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3 Investitions-Lektionen, die wir von der Weltmeisterschaft gelernt haben

Die Weltmeisterschaft 2014 ist vorbei und nachdem sie Brasilien und Argentinien geschlagen hat, trägt die Deutsche Nationalmannschaft endlich den vierten Stern auf der Brust.

Es gibt eine Menge Dinge, die wir dieses Jahr während der WM in Brasilien lernen konnten, wie zum Beispiel: Es ist keine großartige Idee, jemanden zu beißen, Jogi Löw hat bei jedem Wetter großartiges Haar und die USA sind ihrem Ziel, ein ernstzunehmender Konkurrent zu werden, wieder ein kleines Stück näher gekommen.

Aber es gibt auch Lektionen aus dem Turnier, die für Investoren hilfreich sein können.

„Die Besten“ der Vergangenheit sind nicht immer auch heute die Besten
Die Weltmeisterschaft 2010 endete damit, dass Spanien den Titel mit nach Hause nahm, nachdem sich die Mannschaft durch das Turnier geackert hatte. Entsprechend waren die Spanier vor dem Turnier 2014 einer der Favoriten und es wurde erwartet, dass sie hart zu schlagen sein würden. Das stellte sich als Fehleinschätzung heraus: Die Spanier kamen nicht durch die Gruppenphase.

In der Finanzwelt passieren diese Dinge immer wieder. Nur weil ein Unternehmen heute gut ist, heißt das nicht, dass es morgen auch noch gut sein wird.

Hier bei The Motley Fool glauben wir an langfristige Investment-Strategien. Und das heißt, dass wir nach Unternehmen suchen, die heute großartig sind und mit hoher Wahrscheinlichkeit morgen noch immer ebenso großartig sein werden. Aber diese Art des Investierens bedeutet, dass wir beobachten müssen, was in diesen Unternehmen und im Umfeld dieser Unternehmen passiert.

Das bedeutet nicht, dass wir alle ständig den Börsenkurs überprüfen und uns ständig den Kopf über unser Portfolio zerbrechen. Aber es heißt, dass wir versuchen am Ball zu bleiben und mitzubekommen, wenn etwas in dem Unternehmen oder in der Branche passiert, in die wir investiert haben. Wir verfolgen die Nachrichten, lesen die Halbjahres- und Jahresberichte der Firmen und schauen dabei unter anderem nach Folgendem:

  • Ein drastischer Wechsel der Strategie und die Veränderungen, die dieser in der Firma hervorruft.
  • Eine Veränderung im Management, vor allem wenn mehrere neue Manager auf einmal kommen.
  • Der Markteintritt neuer, starker Konkurrenten.
  • Eine Veränderung bezüglich des langfristigen Ausblicks oder der langfristigen Profitabilität der Firma.

Ein gutes Beispiel? Kodak!

Einst ein globaler Kamera- und Filmgigant, dominierte Kodak den Markt in der Blütezeit des Films. Doch dann kamen die Digitalkameras und die Branche veränderte sich drastisch. Der folgende Niedergang von Kodak war kein Absturz über Nacht, sondern eher ein langsamer Abstieg. Doch weil sich die Firma erst weigerte und dann zu langsam war, sich den veränderten Umständen anzupassen, endete der ehemalige Champion als Erstrunden-Knockout auf dem harten Boden der Realität.

Eine aufgeputschte Fanbasis bedeutet nicht, dass das Team großartig ist
England hat eine lange Fußball-Tradition. Und es hat treue und laute Fans, die schwer zu überhören sind, egal wo die Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Um es anders zu sagen: Wenn die Leidenschaft der Fans eine Schlüsselkomponente für einen Turniersieg wäre, dann wäre England ein Dauerfavorit.

Aber so funktioniert das leider nicht und wie Spanien hat auch England 2014 die Gruppenphase der Weltmeisterschaft gar nicht überstanden.

Wenn man investiert, kann es verführerisch sein zu glauben, dass die Firmen mit den lautesten Fans die besten Investments sind. Fans am Aktienmarkt zu haben, kann einer Firma einen Schub geben und den Aktienkurs treiben, so dass es aussieht, als wäre die Firma eine gute Investition. Aber natürlich heißt das nicht, dass die Firma eine gute Investition ist.

