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Ich habe ein Investitions-Problem

Foto: Flickr, Andrea Allen

Dieser Artikel ist ein Auszug des Newsletters von The Motley Fool, “Bilanz Ziehen”. Hier kannst du dich kostenlos für unseren Newsletter anmelden.

Ich muss etwas beichten: Ich habe ein Investitions-Problem. Und vielleicht kommt dir das bekannt vor.

Die letzten paar Monate waren sehr hektisch für mich. Meine Frau und ich mussten uns für unseren Umzug nach Berlin vorbereiten. Wir haben viel Zeit damit verbracht, unsere in der ganzen U.S.A. zerstreute Familie zu besuchen. Und natürlich gab es viel zu tun, um großartigen Investment-Inhalt auf Fool.de bereitzustellen. Und weil The Fool mich (dankbarerweise!) während dieser Zeit weiter bezahlte, hatte ich immer mehr Geld, das ich hätte investieren müssen. Nur hatte ich einfach nicht die Zeit dafür.

Inzwischen war der DAX…hmmm, lass es mich auf diese Weise sagen: Zwischen Mitte September und Mitte Oktober ist der DAX rund 12,5 % nach unten gerauscht. Und dann, urplötzlich, stürmte der DAX zurück. Und während ich diesen Brief schreibe, steht der DAX mittlerweile höher als Mitte September.

Jetzt bin ich am Grübeln: “Soll ich heute investieren? Der Markt ist merklich höher als vor einem Monat und er schwankte zwischendurch ziemlich. Vielleicht sollte ich warten”. Und damit bin ich betriebsblind.

Ich hätte vermutet, dass ich dieses Problem nach Jahren aktiven Investierens nicht haben würde. Und trotzdem, hier bin ich.

Etwas, um ins Gedächtnis zu rufen

Um diesem Problem zu bekämpfen, können wir uns ein paar Dinge vor Augen halten.

Erstens, es ist verlockend sich nur am DAX und anderen großen Aktienindizes zu orientieren. Wir wissen zum Beispiel, dass der DAX zwischen Dezember 2007 und März 2009 ziemlich gebeutelt wurde. In diesem Zeitraum — einem der schlechtesten in seiner Geschichte — verlor der Index über 50 %.

Aber er hat nicht alle Aktien in Deutschland mit sich gerissen. Die DAX Aktie K+S, das Biotech-Unternehmen Morphosys und der Brillengigant Fielmann AG waren unter den Aktien, die tatsächlich gestiegen sind. Und viele andere Aktien sind zwar gefallen, aber nicht so weit wie der DAX insgesamt.

Und noch einmal: Das war einer der entsetzlichsten Zeiträume für den DAX…aller Zeiten.

Also sollten wir beachten, dass das was mit dem DAX passiert, nicht unbedingt auf alle deutschen Aktien zutrifft. Wenn wir also erfolgreich in individuelle Aktien investieren möchten, dann geht es einfach darum, dass wir die besten Investitionsmöglichkeiten finden.

Zweitens, und vielleicht noch wichtiger, wir wissen sehr wahrscheinlich nicht, wohin sich die Wirtschaft morgen bewegen wird (ganz zu schweigen vom Aktienmarkt).

Ja, es gibt kluge Leute, die clever-klingende Dinge über die Wirtschaft sagen und viele werden dafür sehr gut bezahlt. Aber nur wenige davon halten ihre Trefferzahl fest, was die Richtigkeit ihrer Vorhersagen betrifft. Wenn sie das tun würden, dann würden wir sehen, dass diese Voraussagen zwar gut gemeint, sehr oft aber einfach falsch sind.

Die besten Anleger, die ich kenne, haben ihren Erfolg nicht in besseren Wirtschaftsvorhersagen gefunden, sondern darin, großartige Unternehmen zu kaufen und diese langfristig zu besitzen.

Was zu tun ist

Was sollen wir denn jetzt tun? Ganz einfach: Wunderbare Unternehmen finden und sie zu kaufen. Jetzt. Und morgen. Und sooft wir können.

Diese Lösung klingt sicher einfach. Und sie ist einfach. Aber es ist umso schwieriger, sie immer zu befolgen. Psychologie ist fast immer der herausragende Aspekt guten Investierens.

Also, anstatt unseren schädlichen Impulsen zu folgen sollten wir folgendes tun:

  1. Den Markt nicht timen. Damit meine ich echtes Market-Timing, aber auch das Nutzen von Wirtschaftsvorhersagen, um Investitionszeitpunkte zu bestimmen. Ich möchte dir nicht meine Defizite aufbürden, aber ich kann die Bewegungen der weltweiten Märkte nicht prophezeien. Und ich kenne auch niemanden, der sie so gut prophezeien kann, dass ich meine Investitionsentscheidungen von ihm abhängig machen würde. Also versuche ich gar nicht erst zu sagen “Jetzt ist eine gute Zeit zu investieren” oder “Jetzt ist eine schlechte Zeit zu investieren”.
  2. Immer Recherche betreiben. Wenn das Ziel ist, in großartige Unternehmen zu investieren, dann müssen wir großartige Unternehmen finden. Es kommt selten vor, dass ein gutes Investment auf uns zukommt und sagt “Hi, ich bin dein nächster großer Gewinner”. Es ist also unerlässlich, dass wir immer lesen, lernen und recherchieren. Und dann noch mehr davon. Glücklicherweise — zumindest wenn du mich fragst — macht das Recherchieren von und das Lernen über Unternehmen sehr viel Spaß.
  3. Die beste Zeit für das Investieren zu kennen. Habe ich nicht gerade gesagt, dass es keine beste Zeit für’s Investieren gibt? Hmmm, ja, das stimmt. Aber denk mal über folgendes nach. Vor Jahren wurde super-Anleger Sir John Templeton gefragt, wann die beste Zeit zu investieren wäre. Und was hat er erwidert? “Junge Dame, die beste Zeit zu investieren ist, wenn Sie Geld haben”. Ganz in Gegensatz zum Market-Timing sollten wir immer bereit sein zu investieren. Wie Mark Mobius von Franklin Templeton Investments im Juni 2013 Sir John wiedergab, “die richtige Zeit zu investieren kann jederzeit sein.”

Jetzt… lass uns investieren

Für erfahrenen Anleger klingt das alles vielleicht zu vereinfachend. Es stimmt, dass vieles kompliziert ist, wenn es ums Investieren geht. Das Untersuchen und Einschätzen von Unternehmen ist kompliziert. Das korrekte Aufstellen eines Portfolios kann auch kompliziert sein. Aber wann wir investieren sollen, das muss nicht so kompliziert sein.

Ich habe das für Fool.de geschrieben. Aber es ist auch für mich — wie ich oben gesagt habe, ich habe ein Investitions-Problem. Hoffentlich habe ich eine Lösung für mein Problem gefunden und im Prozess auch dir geholfen.

Und jetzt? Ich muss investieren gehen.

Was Warren Buffett weiß

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Matt Koppenheffer besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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