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Wer Ist: Philip Fisher

Fotokredit: Matt Koppenheffer

Foto: Matt Koppenheffer

Philip Fisher wird häufig als Pionier des wachstumsorientierten Investierens verehrt. Fisher war eine Inspiration für Warren Buffett, neben einigen weiteren, und auch wenn ihre Investmentstils einige Gemeinsamkeiten haben, sie unterscheiden sich auch in vielen Dingen.

Erste Karriereschritte
Fisher wurde 1907 geboren und brach seine Ausbildung an der neu gegründeten Business School der Standford University in Kalifornien im Alter von 21 Jahren angeblich ab, um als Wertpapieranalyst in San Francisco zu arbeiten. 1931, in einer für den Aktienmarkt sehr angespannten Zeit, gründete er die Investmentmanagement-Firma Fisher & Company.

Für die meiste Zeit seiner Karriere mied Fisher die Öffentlichkeit, schrieb jedoch 1958 sein erstes Buch, „Common Stocks and Uncommon Profits“. Es war das erste Investitions-Buch, das es auf die Bestsellerliste der New York Times schaffte.

Investmentstil
Wie viele Investoren herausfinden, finden sich die Antworten auf Schlüsselfragen eines Investors häufig nicht in den Firmenberichten oder in bequemen Datenbanken. Es handelt sich vielmehr um qualitative Fragen, auf die es nur subjektive Antworten. Zu einem gewissen Grad können diese Fragen durch die Teilnahme an Jahreshauptversammlungen und Gesprächen mit dem Management beantwortet werden.

Fisher bezog seine Informationen hauptsächlich aus einem breiten Netzwerk an Kontakten, mit denen er sich über diese Fragen austauschen konnte. Diese ungefilterten und unveröffentlichten Informationen – Fisher bezeichnete sie als „Scuttlebut“ (zu Deutsch „Gerede“ oder „Klatsch“) – betrachtete er als eine unersetzliche Quelle für Investitions-Entscheidungen. Wie denken die Angestellten über ein Unternehmen? Wie wird ein Unternehmen vom Wettbewerb gesehen? An welchen neuen Ideen arbeitet es?

All das zielt darauf auf, ein Unternehmen tiefgreifend zu verstehen. Und stößt man mal auf ein interessantes Unternehmen – insbesondere ein interessantes kleines Unternehmen – bevor der Rest des Marktes es entdeckt, dann wird man ganz gut weg kommen. Zu Fishers Zeit gab es noch keine Internet Diskussionsforen, eine gute Quelle für Informationen aus erster Hand – natürlich mit dem Hinweis, dass nicht jeder Diskussionsteilnehmer immer unvoreingenommen und vertrauensvoll ist.

Hatte Fisher ein Unternehmen gefunden, das seine Kriterien erfüllte, dann schreckte er nicht zurück ein hohes Vielfaches der Gewinne für Anteile zu zahlen. Sein Investitionshorizont war, idealerweise, unendlich: „Wenn man einen guten Job gemacht hat bevor die Aktien gekauft werden“, so Fisher, „sollte man diese eigentlich nie wieder verkaufen“. Ein anfänglich „teurer“ Preis wäre also für eine Firma, die ein außergewöhnliches Wachstum über einen langen Zeitraum aufrechterhalten könne, gerechtfertigt.

Diese Strategie ist für ihn bei Firmen wie Motorola, die er 1955 kaufte und niemals verkaufte, und Texas Instruments (NYSE: TXN), die er 1956 lange vor deren Börsengang kaufte, voll und ganz aufgegangen.

Diese Art von Unternehmen zu finden ist natürlich nicht einfach. Wie Fisher beklagte: „Gute Investitionen sind schwer zu finden. Wären sie es nicht, würde sie jeder besitzen.“ Und aus diesem Grund sah Fisher keinen Anlass für Risikostreuung. Seine Strategie war es, sich die Mühen zu machen, solche Juwelen zu finden und dann bedeutende Investitionen zu tätigen, wenn sie gefunden wurden.