Ein Sonderbericht

Das Geheimnis der Foolishen Anlage-Philosophie

Teil 1: Wie man Foolish investiert 

Bernd Schmid, Leitender Investor, Stock Advisor Deutschland


Bei Motley Fool glauben wir, dass du mehr als nur Mitglied bei uns bist, hier bist du unser Partner. Im wirklichen Leben würde man keinen Partner wählen, ohne zu wissen, was er oder sie für eine Lebensphilosophie hat, wie er oder sie zur Liebe, zu Kindern, Sport oder vielen anderen wichtigen Themen steht.

Dasselbe gilt auch für Investment-Beratung, wie wir sie machen. Du gibst dein Geld doch nicht blind irgendjemandem, der behauptet, dich reich machen zu können. Bevor du also dein Geld hergibst, möchtest du auch deren Prozesse verstehen, ihre Praktiken und wofür diese Leute eigentlich stehen.

Schon von Anfang an bilden bei Motley Fool acht wichtige Investitions-Prinzipien den Kern unserer Philosophie – Prinzipien, die unserem amerikanischen Dienst Stock Advisor geholfen haben, den Markt bei weitem zu schlagen. In Deutschland möchten wir, dass du als unser Investmentpartner auch an unseren überdurchschnittlichen Renditen teilhaben kannst. Im Folgenden erfährst du, welche Prinzipien hinter unserem erfolgreichen Investitionsansatz stehen.

Prinzip Nr. 1: Kauf Unternehmen, keine WKNs oder Ticker-Symbole

Das kommt direkt aus dem Munde des berühmten amerikanischen Investors Peter Lynch, der mit dem Fidelity Magellan Investmentfonds 30 % durchschnittliche Jahresrendite erzielt hat. Wir bei Motley Fool kaufen die Wachstumsaussichten eines Unternehmens, seine Zukunft und sein Management. Wir sind nicht daran interessiert, einen Wert aus einem Chart zu extrahieren und wir investieren nicht einfach blind in eine Industrie, die gerade angesagt ist. Wir ziehen es vor, unser Geld in Unternehmen zu stecken, von denen wir glauben, dass sie langfristig großen Mehrwert für ihre Aktionäre generieren werden.

Prinzip Nr. 2: Investiere langfristig

Wir sind langfristig orientierte Investoren und wir sehen die langfristige Perspektive als den größten Vorteil, den wir Einzelinvestoren gegenüber einer kurzsichtigen Finanzindustrie haben. Aber wir kaufen nicht einfach bloß Aktien von Unternehmen und vergessen sie dann wieder. Wir führen genau darüber Buch, folgen den Nachrichten zu diesen Unternehmen, untersuchen die Quartalsberichte und wir versuchen mehr über diesen Industriezweig zu lernen. Wir kaufen unsere Aktien auch jeden Monat nach, sodass wir kontinuierlich sparen und investieren.

Prinzip Nr. 3: Wir machen uns die Zeit zunutze

Dieses Konzept ist mit dem des langfristigen Investierens sehr eng verbunden. Einfach gesprochen nutzen wir die kurzfristige Ausrichtung des Marktes zu unserem Vorteil, indem wir uns auf Unternehmen konzentrieren, die in mindestens einem Jahr großes Gewinnpotenzial haben. Die meisten Profiinvestoren konzentrieren sich nur auf das Kursziel in 12 Monaten – oder noch kürzer – während wir nach großartigen Unternehmen Ausschau halten, die über Jahre hinweg Renditen generieren werden.

Prinzip Nr. 4: Diversifizieren

Wir glauben an den Wert eines diversifizierten Portfolios wie Walter Schloss, der erstaunliche Jahresrenditen generierte und fast 1.000 Wertpapiere hielt. Wir brauchen nicht so viele Aktien, aber ein diversifiziertes Portfolio schützt uns vor den unvermeidlichen Kursrücksetzern und erlaubt es uns auch nachts gut zu schlafen. Diversifizierung kann man schon mit etwa einem Dutzend Unternehmen erreichen, aber der positive Nutzen steigt in der Regel nicht mehr weiter, wenn ein Portfolio mehr als 30 Unternehmen umfasst.

Prinzip Nr. 5: Dort suchen, wo andere nicht suchen

Wir sind nicht daran interessiert, mit der Herde zu laufen. Wir interessieren uns aber sehr wohl dafür, für uns selbst zu denken, unsere eigene Recherche vorzunehmen und unsere eigenen Entscheidungen zu treffen. Das beinhaltet auch dann gierig zu sein, wenn die anderen ängstlich sind, wie Warren Buffett klugerweise rät — und mit alternativen Investmentstrategien gegen den Strom zu schwimmen, wenn diese angebracht sind.

Prinzip Nr. 6: Gib deine Emotionen an der Tür ab

Wir wissen, dass die Aktien aus verschiedenen Gründen steigen und fallen — und oft passieren diese Dinge täglich. Wir managen unser Temperament und lassen unsere Emotionen nicht unsere Entscheidungen beeinflussen. Wenn Aktien aus einem ungerechtfertigten Grund einbrechen, dann kaufen wir eher nach als zu verkaufen.

Prinzip Nr. 7: Buch führen

Wir glauben an den Wert, alles schriftlich festzuhalten und wir führen über alles von Anfang an genau Buch. Wir werden zu Anfangs unsere Renditen hier auf dieser Webseite verfolgen. In zehn Jahren wirst du die Performance deiner Aktien in unserer Performance-Liste immer noch zurückverfolgen können, egal zu welcher Tageszeit. Bietet dein Broker dir dasselbe?

