The Motley Fool

Ein Sonderbericht

Top-Aktien Herbst 2017: 3 Foolishe Unternehmen für den Vermögensaufbau

Ein Sonderbericht von Motley Fool Deutschland

Diese drei Aktien befinden sich aktuell auf meiner Beobachtungsliste … und eine davon ist ein Kauf!

Liebe Foolishe Leserin und lieber Foolisher Leser,

Als langfristiger Investor gefällt mir nichts mehr, als gar nichts zu tun.

Wenn ich die richtigen Aktien kaufe, zu den richtigen Preisen natürlich, dann habe ich einen unglaublichen Luxus. Das ist der große Vorteil, wenn man ein Kaufen-und-Halten-Investor ist und sich auf Qualität konzentriert. Wenn du deine Aufgabe richtig machst, dann machst du es dir gleichzeitig sehr leicht.

Zumindest sobald du eine Aktie gekauft hast und sie sich in deinem Portfolio befindet.

Das Schwierige dabei ist, das Richtige zu kaufen. Da draußen gibt es Zehntausende von Unternehmen, die Investoren zur Verfügung stehen, und die große Mehrheit davon sind das, was ich „nur Unternehmen“ nenne. Das bedeutet, dass sie durchschnittliche Unternehmen und in Ordnung sind, aber es gibt nichts Besonderes an ihnen — keine dauerhaften Wettbewerbsvorteile, keine innovativen und smart Managementteams und keine wirkliche Gelegenheit, für Investoren großartige Renditen zu schaffen.

Dann kommt noch die Tatsache hinzu, dass sobald man ein großartiges Unternehmen findet, es keine Garantie dafür gibt, dass es auch zu einem Kurs gehandelt wird, der es zu einer guten Investition macht. Wenn es dem breiten Konsens entspricht, dass es sich um ein großartiges Unternehmen handelt, dann wird es meistens nicht mehr zu einem attraktiven Preis gehandelt.

Ein großer Teil des Erfolges eines langfristigen Investors besteht darin, die Geduld zu haben, auf die richtigen Gelegenheiten zu warten — und die Sorgfalt, immer weiter zu suchen.

Zusätzlich sollte man noch eine gute Beobachtungsliste voller Unternehmen haben, auf die man immer ein Auge hat.

Als Chefanalyst des Teams von Stock Advisor bei Motley Fool Deutschland habe ich eine Liste von Unternehmen, von denen ich glaube, dass sie großartige Investitionen für unsere Abonnenten sein könnten. In diesem Bericht werde ich dir drei dieser Unternehmen vorstellen.

(Eines dieser Unternehmen ist sogar eine Kaufempfehlung für Stock Advisor-Mitglieder. Am Ende dieses Berichtes werde ich dir erzählen, wie du herausfindest, welches es ist!)


Nestlé

Der globale Riese

Eine riesige Reihe besonders bekannter und erfolgreicher Marken

Ist es heutzutage überhaupt noch möglich, Nestlé und seine Produkte nicht zu kennen? Dieser Gigant mit 252 Milliarden Schweizer Franken Marktkapitalisierung verkauft von Kaffee über Schokolade bis hin zu Babynahrung und Wasser in Flaschen alles … und noch jede Menge mehr.

Das Unternehmen zählt Dutzende von Marken: Nescafé (eine Marke, die Forbes allein mit 16,8 Milliarden US-Dollar beziffert), KitKat, Nespresso, Toll House, Gerber, Perrier, Carnation, Nesquik, Nestea, Boost, Dreyer’s, Mövenpick, Purina, Beneful und Butterfinger … und noch viele mehr. Um genau zu sein, sind es mehr als 2.000 Marken.

Alles beim Geschäft von Nestlé ist megagroß. Die Umsätze der letzten zwölf Monate, die am 30. Juni endeten, betrugen 82 Milliarden Euro, der Gewinn im selben Zeitraum 8,5 Milliarden Euro. Das Unternehmen verkauft seine Produkte in 191 Ländern. Es hat 418 Werke und 328.000 Angestellte. Nestlé verfügt über 4,6 Milliarden Euro an Barmitteln in der Bilanz und Vermögenswerte im Wert von 114,2 Milliarden Euro.

Groß bedeutet aber nicht unbedingt gut. Es gibt viele große Unternehmen, die die Zeit eines Investors einfach nicht wert sind. Nestlé ist keines dieser Unternehmen.

