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Werden Smartwatches jemals cool sein?

Foto: Wikimedia Commons, Kārlis Dambrāns

Die letztjährige Werbung für die Samsung Galaxy Gear in den USA vermarktete das Versprechen der Smartwatch mit einer langen Folge von Charakteren aus Science-Fiction und Pop-Kultur, unter anderem mit Dick TracyThe JetsonsKnight Rider, and Inspector Gadget. Interessanterweise scheint es seit Beginn der Vierziger Jahre immer wieder TV und Film-Helden mit der einen oder anderen Form eines coolen Gadgets am Handgelenk gegeben zu haben.

Der Werbespot war ein voller Erfolg, zumindest teilweise wegen des einfachen und eleganten Slogans „After All These Years. It’s Finally Real.“ „Nach all den Jahren. Ist es endlich da“. Was folgte war eine massive Fanbewegung, die alles unterstützte, was irgendetwas mit Smartwatches zu tun hatte. Bezüglich des Erfolgs der Galaxy Gear jedoch … waren die Dinge nicht so rosig. Und das ist das Problem mit Smartwatches: Bisher haben sie ihr Versprechen noch nicht eingelöst.

Der Marktführer: Samsungs schwache Markteinführung
Sollte Samsungs Markteinführung der Galaxy Gear irgendetwas gemein haben mit der hochgelobten dazugehörigen Werbekampagne, dann wäre das vielleicht Inspektor Gadget – aber ohne seine Nichte Sophie, die ihn regelmäßig aus schwierigen Situationen befreien muss. Nach der TV-Kampagne verlor Samsung sofort an Schwung und die Uhr verkaufte sich nur sehr mäßig. Nach einer langen Reihe negativer Bewertungen der Galaxy Gear publizierte Geek.com ein schockierendes internes Memo von Best Buy, in dem die extrem Hohe Rückgabequote beschrieben wurde: Jedes dritte Geräte wurde zurückgebracht.

Samsung selbst machte die Dinge nicht besser, als das Unternehmen angab in den ersten zwei Monaten 800.000 Smartwatches verkauft zu haben. Wenn das wahr gewesen wäre, dann hätten diese Zahlen natürlich einen großen Erfolg für Samsung bedeutet. Nichtsdestotrotz, bei näherem Hinsehen sieht es so aus, als hätte Samsung nicht die verkauften, sondern die versendeten Uhren gezählt, wobei natürlich die Verkäufe der ultimative Test für die Popularität eines Gerätes sind. Die Nachrichtenagentur Reuters schätzte die tatsächlichen Verkäufe auf knapp 50.000 Uhren, was selbst bei niedrigen Erwartungen ein Flop gewesen wäre.

Um fair zu sein: Es gab auch positive Berichte. Strategy Analytics zum Beispiel bezeichnet die Galaxy Gear als das populärste Smartwatch-Modell, das im Jahr 2013 verkauft wurde. Außerdem berichten die Analysten, dass im Jahr 2013 2 Millionen Smartwatches verkauft wurden, von denen 1,2 Millionen Geräte auf Googles Android-Betriebssystem basierten. Die Markteinführung war also kein kompletter Reinfall, aber sicher bei weitem nicht so erfolgreich, wie Samsungs Smartphones.

Die Verfolger: alle anderen
Der Rest das Smartwatchmarkts lässt sich in zwei Kategorien einteilen: Google (FRA: GGQ1)  Android-basierte Geräte und Betriebssystem-unabhängige Smartwatches. Zu den beachtenswerten Android-basierten Uhren gehört die Motorola Moto 360, in einer ansprechenden klassischen Form designt im Gegensatz zu den neuen rechteckigen Kästen, die die heutigen Benutzer zu sehen gewohnt sind. Außerdem scheint die Moto 360 ein traditionelles analoges Ziffernblatt zu besitzen, dem für die Smartwatch-Funktion eine digitale Oberfläche hinzugefügt wurde.

Auch LG Electronics hat sich auf den Markt begeben und bietet mit der G Watch eine weitere neue Android-basierte Smartwatch an. Diese scheint ein typisches „Ich auch!“-Gerät zu sein, das im Kern jene Funktionen anbietet, die auch Samsungs Galaxy Gear mitbringt. Sie kommt somit als Android-basierte Alternative daher, für Verbraucher die keine Samsung-Uhr kaufen wollen.

Und dann sind da noch die Smartwatch-Hersteller, die sich entschieden haben, Uhren zu produzieren, die sowohl mit Android als auch mit Apples iOS Betriebssystemen kompatibel sind. Zu den hochgepriesenen Geräten gehört Pepples Smartwatch-Linie. Eine große Fangemeinde gepaart mit einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne hat dem Unternehmen geholfen, schnell zu wachsen. Nichtsdestotrotz ist hinzuzufügen, dass Betriebssystem-unabhängige Smartwatches Probleme mit der Kommunikation haben können.

Ein weiteres Problem bei diesen Anbietern ist die Nachfrage. Soll sich das Produkt über die Funktionalität oder den Coolness-Faktor verkaufen? Die Antwort, glaube ich, lautet Markenaffinität und diese Bindung wird die Verkaufszahlen stärker treiben als Funktionalität oder Wertgehalt.

Der langersehnte Neueinsteiger: Apple
Der fehlende Spieler auf diesem Markt ist natürlich Apple (FRA: APC), dessen iWatch erst vor zwei Wochen vorgestellt wurde und Vermutungen zufolge in den USA nicht vor 2015 erhältlich sein wird.

Apple könnte sich mit der iWatch allerdings schnell an die Spitze der Smartwatchproduzenten setzen. Die Vorhersagen der Analysten bezüglich des Marktes für die Apple-Smartwatch lagen vor der Vorstellung sogar schon in die Nähe von 60 Millionen Uhren innerhalb der ersten zwei Jahre, während die Gesamtzahl der im Jahr 2013 verkauften Smartwatches bei 2 Millionen Geräten liegt.

Was müsste passieren, damit Apple dieses Ziel erreicht? Zuerst einmal muss die Apple-Smartwatch wirklich cool sein. Samsungs Gerät scheiterte auch an der mangelnden Funktionalität für die Benutzer. Und das ist normalerweise ein Gebiet, auf dem Apple sehr stark ist – die kolportierte Akku-Laufzeit von einem Tag mal außen vor gelassen. Seit der Einführung des iMac hat das Unternehmen immer eine hohe Aufmerksamkeit für den Benutzer bewiesen. Und man muss nicht Dick Tracy sein, um zu sehen, dass diese Eigenschaft ist, die der Smartphone-Markt dringend benötigt.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde von Jamal Carnette auf Englisch verfasst und wurde am 17.8.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können Der Originalartikel erschien vor der Veröffentlichung der Apple iWatch.  Daher unterscheidet sich der Originalartikel im letzten Absatz leicht von der deutschen Übersetzung, da bei dessen Veröffentlichung noch keine Details zur iWatch bekannt waren.

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The Motley Fool empfiehlt Apple, Google (A Aktien) und Google (C Aktien). The Motley Fool besitzt Aktien von Apple, Google (A Aktien) und Google (C Aktien).

 

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