The Motley Fool

Das Wertpapierdepot der onvista bank

Was mir gefällt

  • sehr günstige Handelsprovisionen
  • großes außerbörsliches Angebot
  • einfacher Broker ohne Schnickschnack

Die Bank

onvista ist seit guten zehn Jahren als Discountbroker am Markt. Seit 2017 gehört das Unternehmen zur comdirect bank. onvista stellt eine breite Palette an handelbaren Produkten zur Verfügung, darunter Aktien, Fonds, Optionsscheine und Zertifikate, Optionen, Futures und CFDs.

Das Wertpapierdepot

onvista bietet ein Wertpapierdepot ausschließlich ohne Beratung an. Dadurch können die Gebühren günstig gehalten werden: Eine Order zum Kauf oder Verkauf kostet bei außerbörslicher Ausführung (etwa über Tradegate) im „Festpreis-Depot“ nur pauschal 7 Euro, unabhängig von der gehandelten Summe.

Alternativ bietet onvista das „FreeBuy“-Depot an. Abhängig von der Anzahl der Transaktionen im Vormonat und des Guthabens auf dem Verrechnungskonto kann der Kunde ohne Provision Wertpapiere kaufen. Für einen Verkauf fallen 5,99 Euro zzgl. 0,25 % an. Da muss man schon genau nachrechnen, was sich lohnt.

Die Depotführung ist kostenlos, ebenso wie die Einrichtung oder Streichung von Limits. Ein Wechsel der Lagerstelle schlägt mit 50 Euro zu Buche, die Bestellung einer Eintrittskarte für eine deutsche Hauptversammlung mit 5 Euro. Alle anderen Standardleistungen sind kostenlos, darunter auch Dividendenzahlungen.

Was mir an onvista besonders gut gefällt, ist das Angebot an außerbörslichen Handelspartnern. Wer gängige Wertpapiere wie etwa DAX-Titel oder US-Standardwerte kaufen möchte, erhält Kurse von Tradegate, Lang & Schwarz, Quotrix, der Baader Bank und der Commerzbank. Wer braucht da noch klassische Börsenplätze, für die noch zusätzlich Makler- und Börsengebühren anfallen?

Neben dem Onlinebanking bietet onvista auch eine Handelssoftware mit dem Namen GTS an, die mehr Funktionen wie zum Beispiel ein Charttool bietet. Im Internet berichten User von Zeit zu Zeit über Ausfälle der Software. Da ich sie selbst aber nicht nutze, kann ich dazu nichts sagen. Das normale Onlinebanking läuft im Regelfall stabil. Allerdings kam es in der heißen Zeit während des “Coronacrashs” im März mehrfach zu Ausfällen des Onlinebankings.

Das Onlinebanking

Das Onlinebanking von onvista ist einfach gehalten, die Farbgestaltung in weiß, blau und lila dabei allerdings gewöhnungsbedürftig. Insgesamt sieht die Anwendung aus wie aus den 90er Jahren, aber sie bietet alles, was man benötigt, um Aktien zu handeln.

ETFs und amerikanische Aktien

onvista bietet einen direkten Zugang zu den amerikanischen Börsen NYSE und NASDAQ. Eine Order wird mit 15 Euro pauschal berechnet.

onvista stellt keine Währungskonten zur Verfügung. Das finde ich als Anleger mit einem Schwerpunkt in amerikanischen Aktien sehr schade, ist aber wohl dem Geschäftsmodell geschuldet.

Wer in ETFs anlegen möchte, kann über onvista nahezu alle in Deutschland zugelassenen Fonds kaufen. Das ETF-Sparplanangebot besteht aus 154 Fonds. Die Ausführung einer Sparrate (mindestens 50 Euro) kostet 1 Euro.

Der Service

Ich bin nicht mit allem zufrieden, was onvista bietet. Es sind schon mal Dinge schiefgelaufen, dazu handhaben die Frankfurter die eine oder andere Sache auf ungewöhnliche Art und Weise.

Daher habe ich den Service schon einige Male kontaktiert, was über eine Schaltfläche im Onlinebanking funktioniert. Meine Anfragen wurden alle schnell und kompetent beantwortet.

Das Foolishe Fazit

Wohl bei keiner anderen Bank trifft die Losung „No Frills“ (kein Schnickschnack) so zu wie bei onvista. Eine einfache Plattform, die nach nichts aussieht, dazu einige Dinge, die unüblich gehandhabt werden und mir nicht so richtig gefallen – aber das nehme ich für einen pauschalen Orderpreis von 7 Euro gerne in Kauf. Wer wenig handelt (und das sollte ja das Ziel von uns Fools sein) und seine Aktien lange liegen lässt, ist hier bestens aufgehoben.

Der Vollständigkeit halber möchte ich hier erwähnen, dass onvista für Neukunden Negativzinsen in Höhe von 0,5 % berechnet. Da es einen Freibetrag in Höhe von 250.000 Euro gibt, sollte das aber die wenigsten Kunden wirklich betreffen.

Ein Nachwort

Wie ich oben schon schrieb, gehört onvista seit gut drei Jahren zur comdirect bank. Die Muttergesellschaft Commerzbank wird die comdirect vollständig übernehmen und auf sich verschmelzen.

Derzeit ist offen, was das für onvista und die Kunden bedeutet. Es könnte sein, dass onvista ebenfalls in der Commerzbank aufgeht – das würde wohl zu höheren Gebühren führen. Vorstellbar ist aber auch, dass onvista als „Billigmarke“ bestehen bleibt. Tatsache ist auf jeden Fall, dass es seit der Übernahme durch comdirect bereits einige kleinere Preisanhebungen gab.


von Peter Roegner