Beeindruckende Zahlen in guten und schlechten Zeiten

Eine meiner liebsten Kennzahlen bezüglich der Qualität eines Unternehmens ist die Eigenkapitalrendite. Es gibt keinen Wert, der dir alles über ein Unternehmen verrät, was du wissen musst. Die Eigenkapitalrendite kommt dem aber schon ziemlich nah. Sie eröffnet Investoren, wie effizient ein Unternehmen mit seinen Vermögenswerten, Anlagen und seinem Kapital umgeht – also wie gut diese Ressourcen eingesetzt werden, um Gewinne für Investoren zu generieren.

Die Eigenkapitalrendite von Nestlé sah in den letzten fünf Jahren folgendermaßen aus:

Die Eigenkapitalrendite von Nestlé sah in den letzten fünf Jahren folgendermaßen aus:

Jahr 2012 2013 2014 2015 2016
EKR 17,4 % 16,2 % 21,8 % 13,7 % 13,4 %

Quelle: S&P Global Market Intelligence. EKR = Eigenkapitalrendite.

Die meisten Unternehmen sind schon froh, wenn sie eine Eigenkapitalrendite von über 10 % bekommen, daher ist eine konsequente Eigenkapitalrendite im mittleren Zehner- bis 20er-Bereich beeindruckend. Nestlé erreicht diese Ergebnisse auch nicht erst seit fünf Jahren. Das Unternehmen konnte bereits im Jahr 1990 zweistellige Eigenkapitalrenditen erreichen. Seit diesem Jahr sammelt auch S&P Global Market Intelligence Daten zu diesem Unternehmen. Ich würde sagen, dass Nestlé selbst davor schon solche Ergebnisse generieren konnte.

Selbst in schweren Zeiten der Weltwirtschaft konnten positive Ergebnisse für Investoren generiert werden. Im Jahr 2001, als sich die meisten Investoren wegen der Dotcom-Blase und der folgenden Rezession die Haare rauften, konnte Nestlé eine Eigenkapitalrendite von 21 % verbuchen. Im selben Jahr stieg der Reingewinn um 16 %, während die Dividende ebenfalls um 16 % erhöht wurde. Das Jahr 2008 war für viele Unternehmen auf der ganzen Welt eine Katastrophe, doch Nestlé konnte eine Eigenkapitalrendite von 13 % liefern und erhöhte die Dividende um 15 %.

Das ist ein starkes Geschäft mit ernsthaften Wettbewerbsvorteilen, das in guten und schlechten Zeiten funktioniert.

Aber nicht alles ist großartig

So toll, wie das alles klingt (und auch ist!) — Nestlé ist nicht perfekt. Ein prominenter Investor — mehr über ihn später — drückt es sehr treffend aus. Die Gewinnmargen von Nestlé sind nämlich geringer als die der wichtigsten Wettbewerber wie Kraft Heinz, Hershey und Kellogg.

Das Unternehmen hat es auch mit einem langsameren Umsatzwachstum zu tun. Ein Unternehmen von Nestlés Größe kann natürlich nicht sehr schnell wachsen. Das durchschnittliche Wachstum der letzten fünf Jahre bis 30. Juni 2017 betrug weniger als 1 % pro Jahr.

Und hier kommt unser prominenter Investor ins Spiel. Daniel Loeb und sein Hedgefonds Third Point LLC investierten mehr als 3,5 Milliarden US-Dollar in Nestlé und nutzten diese große Investition, um das Management zu Veränderungen zu drängen, die das Wachstum und die Margen erhöhen sollten – was zu großen Gewinnen die Investoren führen sollte.

Diese Aktivistenkampagnen können problematisch sein, besonders wenn es sich um so große Unternehmen wie Nestlé handelt. Das Timing scheint aber für Third Point richtig gewesen zu sein, da CEO Ulf Mark Schneider sein Amt erst seit Anfang 2017 bekleidet und für die Ideen von Loeb offen zu sein scheint.


Fuchs Petrolub

Ein Unternehmen, das läuft wie geschmiert

So langweilig

Dieses eine Zitat von Peter Lynch aus One Up On Wall Street (deutscher Titel: Der Börse einen Schritt voraus) hat mir immer schon sehr gefallen: „Ein Unternehmen, das langweilige Dinge tut, ist fast so gut wie ein Unternehmen mit einem langweiligen Namen; und beides zusammen ist wunderbar.“

Ich möchte den Leuten von Fuchs Petrolub nicht zu nahe treten, wenn ich deren Namen als genau das bezeichne.

Was ist das Geschäft hinter diesem ach so langweiligen Namen? Schmiermittel.

Du wirst jetzt glauben, dass das wohl ein Witz ist, aber das ist es nicht. Überhaupt nicht. Obwohl ein langweiliger Name und ein langweiliges Geschäft das Unternehmen noch nicht investierenswert machen, sollte man eines bedenken: Großartige Investitionen zu finden bedeutet, meistens dort zu schauen, wo die anderen nicht hinsehen.

