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Der Kerl, der die Bank of England in die Knie zwang, wettet auf Facebook und Apple. Solltest du es auch tun?

Foto: Wikimedia Commons, Harald Dettenborn

Jedes Quartal verlangt die amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC), dass große Vermögensverwalter über die „13F“-Meldung offenlegen müssen, was sie ge- und verkauft haben.  Auch wenn wir Fools nicht immer dem großen Geld folgen, so können wir doch öfter die eine oder andere Idee bekommen, indem wir ihren Spuren folgen.

Der legendäre Investor George Soros, Gründer des Soros Fund Management, verfügt über ein Vermögen von US$ 25 Milliarden und investiert seit mehr als 50 Jahren. Heute ist er zwar besser für seine sozialen und politischen Aktivitäten bekannt, sein Ruf als Anleger gründet sich zum großen Teil auf seine US$ 10 Milliarden Wette (Leerverkauf) auf fallende Kurse gegen die Bank of England und somit gegen das englische Pfund in 1992. Dieser riesige Leerverkauf war einer der treibenden Kräfte hinter der Währungskrise am „schwarzen Mittwoch“, die dem britischen Schatzamt mehr als 3 Milliarden Pfund an Verlusten beschert hat – Soros hatte dagegen einen Nettogewinn von mehr als einer Milliarde US$ in wenigen Tagen.

Der Wert der Aktienanlagen des Soros Fund Management stieg – wie aus dem vierteljährlichen 13F-Bericht ersichtlich – um US$ 3 Milliarden auf jetzt mehr als US$ 13 Milliarden in dem am 30. Juni endenden Quartal. Die größten Bewegungen umfassten Zukäufe in den erstklassigen Technologiefirmen Facebook (FRA:FB2A) und Apple (FRA:APC). Es ist zwar nicht besonders intelligent, die Investitionen eines Hedgefonds zu kopieren, es schadet aber nicht zu wissen, was das „intelligente Geld“ macht. Lass uns einen Blick auf die großen Wetten auf Apple und Facebook des Soros Funds Management werfen.

Technologie im Umbruch

Einige der bekanntesten Namen aus dem Technologie-Bereich haben sich immer tiefer in unserem beruflichen und privaten Leben verwurzelt. Dies wird durch zwei große Trends getrieben: Soziale Netzwerke und mobile Computer. Facebook bzw. Apple sind die zwei mächtigsten Player in diesen wachsenden Bereichen. Selbst Unternehmen benutzen soziale Netzwerke, um ihren Mitarbeitern Plattformen zu schaffen, auf denen sie interagieren können. Mobiltechnologien, wie Smartphones und Tablet PCs, werden immer leistungsfähigere Endgeräte. Insbesondere dann, wenn sie mit Cloud-Anwendungen kombiniert werden.

Apples Wachstum ist sicherlich in den letzten paar Jahren langsamer geworden. Das Management hat jedoch damit begonnen, die fantastische Fähigkeit des Unternehmens Liquidität zu generieren, dazu zu nutzen, Aktien zurückzukaufen und eine Dividende auszuschütten. Seit Anfang 2013 hat Apple fast 9 % seiner Aktien zurückgekauft – dies entspricht US$ 51 Milliarden in Aktienrückkäufen – und hat US$ 23 Milliarden in Dividenden ausgeschüttet. Das Unternehmen plant über die nächsten 6 Quartale den Aktionären weitere US$ 56 Milliarden auszuschütten. Einfach gesagt, Tim Cook und Apple unternehmen große Anstrengungen, den Aktienkurs in die Höhe zu treiben, während Apple gleichzeitig der dominierende Name bei Mobilcomputern bleibt.

In der Zwischenzeit hat Facebooks wachsende Anwenderzahl – bereits über 1 Milliarde regelmäßige Nutzer – enorme Auswirkungen auf den Gewinn. Die Nettoerträge im vergangenen Jahr betrugen fast US$ 2,4 Milliarden. Ein wachsender Anteil dieser Erträge stammt aus der Werbung auf Mobilgeräten, da die Anwender auf Mobilgeräte wechseln, bei denen Apple ein dominierender Hersteller bleibt.

Wie Soros ins Bild passt

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Informationen in diesen vierteljährlichen Berichten recht begrenzt sind. Sie können gelegentlich helfen, Trends zu identifizieren. Sei aber vorsichtig damit, nicht zu tief zu schauen und Muster zu erstellen, die vielleicht gar nicht vorhanden sind – oder für dich nicht relevant sind. Sehen wir uns zum Beispiel einmal die Anlagepositionen des Soros Fund Management in Apple und Facebook in den letzten 6 Quartalen an.

Datenquelle: Soros Fund Management 13F Berichte

Datenquelle: Soros Fund Management 13F Berichte

Wir wissen nicht sicher, warum Soros Fonds diese Aktien ge- und verkauft hat. Gelegentlich wurden die Positionen drastisch von einem Quartal zum nächsten verändert. Ein 13F-Bericht deckt nur eines auf: Die Positionen, die der Fonds am Ende jeden Quartals hält. Wir wissen nicht, wie oft der Fonds in einer Aktie gehandelt hat, wie viel er für Aktien ausgegeben hat oder sonst irgendetwas, was uns helfen würde, zu bestimmen, was der Fonds als fairen Preis ansieht. Zu der Zeit, zu der der 13F veröffentlicht wird – bis zu sechs Wochen nach der entsprechenden Berichtsperiode – kann es sein, dass der Fonds diese Positionen sogar aufgelöst hat.

Der Punkt dabei? Mit einem Fonds wie der von Soros, der eine Historie in aktivem Handel hat, wird der 13F am besten als Ideenquelle genutzt, statt auf Geschäfte zu schauen, den man „folgen muss“.

Dein Portfolio sollte deine Ziele und deinen Zeithorizont widerspiegeln

Soros war einer der Top Anleger der letzen 50 Jahre. Dies macht seinen Fonds ein beliebtes Ziel für Anleger, die nach Ideen suchen. Stolpere aber nicht in die Falle nur deshalb zu handeln, weil ein Hedgefonds gehandelt hat.

Was zählt ist, ob Facebook und Apple in dein Portfolio passen. Wenn du nach führenden, erstrangigen Unternehmen suchst, die über große Wettbewerbsvorteile verfügen und felsenfeste Finanzen, dann gibt es sicher schlechtere Anlagemöglichkeiten. Wenn du bereit bist langfristig in sie zu investieren, dann sind diese zwei Unternehmen sicherlich eine gründliche Betrachtung wert.

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The Motley Fool empfiehlt Apple und Facebook. The Motley Fool besitzt Aktien von Apple und Facebook.

Dieser Artikel wurde von Jason Hall auf Englisch verfasst und wurde am 27.8.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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