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Was ist: Eine Bilanz

Die Bilanz ist einer der vier zu erbringenden Finanzberichte. Sie stellt die finanzielle Situation eines Unternehmens zum Zeitpunkt der Herausgabe des Geschäftsberichts dar. Sie listet das Vermögen (Barvermögen, Vorräte, etc.), oder Aktiva genannt, , die Verbindlichkeiten (Schulden, ausstehende Rechnungen, etc.), oder Passiva, und das Eigenkapital der Gesellschaft auf. Anders als die anderen Finanzberichte, ist die Bilanz eine Stichtagsbetrachtung und ist akkurat nur für diesen einen Tag, nicht über etwa die einen bestimmten Zeitraum hinweg.

Die Bilanz kann als Kern der Finanzberichte betrachtet werden. Alle anderen Finanzberichte füttern entweder die Bilanz oder werden von ihr abgeleitet.

  • Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt wie das Gesellschaftsvermögen genutzt wurde, um Umsatz und Gewinn zu erzielen.
  • Die Kapitalflussrechnung zeigt wie sich der Saldo der Barmittel mit der Zeit verändert hat und aus ihr gehen die Veränderungen in Konten der Aktiva und Passiva hervor.
  • Das „Statement of shareholder’s equity“ (zu Deutsch in etwa: „Angaben zum Eigenkapital der Aktionäre“) zeigt Veränderungen im Eigenkapital der Bilanz des aktuellen Berichtszeitraums im Vergleich zur vorherigen Bilanz.

Viele Analysten schauen sich als erstes die Bilanz eines Unternehmens an, um abzuschätzen wie gut es ihm geht. Auch wird sie im Quartals- oder Jahresbericht als erstes aufgeführt.

Die Bilanzgleichung
Die Bilanzgleichung geht aus der Bilanz hervor und lautet wie folgt.

Gesellschaftsvermögen = Verbindlichkeiten + Eigenkapital

Wenn du nun eine Bilanz betrachtest, wird dir auffallen, dass das gesamte Vermögen immer gleich der Summe der Verbindlichkeiten und des Eigenkapitals ist. Das zeigt auf, wie das was eine Firma besitzt (das Vermögen) finanziert wurde, nämlich durch Verbindlichkeiten (Kredite) und Eigenkapital.

Anordnung
Die Bilanz ist entweder“Seite-an-Seite” angeordnet, mit dem Vermögen auf der linken und den Verbindlichkeiten und dem Eigenkapital auf der rechten Seite, oder auf eine vertikale Weise, wo das Vermögen zuerst gelistet wird und danach Eigenkapital und Verbindlichkeiten.

Vermögen ist immer der Reihenfolge nach anhand der Liquidität aufgelistet, beginnend mit dem Umlaufvermögen (all das, was innerhalb eines Berichtszeitraums, normalerweise 1 Jahr, in Bargeld übergehen kann), beginnend mit dem Barvermögen, dem liquidesten Vermögen. Wenn man die Liste einmal durchgeht, stößt man auch auf weniger liquides Vermögen, wie zum Beispiel:

  • Forderungen, die erst von Kunden eingeholt werden müssen, um diese in Bargeld umzuwandeln und
  • Vorräte, welche erst in Güter umgewandelt werden müssen bzw. verkauft werden müssen, damit daraus Bargeld wird

Anlagevermögen beinhaltet Anlagen, Grundstücke und die Ausstattung (gewöhnlich abzüglich kumulierter Abschreibungen), Goodwill, Finanzanlagen, etc.

Verbindlichkeiten sind sortiert nach ihrer jeweiligen Fälligkeit, beginnend mit denen, deren Fälligkeit innerhalb eines Berichtszeitraums liegt (meistens ein Jahr), wie zum Beispiel der im kommenden Berichtszeitraum fällige Teil von Langfristverbindlichkeiten. Langfristige Verbindlichkeiten beinhalten Anleihen bei Banken und ausgegebene Unternehmensanleihen. Zuletzt vervollständigt selbstverständlich auch noch das Eigenkapital die Liste.

Dinge, die du dir merken solltest

  1. Ließ so viele Fußnoten wie möglich, wenn nicht alle, zu den einzelnen Bilanzposten, dort sind noch einmal Details aufgeführt.
  2. Du wirst nicht unbedingt immer alle Kredite, für die ein Unternehmen aufkommen muss, in einer Bilanz wiederfinden.
  3. Die meisten Industrien haben unterschiedliche Bilanzen, Finanzinstitute sind hierfür das beste Beispiel. Banken geben die Einlagen ihrer Kunden zum Bespiel als Verbindlichkeiten an (was sie im Endeffekt auch sind, denn die Bank schuldet seinen Kunden dieses Geld) und Kredite werden mit im Vermögen aufgeführt. Beides sind Verbindlichkeiten, die aber in verschiedene Richtungen laufen und zu verschiedenen Positionen der Bilanz gehören.
  4. Buchwert ist ein Synonym für Eigenkapital und ist das „Nettovermögen“ (Reinvermögen) des Unternehmen (was übrig bleibt, nachdem alle Verbindlichkeiten vom Vermögen bezahlt wurden – schau dir oben noch mal die Grundgleichung an und löse nach Eigenkapital auf). Wenn es jedoch einen größeren Block „Goodwill“ als Teil des Vermögens gibt, nunja, Goodwill kann nicht ausgegeben werden, da es sich hierbei um einen immateriellen Vermögensgegenstand handelt. Materielle Vermögenswerte sind um Goodwill und andere immaterielle Vermögenswerte in der Bilanz (wie z.B. geistiges Eigentumsrecht in Form von Patenten) bereinigt  bevor die Verbindlichkeiten abgezogen werden und verschaffen uns einen genaueren (konservativeren) Blick auf das Reinvermögen eines Unternehmens.