Es lohnt sich, hinzuschauen

Meistens suchen Investoren nach Unternehmen mit coolen Namen, die klingen, als würden sie etwas Interessantes tun oder als wären sie zu Größerem bestimmt. Wie Rocket Internet. Oder Evotec. Oder First Majestic Silver. Es liegt in der Natur des Menschen, solche Namen wirken auf die Investoren einfach anziehend. Bei langweiligen Namen wie Fuchs Petrolub schauen sie gar nicht hin.

Dasselbe trifft aber auch auf das Geschäft selbst zu. Investoren mögen 3D-Drucker, Nanobots und künstliche Intelligenz. Ich sage nicht, dass das keine interessanten Bereiche sind (das sind sie sehr wohl!) oder dass es keine großartigen Unternehmen geben wird, die aus diesen Bereichen kommen werden (das denke ich doch!). Aber wie schon gesagt, großartige Investitionen werden oft gefunden, indem man an Orten sucht, an denen die anderen nicht nachschauen. Massen von Investoren beschränken sich auf künstliche Intelligenz, da wird ein Unternehmen im Bereich Schmiermittel bei vielen gar nicht auf dem Radar erscheinen.

So gut ist Fuchs

Gut, das hätten wir schon einmal geklärt. Jetzt stellt sich die Frage, ob Fuchs ein gutes Unternehmen ist. Es gibt viele Anzeichen, die unserer Meinung nach auf ein Ja hindeuten. Das Geschäft besteht seit etwa 86 Jahren, es hat mehr als 100.000 Kunden und ist in mehr als 150 Ländern vertreten. Fuchs scheint also einiges richtig zu machen.

Sehen wir uns einmal die herausragenden Zahlen an. In den letzten zwölf Monaten bis zum 30. Juni 2017 hatte das Unternehmen eine Eigenkapitalrendite von fast 24 %. Der Reingewinn stieg in den letzten fünf Jahren stetig im Durchschnitt um 7 % pro Jahr. Die Gesamtschulden betrugen nur 18 Millionen Euro, womit das Unternehmen ein Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital von nur 1,5 % aufweist.

Das Management teilt die Interessen der Aktionäre. CEO Stefan Fuchs ist mit 7 % der zweitgrößte Aktionär des Unternehmens. Die Familie Fuchs besitzt über 27 % des Unternehmens und ist damit der größte Aktionär.

Fuchs ist vielleicht nicht in einem Geschäft tätig, für das sich Investoren gerade besonders interessieren. Das Unternehmen plant dennoch für die Zukunft. Im Jahr 2016 gab das Unternehmen 44 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung aus &mdas; in etwa das Doppelte wie im Jahr 2009. Das Unternehmen investiert in neue Produkte und Technologien, die das Geschäft in den kommenden Jahrzehnten relevant und profitabel halten können.


? ? ?

Dieses Unternehmen ist ein Kauf

Klein, aber oho

Bei dem dritten Unternehmen handelt es sich um einen kleinen, schnell wachsenden und innovativen Vordenker.

Nestlé wird mit mehr als 200 Milliarden Euro bewertet, dieses kleine Unternehmen mit weniger als eine Milliarde. Nestlé ist mehr als 150 Jahre alt, dieser Nebenwert nur 44 (Moment mal, das ist doch nicht so jung!). Nestlé schafft es kaum, die Umsätze jährlich um 1 % zu erhöhen, im Gegensatz zu einer Erhöhung der Umsätze um 22 % in den letzten fünf Jahren bei dieser Firma.

Was das Unternehmen macht

Das Kernprodukt unseres Unternehmens ist eine Software, die hilft, Bauprojekte effizienter umzusetzen. Die meisten Bauprojekte werden zuerst am Computer modelliert, bevor irgendetwas in der realen Welt gebaut wird. Mit Hilfe der Computer-Aided-Design-Software (CAD) von Unternehmen wie AutoDesk können Architekten dreidimensionale Modelle ihres Projektes erstellen und in der virtuellen Welt detailgetreu nachbauen.

Bei der vierten Dimension kommt diese Firma ins Spiel … und bei der fünften!

CAD-Software erlaubt es den Projektmanagern, die physischen Dimensionen eines Gebäudes zu modellieren. Die Dimensionen 4 und 5 beziehen sich auf den Zeitplan und das Budget. Mit der Software dieses Unternehmens kann ein Projektteam modellieren, wann welche Elemente des Projektes stattfinden werden und, was vielleicht noch wichtiger ist, wie viel das alles kosten wird. Das ermöglicht es, ein Projekt deutlich effizienter und günstiger abzuwickeln.

