jahr 2013 besagt, dass der durchschnittliche Gesamtkostensatz eines US-Aktienfonds bei 0,82% liegt. In Kanada liegt der Durchschnitt bei 2,42% (wahrscheinlich weil Bogles Erfindung Kanada noch nicht ganz erreicht hat). In Deutschland liegt er bei 1,44%. (Dazu findest du hier mehr.)

Die Maklerprovisionen sind gering, Informationen über Finanz-Dinge sind weit verbreitet, von recht hoher Qualität, dazu oft gratis. Innovationen wie Robo-Advisor drücken den Gebührenkatalog – wovon am Ende Investoren profitieren. Hoffen wir, dass diese Innovationen auch in Deutschland Fuß fassen werden.

22. Intuition ist wichtiger als Können.
Warren Buffett sagte: „Erfolg beim Investieren hat nichts mit dem IQ zu tun. Was man braucht ist ein Temperament, das man unter Kontrolle hat, wenn andere beim Investieren in Schwierigkeiten geraten.”

23. Es gibt tatsächlich so etwas wie nonkonformistische Übereinkunft.
Autoren im Investment-Bereich formen oft eine Art „Übereinkunft der Querdenker”. Beispiel: “Niemand mag Aktie XYZ”, schreiben sie. Dann findest du auf Motley Fool CAPS oder GuruFocus das ganz genaue Gegenteil – hier schätzt man scheinbar die Aktie XYZ sehr. Ich habe gelernt, diese Herangehensweise zu ignorieren. Es ist ein bisschen so, als würde man sich beim VfL Wolfsburg permanent darüber beschweren, dass man sie noch immer nicht ernst nimmt, obwohl man dort sehr solide arbeitet und Erfolge vorweisen kann.

24. In der Masse steckt Wissen.
Zwei Tatsachen haben mir diesen Punkt ins Gedächtnis gezimmert: einerseits Motley Fool CAPS, eine Crowd-Plattform wo die Meinung der smarten Investoren über denen anderer gerankt wird. Andererseits Twitter, wo – obschon es einige Tendenzen zur Marktschreierei gibt – ein sehr intelligenter Austausch stattfinden kann.

25. Von nichts kommt nichts.
Mein Vater war davon überzeugt, dass man für die richtigen Aufgaben die richtigen Werkzeuge braucht. Seine Werte haben mich davon abgebracht, billige Aktien mit geringem Wert zu kaufen. Ich halte lieber ein gutes Unternehmen zu einem angemessenen Preis als ein schlechtes Unternehmen – egal, zu welchem Preis.

26. “Dividenden sind wie Ehe, Aktienrückkäufe wie ein anonymes Treffen im Motel”
Aktienrückkäufe passieren oft in fetten Zeiten. Firmen wollen ihre Dividenden nicht kürzen. Und das oben genannte markige Zitat vom NYU-Professor Aswath Damodaran erklärt dir auch wieso.

27. Selbsterkenntnis ist ein Schlüssel-Charaktermerkmal eines Leaders. Darüber hinaus auch das eines guten Investoren.
Du solltest deine Stärken und Schwächen kennen. Warren Buffett zum Beispiel vermeidet Tech-Aktien. Jason Zweig schreibt in seinem hervorragenden Buch Gier – Wie wir ticken, wenn es ums Geld geht, dass Buffett als einen Schlüssel zu seinem Erfolg erachtet, dass er sich im Klaren darüber ist was er nicht weiß.

28. Manchmal sind die Dinge ganz einfach. “Wenn du willst, dass man dir vertraut, sei vertrauenswürdig. Wenn du harte Arbeit verlangst, arbeite selber hart. Wenn du von deinen Kollegen Ebenbürtigkeit verlangst, sei ihnen selber ebenbürtig.”
Dieser kleine Schatz an Weisheit stammt ebenfalls aus John Bogles Was wirklich zählt.

29. Das wichtigste Kriterium für einen Wachstums-Investor: die Größe des potentiellen Markts.
Der gewichtigste Grund, aus dem Startups eingehen, ist, dass einfach kein Markt vorhanden ist. Das erklärt Marc Andreesen hier. Denk daran, falls du vorhast in Small Caps oder High Grower zu investieren.

30. Die Unternehmenskultur ist relevant. Und wie.
Peter Drucker ließ sich zu der Aussage hinreißen, dass aus Sicht eines Unternehmens betrachtet die allerbeste Strategie gegen die Unternehmenskultur nichts, aber auch rein gar nichts ausrichten könne.

Deswegen hat Fool-Mitgründer Tom Gardner das Thema “Unternehmenskultur” als sein Kriterium Nummer eins bezeichnet. “Die besten Investments aller Zeiten werden geschaffen von Visionären, denen es darum geht, allen Aktionären zu dienen.”

31. Ebenfalls wichtig: Leistung-Incentives.
Charlie Munger sagt: “Denke niemals an etwas anderes, wenn du mit deinen Gedanken bei Incentives sein müsstest.”

Wie wird wohl dein Fonds-Manager bezahlt? Nach Anzahl der Assets, die er beaufsichtigt? Oder nach Leistung? Wie wird dein Berater bezahlt? Wie dein Vorgesetzter? Diese Tatsache erklärt einiges, falls du dich gefragt hast, wieso die Welt so ist wie sie ist.

