MENU

Die nächsten Blue Chip Aktien: Stratasys

Foto: Stratasys.

Stratasys (ETR:SCY) ist eines von zwei führenden Unternehmen auf dem Markt für 3D-Druck-Technologie. Zur Zeit teil sich das Unternehmen die Spitze auf diesem hochaktiven, verwerfungsreichen und schnellwachsenden Markt mit 3D Systems. Seit dem letzten Quartal ist Stratasys mit einem Marktwert von 6,1 Milliarden US-Dollar und einem jährlichen Umsatz von 610,1 Millionen US-Dollar der größte 3D-Drucker-Anbieter, gefolgt von 3D Systems, das mit 5,3 Milliarden Börsenwert und 589,8 Millionen Umsatz nur leicht zurückliegt.

Stratasys wurde 1989 gegründet, existiert also bereits seit 25 Jahren. Das Unternehmen bietet eine große Auswahl an 3D-Druckern für Konsumenten, Bildungseinrichtungen und kommerzielle und industrielle Unternehmen. Es bietet außerdem On-Demand 3D-Druck-Services für Konsumenten. Das Unternehmen ist in den USA und in Israel beheimatet, was daran liegt, dass sich Stratasys im Jahr 2012 mit der israelischen Firma Objet vereinigt hat. Außerdem machte Stratasys eine weitere wichtige Akquisition im Jahr 2013, als MakerBot gekauft wurde. MakerBot stellt 3D-Drucker her, die insbesondere in der Maker-Szene, also bei 3D-Druck-Hobbyisten und –Enthusiasten sehr beliebt ist. Aber auch die Ingenieure einiger großer Firmen benutzen MakerBots um Prototypen herzustellen. Seit Stratasys MakerBot gekauft hat, versucht das Unternehmen, stärker in Bildungseinrichtungen als weiteren Markt vorzudringen.

Und nun zu den Gründen, weshalb wir denken, dass die Aktie Blue Chip-Potential besitzen könnte und was dagegen spricht.

Was sind Blue Chip-Aktien?

Blue Chip-Aktien sind Aktien großer, etablierter und finanziell stabiler Unternehmen, die seit Jahren auf dem Markt sind. Häufig dominieren sie ihren Markt oder sie sind zumindest eines von wenigen Top-Unternehmen im Wettbewerb um Marktführerschaft in einem bestimmten Sektor. Blue Chip-Unternehmen haben hoch-qualitative, verlässliche Einnahmen, die wenig Volatilität aufweisen und aus denen regelmäßig eine Dividende gezahlt wird. Und weil sie bereits so lange existieren und weil sie schon sehr lange den Markt dominieren, sind Blue Chip-Unternehmen namhafte Unternehmen mit hoher Markenbekanntheit. Die Mitglieder der nationalen Aktienindizes (DAX, Dow Jones etc.) zählen häufig zu den blauesten der Blue Chips.

Was macht Stratasys zu einer potentiellen Blue Chip-Aktie?

Im Augenblick erfüllt Stratasys einige der inoffiziellen Kriterien, die mit Blue Chip-Aktien verbunden werden:

  • Stratasys ist das führende (oder, um akkurat zu sein, eines von zwei führenden) Unternehmen in seinem Markt.
  • Es ist finanziell solide, da es keine langfristigen Schulden hat und in den letzten 12 Monaten 24.7 Millionen US-Dollar freien Cashflow erwirtschaftet hat.

Auf der anderen Seite gibt es verschiedene Aspekte, bezüglich derer Stratasys noch zurückliegt:

  • Noch ist das Unternehmen zu unbekannt.
  • Die Einnahmen von Stratasys können noch nicht als stabil erachtet werden.
  • Stratasys zahlt noch keine Dividende.

Zum ersten Punkt ist anzumerken, dass Stratasys durchaus auf dem Weg ist, zur Marke zu werden. Noch vor wenigen Jahren war 3D-Druck eine recht unbekannte Technologie, die nur Technologie-Enthusiasten und sehr wenige Investoren auf dem Schirm hatten (wie zum Beispiel die Mitglieder der Motley Fool Rule Breakers unter Führung von Fool Mitbegründer David Gardner, deren Newsletter das Unternehmen bereits im Jahr 2008 zu empfehlen begann.) Nun wird 3D-Druck immer mehr zum Mainstream-Thema, unter anderem aufgrund der massiven Weiterentwicklung der Technologie innerhalb der letzten Jahre, die viele neue, innovative Anwendungen nach sich gezogen hat. Einige dieser Anwendungen haben ein hohes öffentliches Interesse auf sich gezogen, und die immer größere Anzahl von Bildungseinrichtungen, die einen 3D-Drucker besitzen, erhöht den Bekanntheitsgrad der Technik zusätzlich.

