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Wer Ist: Warren Buffett

Fotokredit: Matt Koppenheffer

Foto: Matt Koppenheffer

Mit einem Vermögen von mehr als 65 Mrd. USD ist der CEO von Berkshire Hathaway (NYSE: BRK-A)(NYSE: BRK-B) Warren Buffett nicht nur einer der reichsten Menschen der Welt, er ist wohl auch der am genauesten beobachtete Investor.

Hintergrund

Warren Buffett wurde 1930 in Omaha, Nebraska als Sohn eines republikanischen Kongressabgeordneten geboren. Buffett gründete bereits als Teenager einige kleine Firmen – eine unternehmerische Ader, die ihn für unternehmerischen Erfolg zu bestimmen schien.

Während seines Master Studiums in Wirtschaftswissenschaften an der Columbia University erhielt er Höchstnoten von seinem Mentor, Ben Graham. Graham wird weithin als der Vater des wertorientierten Investierens („value investing“) angesehen und diese Beziehung war für Buffett das Sprungbrett für seine Investitions-Karriere.

Investitionsstil

Buffett’s Stil hat viele Elemente, die zusammengefasst werden können als das Kaufen von Unternehmen mit verständlichen Geschäftsmodellen zu einem Preis unter Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge, um diese dann im Idealfall für immer zu halten. In der Praxis ist es natürlich nicht ganz so einfach.

Ein Aspekt von Buffett’s Stil, der ganz klar zu sehen ist, ist dass er sich nicht „auf das Spiel mit dem Markt einlässt“ ; er kauft Unternehmen. Er würde nie eine Aktie kaufen, wenn er nicht bereit wäre, das gesamte Unternehmen zu übernehmen. Buffett kauft, um die Anteile dann für lange Zeit zu halten und hat einmal gesagt: „Ich kaufe unter der Annahme, dass sie den Markt morgen schließen können und ihn für fünf Jahre nicht wieder öffnen.“

Dieser Ansatz steht in Gegensatz zu dem häufig kürzeren Investitions-Horizont von Ben Graham. Und auch wenn Buffett sagt, dass sein „bevorzugter Zeitraum eine Aktie zu halten für immer ist“, verkauft er doch deutlich vor „für immer“, beispielsweise im Fall der einmaligen Beteiligung von Berkshire an Fannie Mae.

Die Unternehmen, die Buffett übernimmt, haben eine Tendenz einfach und leicht vertretbar zu sein. Coca-Cola (NYSE: KO) ist ein typisches Beispiel. In Bezug auf Cokes Wettbewerbsvorteil sagte Buffett: „Wenn mir jemand 100 Mrd. USD gegeben und gesagt hätte, ’nimm Coca-Cola seine Weltmarktführung bei Erfrischungsgetränken‘, dann hätte ich das Geld zurück gegeben und gesagt, dass das nicht machbar ist.“ Ähnlich beim Kaugummi-Hersteller Wrigley’s: „Ich glaube nicht, dass das Internet verändern wird, wie die Menschen Kaugummi kauen.“

Ähnlich wie Graham glaubt Buffett daran, bei seinen Investitionen Sicherheitsmargen zu berücksichtigen, also Schutz vor unvorhergesehenen Entwicklungen, die sich zum Nachteil der Investition auswirken. 2008 investierte Besrkshire Hathaway Milliarden in Goldman Sachs (NYSE: GS) und General Electric (NYSE: GE), aber selbst bei einer Dividendenrendite von 10% auf die Vorzugsaktien hätte Buffett den Deal ohne zusätzliche Garantien nicht geschlossen. Buffett merkte an: „Mir ist Gewissheit sehr wichtig. Es ist nicht riskant, wenn man Sicherheiten zu einem Bruchteil ihres Wertes erwirbt.“

Auch wenn Privatinvestoren nicht die Möglichkeiten haben, Investitionen in so großem Stile wie Buffett in Goldman Sachs zu tätigen, so bleibt das Konzept der Sicherheitsmarge doch wichtig. Foolische Investoren können Sicherheitsmargen bei Ihren eigenen Investitionen sicherstellen, indem sie Aktien nur kaufen, wenn der Markt sie unter ihrem intrinsischen Wert bewertet.

Ein Teil Buffet’s Strategie ist es, eine entgegengesetzte Position einzunehmen und das zu kaufen, was auch immer auf dem Markt so stark in Ungnade gefallen ist und zu einem Preis zu haben ist, der deutlich unter dem intrinsischen Wert liegt. Dieser Ansatz hat ihm gute Dienste geleistet, als er Anfang des neuen Jahrtausends das Platzen der Technologie-Blase vermieden hat. In jüngerer Zeit konnte er erhebliche Gewinne mit Investitionen in von der Finanzkrise gebeutelten Banken wie Goldman Sachs, Wells Fargo (NYSE: WFC), und Bank of America (NYSE: BAC) erzielen.

Philosophie

Buffett lebt bescheiden in einem Haus, das er vor 50 Jahren gekauft hat, und kritisiert die von vielen in der Geschäftswelt an den Tag gelegte Extravaganz.

Der überwiegende Anteil seines Privatvermögens wird für gute Zwecke gespendet werden, insbesondere an die von seinem Freund und Vorstandskollegen bei Berkshire, Bill Gates, gegründete Stiftung.

Buffett der Investor stimmt nicht immer mit dem in den Medien als einfachen, Hamburger futternden, Cherry Coke trinkenden und Volksweisheiten verbreitenden karikierten Buffett überein. Buffett hat eine beeindruckende Bilanz, Gutes zu tun und davon zu profitieren. Aber täusche dich nicht: er ist ein kluger, gewiefter Geschäftsmann, der nicht herumpfuscht wenn es um Geld geht.

Das Ausmaß von Buffetts Erfolg, zusammen mit der ihm eigenen Art diesen zu erzielen, sorgt dafür, dass er noch viele Jahrzehnte lang ein Studienobjekt für Investoren bleiben wird.