Man möchte jedoch nicht in der virtuellen Welt bleiben. Durch ein Joint Venture mit einem großen Hersteller zielt man darauf ab, die virtuelle Welt mit der realen Welt zu vereinen, um vorgefertigte Teile herzustellen und diese nahtlos über die eigene Software zu managen. Dieses Joint Venture ist extrem ehrgeizig, hat aber auch das Potenzial, die Art und Weise zu revolutionieren, wie Industrie- und Wohnbauprojekte umgesetzt werden. Aber es kommt noch besser: Der Joint Venture-Partner behauptet, dass diese Lösungen die Kosten um 30 % senken könnten.

Womöglich nicht mehr lange so klein

Wenn Ambitionen groß sind, dann ist der Markt dahinter noch größer. Weltweit wird die Bauindustrie in Billionen von Euro gemessen, und solange die Weltwirtschaft wächst (laut der Weltbank stieg im Jahr 2016 das weltweite BIP um 2,4 %) und sich die Bevölkerung weiter erhöht (aktuell zählen wir 7,5 Milliarden Menschen und es werden jährlich etwa 80 Millionen mehr), dann wird auch die Nachfrage an Bauprojekten steigen.

Obwohl die stärkste Präsenz dieser Firma im Heimatland Deutschland ist, konzentriert sich das Unternehmen auch darauf, auch international zu wachsen. Das wird durch eine Präsenz in anderen Märkten und durch Partnerschaften mit Universitäten wie Hongkong und Stanford sowie durch strategische Partner wie Autodesk und Microsoft realisiert.

Das sind drei sehr gute Unternehmen!

Nach dieser Lektüre sollte es keine Überraschung sein, warum sie sich auf meiner Beobachtungsliste befinden. Jedes dieser Unternehmen könnte eine fantastische Investition sein … aber nur zum richtigen Kurs. Selbst ein fabelhaftes Unternehmen kann eine mittelprächtige oder schlechte Investition sein, wenn man zu viel dafür bezahlt.

Wie lautet der Name dieses Unternehmens, das nicht nur eine gute Investition darstellt, sondern es auch auf die Empfehlungsliste von Stock Advisor Deutschland geschafft hat und eine offizielle Kaufempfehlung für unsere Mitglieder ist?

Die „schlechte“ Nachricht ist, dass wir die Empfehlungen unserer Premium-Dienste schützen müssen. Die gute Nachricht ist, dass es sehr leicht ist, Mitglied von Stock Advisor Deutschland zu werden, und tausend anderen Investoren zu folgen, die bereits von der Recherche, Analyse und der Gemeinschaft bei Stock Advisor Deutschland profitieren.

Klicke hier, um deine Investitionsreise mit Stock Advisor Deutschland heute zu starten.

Beste Foolishe Grüße,

Bernd Schmid,
Chefanalyst,
Motley Fool Stock Advisor Deutschland

Alle der enthaltenen Zahlen sind von 18. September 2017 soweit nicht anders angegeben.

Teresa Kersten arbeitet bei LinkedIn und ist im Vorstand von Motley Fool. LinkedIn ist ein Tochterunternehmen von Microsoft. The Motley Fool besitzt Aktien von Nestlé. Bernd Schmid besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Bericht: dient (a) nur dem Zweck einer generellen Information und stellt keine Kaufempfehlung dar; und stellt (b) weder eine Aufforderung zum Verkauf einer Aktie dar, noch rät er zum Kauf einer bestimmten Aktie und sollte auch nicht als alleinige Grundlage für solche Entscheidungen dienen. The Motley Fool GmbH, ihre Mitarbeiter und sämtliche für The Motley Fool tätigen Autoren (kollektiv als „TMF“ bezeichnet) befürworten weder den Kauf oder Verkauf einer Aktie, noch empfehlen sie bestimmte Papiere oder haben eine unterstützende Funktion gegenüber eines der erwähnten Unternehmen. Dieser Report repräsentiert die Meinung eines individuellen Autors und beabsichtigt nicht, dir einen professionellen finanziellen Rat zu erteilen oder dich bezüglich deiner persönlichen Umstände finanziell zu beraten.

©2017 The Motley Fool GmbH. Sämtliche Rechte vorbehalten.

The Motley Fool, Fool und das Fool Logo sind registrierte Marken der The Motley Fool Holdings, Inc.

Der Inhalt dieses Newsletters ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten.

Verwendete Markenzeichen und Marken sind Eigentum der entsprechenden Besitzer.