Im Angesicht der massiven Wachstumsdynamik der 3D-Drucktechnik sollte die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit noch weiter zunehmen. Und mit der Aufmerksamkeit wird auch das Wachstum weitergehen, da mehr und mehr Unternehmen und Konsumenten darüber nachdenken werden, einen 3D-Drucker zu kaufen. Die Analysten von Wohlers Associates, die bei vielen als die Experten auf dem Feld des 3D-Drucks gelten, berichten, dass die 3D-Druckindustrie 2013 um 34,9% gewachsen ist, was die höchste Wachstumsrate dieses Sektors in 17 Jahren darstellt. Wohlers erwartet, dass der Umsatz im 3D-Druck-Markt von 3,07 Milliarden US-Dollar im Jahr 2013 auf 21 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 wachsen wird. Das würde eine durchschnittliche Wachstumsrate von über 31% pro Jahr für die nächsten sechs Jahre bedeuten.

Der zweite und der dritte Punkt sind miteinander verflochten. Ein Unternehmen wird nicht beginnen, Dividenden zu zahlen, bis das Management nicht zu der Ansicht gelangt ist, dass die Einnahmen des Unternehmens stabil genug sind, um für die nahe Zukunft Sicherheit zu gewähren. Normalerweise zahlen Unternehmen keine Dividenden, wenn sie sich gerade in einer expansiven Phase hohen und teuren Wachstums befinden. Während Stratasys über die vielen Jahre der Existenz des Unternehmens hinweg profitabel war, wurde diese Profitabilität von der Vereinigung mit Objet negativ beeinträchtigt. Jedoch wird erwartet, dass Stratasys im Jahr 2014 nach den Grundsätzen der ordentlichen Buchführung (GoB, engl.: GAAP) wieder einen Gewinn machen wird.

Während Investoren wohl beruhigt davon ausgehen können, dass das Unternehmen in der Zukunft Gewinne abwerfen wird, können sie sich noch nicht auf stabile Gewinne verlassen. Auf die hohe Dynamik des Marktes reagierend verfolgt Stratasys eine aggressive Wachstumsstrategie. Dafür opfert das Unternehmen kurzfristige Gewinne (oder zumindest Teile davon) um Geld auszugeben, so dass das langfristige Wachstum gestärkt und so viel Marktanteile wie möglich gesichert werden können. Doch während das natürlich ein weiser Schachzug ist, bedeutet diese Strategie auch, dass die Gewinne von Stratasys schwer abzuschätzen sind. Außerdem wird das Unternehmen in der näheren Zukunft keine Dividende zahlen können.

Wird Stratasys eine der nächsten Blue Chip-Aktien sein?

Stratasys hat das Potential ein Blue Chip-Unternehmen zu werden, auch weil das Management des Unternehmens eine klare Strategie verfolgt und diese erfolgreich umsetzt. Und gerade das Management der Unternehmen wird immer wichtiger werden, da angesichts der attraktiven Wachstumsdynamik immer weitere neue Firmen auf den 3D-Drucker-Markt drängen werden.

Vom Blue Chip-Status ist Stratasys aber höchstwahrscheinlich noch einige Jahre entfernt. Die Ausgaben, die das Unternehmen gerade tätigt, um in der Zukunft weiter wachsen zu können, bedeuten, dass die Gewinne auf absehbare Zeit nicht stabil sein werden und dass das Unternehmen so schnell keine Dividende ausschütten wird.

Stratasys hat ein riesiges Potential, aber dieses Potential ist auch mit nicht zu vernachlässigenden Risiken verbunden. Die Aktie ist also vor allem etwas für diejenigen, die einen langfristigen Investitions-Horizont anstreben und auf dem Weg dorthin Rückschläge, wilde Preisausschläge in beide Richtungen und eventuell hohe zwischenzeitliche Verluste in Kauf zu nehmen bereit sind. Stratasys-Aktien sind im Augenblick keine gute Anlage für jene, die Stabilität suchen.

Gefällt dir der Artikel und möchtest du regelmäßig über Investmentthemen informiert werden? Dann registriere dich hier für den kostenlosen Email-Newsletter von The Motley Fool.

The Motley Fool empfiehlt 3D Systems und Stratasys. The Motley Fool besitzt Aktien von 3D Systems und Stratasys.

Dieser Artikel wurde von Beth McKenna auf Englisch verfasst und wurde am 24.9.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool

Ich würde gerne E-Mails von euch zu Produktinformationen und –angeboten von The Fool und seinen Geschäftspartnern erhalten. Jede dieser E-Mail wird einen Link zum Abbestellen zukünftiger E-Mails beinhalten. Mehr Informationen dazu, wie The Fool persönliche Daten sammelt, speichert und handhabt finden sich in den Datenschutzhinweisen von The Fool.