32. Betrachte dein eigenes Unternehmen und die in die du ganz nüchtern durch die Linse des Kapitalismus.
Was ist sein Zweck? Was bedeutet es für seine einzelnen Bestandteile? Im Jahr 2013 schrieben wir:

Professor Ed Freeman von der Darden School of Business der University of Virginia zufolge geht es bei jedem Geschäft darum, dass ‚Kunden, Zulieferer, Angestellte, Investoren, Gemeinden und Verantwortliche miteinander interagieren und Wertzuwachs schaffen.‘

Wir sind fest davon überzeugt, dass die erfolgreichsten Unternehmen jene sind, denen es gelingt, dass alle Beteiligten von diesem Wertzuwachs profitieren.

33. Wenn du Kandidaten für eine Position im Gespräch vor dir hast, dann frage sie nicht, wo sie sich in fünf Jahren sehen.
Diese Frage ist nämlich in der Regel Unsinn. Die Zukunft ist zu unsicher, die Technik ändert sich zu schnell, und das Leben verläuft dann doch nie so wie geplant.

34. Frag lieber das hier: „Erzählen Sie mir von einem Job, der nicht in Ihrem Lebenslauf steht.”
Die besten Ideen und Einsichten erhältst du oft bezüglich niedriger Dienste und Jobs, oder bezüglich jener, die unwichtig und irrelevant erscheinen. Ich habe viel über mich selbst erfahren, als ich zum Mindestlohn gearbeitet habe.

35. Sei bescheiden.
Bei The Motley Fool haben wir sechs Kern-Werte. (Du findest sie hier.) Fünf davon sind unverhandelbar, einer ist persönlich festzulegen. Ich habe mich für “Bescheidenheit” entschieden – denn Bescheidenheit sorgt dafür, dass du offen für alle Richtungen und Ideen bleibst.

Robert Shiller hat frühzeitig auf die beiden großen Blasen der vergangenen beiden Jahrzehnte (Aktien und Immobilien) hingewiesen. Im Jahr 2005, kurz bevor seine Prognose der Immobilienblase tatsächlich eintreffen sollte, gab er der New York Times ein Interview. Er sagte betreffend jeder seiner Prognosen: “Sicher bin ich nicht. Dafür bin ich zu bescheiden.”

Letztes Jahr hat man Shiller den Nobelpreis verliehen.

36. Ganz gleich was die Schlagzeilen sagen: Die Welt wird langsam sicherer.
Simon Kuper stellt es in der Financial Times sehr schön dar:

Der Unterschied zwischen bloßen Nachrichten und tatsächlich nachhaltigen Strömungen ist enorm bedeutend. Die ‘Annales’ der Franzosen haben uns gelehrt, Geschichte nicht bloß als ein Kommen und Gehen von Königen, Kriegen und Revolutionen zu betrachten – und damit als ‘Nachrichten’ –, sondern als langfristige historische Strukturen und Zeitläufte, als eben das, was der Historiker Fernand Braudel ‘Longue Durée’ bezeichnet.

37. Lies viel.
Eigentlich logisch, oder? Deswegen hier nur ein paar Lektüreempfehlungen:

  • Lies viel von Morgan Housel.
  • Sieh dich ausführlich auf Fool.de um und lies Bilanz Ziehen.
  • Beschäftige dich mit einigen ausgewählten Investoren bzw. Bücher über das Investieren: Peter Lynchs Der Börse einen Schritt voraus, Warren Buffetts Briefe an die Aktionäre, Philip Fishers Die Profi-Investment-Strategie.
  • Lies viel über Unternehmen. Um es mit David Gardner zu sagen: “Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben erst zwei oder drei Investment-Bücher gelesen. Macht mir auch keinen großen Spaß. Dafür lese ich viel über Unternehmen und denke auch viel über Unternehmen nach – denn da stecke ich immerhin mein Geld rein.”

38. Umgib dich mit klugen Menschen.
Ich hatte das große Glück, mit intelligenten und motivierten Kollegen zu arbeiten, die mich dazu gebracht haben, immer ein Stückchen mehr und weiter zu gehen.

39. Gewöhn dir eine “kann-ich-besser”-Mentalität an.
Bei Fool kommen Menschen zusammen, die keine Angst davor haben, auch mal eine anscheinend schlechte Idee zu haben. Denn selbst schlechte Ideen können Erfolg nach sich ziehen, als Ursprung für Zusammenarbeit und Optimierung dienen. Anstatt einen Vorschlag als sinnlos oder schlecht abzustempeln, überlege dir stattdessen, wie du ihn rund machen kannst, wie du ihn verbessern kannst. Entweder indem du eine bessere Idee vorschlägst oder den bestehenden Vorschlag bereicherst.

40. Sag “Danke”.
Eigentlich gesunder Menschenverstand. Kann aber im Eifer des Gefechts am Arbeitsplatz schon einmal untergehen. Doch wie nett ist es, wenn man für gute Arbeit ein “gut gemacht” hört? Wir haben hier ein interessantes System, nach dem Mitarbeiter “Gold-Belohnungen“ intern verteilen können – eine ausgeklügelte Methode, die für noch mehr Wohlwollen und Anerkennung sorgt.
(Und da ich schon dabei bin: Vielen Dank an Roger Friedman, dafür, dass er mich vor einem Jahrzehnt geholt hat.)

41. Sei stets bereit zu lernen.
Niemand sagte es besser als Charlie Munger: “Sobald du aufhörst zu lernen, wirst du von der ganzen Welt überholt.”
Ich hoffe, dass aus der schieren Anzahl an Links und Zitaten ersichtlich wird, dass ich im vergangenen Jahrzehnt viel von den Erfahrungen und Einsichten anderer lernen durfte. Und ich hoffe, dass es in den nächsten zehn Jahren noch einmal mehr wird.

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