Sobald in der Presse die ersten Berichte über Leute auftauchen, die über Nacht mit Aktien reich geworden sind, ziehen diese Nachrichten häufig weitere Investoren an. Das ist zum Beispiel während der dotcom-Blase in den USA oder zur gleichen Zeit am Nemax an der Frankfurter Börse passiert. Und wir wissen alle noch, wie die Geschichte ausgegangen ist.

Eine gute Firma kann eine aufregende Geschichte haben – und oft haben Firmen eine Menge darüber zu erzählen, wo sie herkommen und wo sie hinwollen. Aber großartige Unternehmen haben mehr als das:

  • Ein herausragendes Produkt oder eine herausragende Dienstleistung,
  • ein gutes Management-Team,
  • einen Vorteil gegenüber ihren Mitbewerbern und
  • solide Finanzen, inklusive einer offensichtlichen Profitabilität und einer sauberen Bilanz.

Ein guter Trainer kann eine Menge bewirken
Die Nationalmannschaft der USA war noch nie unter den Besten der Welt. Und sie ist es noch immer nicht. Nichtsdestotrotz hat das Team bei der Weltmeisterschaft die Gruppenphase überstanden – und das obwohl die US-Amerikaner zusammen mit Deutschland in der sogenannten „Todesgruppe“ antreten mussten.

Es gibt eine Menge Ursachen für diesen Erfolg, aber Jürgen Klinsmann ist sicherlich einer der Hauptgründe.

Eine Firma kann mit einem durchschnittlichen Vorstandsvorsitzenden häufig über die Runden kommen. In einem bekannten Bonmot hat Warren Buffett einmal formuliert: „Ich will in Firmen investieren, die ein Idiot führen könnte, weil sie eines Tages vielleicht tatsächlich von einem Idioten geführt werden könnten.“ Trotzdem ist offensichtlich, dass die Entscheidungen der Führungsebene einen großen Unterschied machen können.

Jeff Bezos von Amazon.com (FRA: AMZ) ist ein gutes Beispiel. Als Amazon anfing, gab es unendlich viele andere Firmen mit demselben Ziel wie Amazon – die unübertroffene Nummer eins im Online-Handel zu werden. Und viele dieser Firmen, unter anderem Walmart (FRA: WMT) in den USA oder Tesco (FRA: TCO) in Großbritannien, hatten wesentlich mehr Geld zur Verfügung als Amazon. Doch Bezos war bereit, harte und kalkulierte Entscheidungen zu fällen, die Amazon einen Vorsprung bescherten.

Obwohl Amazon vor allem als Buchhandel startete, war Bezos dazu bereit, den Niedergang seines Kerngeschäftes zu forcieren, indem er einen günstigen e-reader entwickeln ließ und diesen über Amazon verkaufte. Und während die Analysten der Banken darauf schauten, was Amazon wohl im nächsten Quartal verdienen würde, lag bei Bezos der Fokus immer darauf, dem Konsumenten das bestmögliche Einkaufserlebnis zu bieten – auch wenn das bedeutete, kurzfristig weniger Geld zu verdienen.

Wie erkennt man ein gutes Management? Es gibt viele Wege, aber es ist sinnvoll, Folgendes zu erwarten:

  • Langfristiges Denken,
  • Transparente Kommunikation mit den Aktionären,
  • Hauptaugenmerk des Vorstands auf dem Aufbau des Geschäfts und nicht auf dem Aktienkurs,
  • Realistische Einschätzung der Entwicklung der Branche, selbst wenn das bedeuten sollte, dass das Unternehmen neu ausgerichtet werden muss.

Okay, zugegeben …
Investieren und Fußball sind zwei unterschiedliche Welten. Aber hey, auf diese Weise hat es doch immerhin Spaß gemacht, über wichtige Grundlagen von Investitionen nachzudenken, oder?

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Matt Koppenheffer besitzt Aktien von Amazon.com. The Motley Fool empfiehlt Amazon.com. The Motley Fool besitzt Aktien von Amazon.com. 

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