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Schritt 8: Der Vorteil von Aktien

Der sicherste Platz für dein Geld ist unter deiner Matratze; wenn dein Bett in einem verschlossenen Tresorraum steht. Und wenn dieser Tresorraum in einer gut verteidigten Burg steht.

Dieses Konzept hat allerdings einen gravierenden Fehler. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass in diesem Szenario dein Geld verschwindet, es ist aber absolut sicher, dass es so auch nicht mehr wird. Es ist sogar noch schlimmer. Dank der ständigen Inflation wird dein Geld in diesem Szenario mit der Zeit sogar an Wert verlieren.

Das macht es dann richtig schwer, es sich als Rentner gut gehen zu lassen. Oder ein Haus zu kaufen. Oder zu reisen. Oder… so ziemlich alles was du tun möchtest erfordert eine ganze Menge Geld.

Wenn du bereits vermögend bist und du Millionen oder Milliarden wegschließen willst, dann wird es dir keine schlaflosen Nächte bereiten. Wenn du aber so bist wie die meisten von uns, dann ist es zwingend erforderlich, dass deine Ersparnisse mit der Zeit wachsen müssen, um dir ein bequemes Rentnerleben zu ermöglichen.

Selbst wenn du es nicht wegschließt
Okay, es ist schon ein wenig lächerlich sich vorzustellen, dass irgendjemand all sein Geld so wegschließt.

Aber es nicht nur das “Geld unter der Matratze aufzubewahren”, das dazu führen wird, dass du als Rentner jeden Cent zweimal umdrehen musst. Bundeswertpapiere mit 10 Jahren Laufzeit bringen weniger als 2% und du bekommst nicht viel mehr (wenn überhaupt) für Festgeldkonten mit ein oder zwei Jahren Laufzeit oder von einer Lebensversicherung.

Wie wir in Schritt 1 gesehen haben, der Zinseszins-Effekt kann dein Leben verändern – und nicht zuletzt dein Rentenkonto. Wie wir in Schritt 1 aber auch sehen konnten, es macht einen gewaltigen Unterschied, ob wir unsere Ersparnisse zu niedrigen Zinsen anlegen oder in hochverzinslichen Alternativen, wie zum Beispiel Aktien.

Eine Verzinsung von 1,5% jährlich, auf 30 Jahre angelegt, macht aus 2.000 Euro 3.126 Euro. Eine Verzinsung von 9% jährlich – was dem durchschnittlichen Anstieg des DAX der letzten 30 Jahre entspricht – macht aus den gleichen 2.000 Euro 26.535. Das ist dann der Unterschied zwischen einem Ruhestand als Pfennigfuchser und einem Ruhestand an Stränden und auf Kreuzfahrtschiffen.

Das Börsen-Kasino
Es ist wahr, viele Anleger haben sich am Neuen Markt die Finger verbrannt. Aber der Grund dafür könnte dich überraschen.

Der Grund war (einen Trommelwirbel bitte): Sie haben zu früh verkauft!

Sogar die Anleger, die zu den Hoch-Zeiten der Blase im Jahre 2000 in den DAX eingestiegen sind, hätten bis 2013 eine Verzinsung von 49%, oder 3,1% jährlich erwirtschaftet, wenn sie die ganze Zeit durchgehalten hätten. Es ist tatsächlich wahr, wenn du im ungünstigsten Moment den es je gab investiert hättest — einem Zeitraum der den Zusammenbruch des Neuen Marktes, die Finanzkrise von 2008/2009 und die anschließende Krise der Eurozone umfasste — dann wäre deine durchschnittliche jährliche Verzinsung immer noch besser gewesen als jede festverzinsliche Anlage dir heute einbringt.

Wie der Mentor von Warren Buffet, Ben Graham, es formulierte:

“Auf kurze Sicht ist der Markt wie eine Wahlmaschine, aber langfristig gesehen ist der Markt eine Waage.”

Wie jeder weiß, der versucht hat, auf das Ergebnis von Deutschland sucht den Superstar zu wetten, das Ergebnis einer Wahlmaschine ist unzuverlässig. Bei einer Waage gibt es aber eine wissenschaftliche Basis für das Ergebnis.

Mit dem Markt ist es ganz ähnlich. Kurzzeitige Schwankungen, die von unbeständigen, menschlichen Leidenschaften getrieben sein können, sind sehr schwer vorherzusagen. Langfristige Bewegungen auf der anderen Seite, spiegeln Wachstum und Ausdehnung durch einzelne Firmen und der Wirtschaft als Ganzes wider und können weit besser eingeschätzt werden.

Deine Geheimwaffe: Zeit
Falls du es nicht bereits erraten hast, deine Trumpfkarte im Spiel des langfristigen Investierens ist … nun ja, Langfristigkeit. Daten des Deutschen Aktieninstituts belegen starke Unterschiede in den jährlichen Ergebnissen des DAX. Zwischen 1984 und 1985 konnten Anleger unglaubliche 84% erwirtschaften. In dem Jahr 2001 bis 2002 verloren sie 44%.

Wenn man die gleichen Daten aber über einen längeren Zeitraum betrachtet, schrumpfen die Unterschiede deutlich. Darüber hinaus werden die Ergebnisse für Investoren sehr vorteilhaft.

Wenn man bis 1963 zurückgeht, gibt es keine einzige Periode von 30 Jahren, in welcher Investoren in den DAX kein positives Ergebnis erzielt haben. In diesem Zeitraum von 50 Jahren haben Investoren eine durchschnittliches Wachstum von mindestens 6,9% pro Jahr erzielt, Ergebnisse erreichten aber auch 10,9% pro Jahr. Letzteres entspricht einem Gesamtwachstum von 2.100% in 30 Jahren. Das hätte aus den oben erwähnten 2.000 Euro beinahe 45.000 Euro gemacht.

Das ist ein Geheimnis, das dir die meisten Finanz-Profis in Frankfurt nicht verraten werden. Du kannst in die USA fliegen und die Wall Street besuchen, dort wird es dir auch keiner erzählen. Auf der ganzen Welt ist das “klug angelegte Vermögen” über Perioden von einem Jahr angelegt, wenn nicht sogar noch kürzer. Dieser Fehler ist deine Chance.

Der Vorteil von Aktien für dich, mich und jeden anderen
Wie viel deines Portfolios in Aktien und Aktienfonds angelegt sein sollte, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Einige davon behandeln wir in diesem Leitfaden über die  13 Schritte. Eines gilt aber für nahezu jeden: Die hohe, langfristige Rendite von Aktien machen sie zu einer mächtigen Beilage eines Depots.

Maßnahme: Öffne die Grafik des Deutschen Aktieninstituts [öffnet ein PDF] und schau dir die Unterschiede der Rendite zwischen kurzfristigen und langfristen Anlagen an.