Prinzip Nr. 8: Sei Foolish und hab Spaß

Viele Leute glauben, dass das Investieren zu schwierig für Normalsterbliche wäre. Daher sparen viele Leute einfach nur und überlassen das mit dem Geld am besten den Profis. Wir glauben aber, dass du das besser als dein Finanzberater kannst und wir glauben auch, dass du dabei Spaß haben solltest.

Und da haben wir sie: Die acht Säulen des Foolishen Investierens. Obwohl wir Fools uns diesen acht Prinzipien verschrieben haben, sind wir ein bunter Haufen und wir haben alle unseren eigenen Stil, wenn es um die feinen Einzelheiten bei der Auswahl von Aktien geht.

Foolishes Fazit

Wenn du diese acht Säulen des Foolishen Investierens annehmen kannst, dann glauben wir, dass du mit dem Investieren langfristigen Wohlstand aufbauen kannst. Jetzt bist du Teil der Motley-Fool-Familie und du hast den zusätzlichen Vorteil zu wissen, dass du das alles nicht alleine schaffen musst. Das gesamte Team ist hier, um dir auf deinem Weg zum finanziellen Wohlstand zu helfen. Wir helfen dir, indem wir neue Gedankengänge einschlagen und indem wir uns gegen den Mainstream wenden, wenn wir eine diversifizierte Auswahl von hochwertigen Unternehmen identifizieren, die wir selbst auch jahrelang halten. Und auf diesem Weg werden wir auch unser Bestes tun, um miteinander Foolishen Spaß zu haben.

 

Teil 2: 6 Zeichen eines Rule Breakers

Sven Vogel, Rule Breakers Deuschland


Das Investieren in Unternehmen, die am Beginn ihrer Wachstumsphase stehen, verspricht die höchsten Renditen. Zumindest, wenn man diese Investitionen langfristig hält.

Wir nennen diese Unternehmen Rule Breaker (zu Deutsch: Unternehmen, die bestehende Regeln brechen). Das Motley Fool Rule Breakers Team in Amerika und hier in Deutschland hat die Mission, die großartigsten Wachstumsunternehmen der Zukunft an den US-Börsen zu den Investoren der DACH-Region zu bringen. Und das noch bevor die DACH-Börsenexperten oder sogar die Experten an der amerikanischen Wall Street auf diese Unternehmen aufmerksam geworden sind.

Aber warum sollte man in Wachstumsunternehmen investieren?

Die 6 Zeichen

 

  1. Platzhirsch und Pionier
  2. Nachhaltiger Wettbewerbsvorteil
  3. Vergangene Kurssteigerungen
  4. Gutes Management
  5. Hohe Attraktivität für den Konsumenten
  6. Überbewertet, wenn man den Medien glaubt

Wenn wir über Wachstum sprechen, dann sprechen wir grundsätzlich von Unternehmen, die dieses Jahr mehr Dienstleistungen und Produkte verkaufen als sie im letztes Jahr verkauft haben und die erwarten, im nächsten Jahr noch mehr davon zu verkaufen. Allerdings solltest du nicht isoliert nach heißen Aktien und hohen Wachstumsraten schauen, sondern auch andere Dinge beachten.

Bei Rule Breakers geht es darum, Unternehmen zu finden, die hohe Wachstumsraten – oder erwartete hohe Wachstumsraten – in nachhaltige und lang andauernde Cashflows/Einnahmen umwandeln. Mit den richtigen Prinzipien und etwas Disziplin kannst auch du ein erfolgreicher Wachstumsinvestor werden, und wahnsinnige Renditen erzielen.

Warum es funktioniert

Schnelles Wachstum kann dir als Investor die höchstmöglichen Renditen bescheren, nachlassendes Wachstum ist aber ein sicheres Ticket für mittelmäßige Renditen oder gar noch weniger. Aber wie findest du die Unternehmen, die hohe Renditen bringen und vermeidest Fehler, die dir deine Performance vermiesen?

Wir untersuchen sechs Kriterien, um einen Rule Breaker zu identifizieren. Nicht jede großartige Wachstumsinvestition erfüllt all diese Kriterien. Die Unternehmen, die aber all diese Kriterien erfüllen, verdienen besondere Beachtung. Das sind nämlich meist die Unternehmen, die auch über einen langen Zeitraum sehr hohe Wachstumsraten erzielen.

  1. Platzhirsch und Pionier in einer wichtigen und wachsenden Branche

Der Platzhirsch besetzt den größten Marktanteil in seiner Branche und ist gemessen an der Marktkapitalisierung meist das größte Unternehmen der Branche. Der Pionier ist der Innovator, der eine Nische als erstes besetzt – seinen Markt quasi selbst erschafft. Natürlich muss diese Nische es auch wert sein, sie zu dominieren.

Welche Unternehmen hatten all das? Denk an Microsoft und Software, Starbucks und Kaffee, Whole Foods und organische und natürliche Lebensmittel. Starbucks hat den Kaffee nicht erfunden und Whole Foods war nicht der erste Lebensmittelladen, der organische Lebensmittel verkauft hat. Aber beide Unternehmen erkannten die nationalen und sogar internationalen Expansionschancen in ihrer Branche, die andere nicht erkannten.

Rule Breaker verstecken sich nicht, sie sind direkt vor unseren Augen und bringen disruptive Technologien, cleveres und effektives Marketing oder ganz neue Geschäftsmodelle mit.

  1. Nachhaltiger Wettbewerbsvorteil durch Unternehmensdynamik, Patentschutz, visionäre Führung oder ungeschickte Wettbewerber

Erfolgreiche Unternehmen ziehen Wettbewerber an. Die spannende Frage ist, wie gut ein Unternehmen sich diese Wettbewerber vom Hals halten kann.

In manchen Branchen, wie zum Beispiel in der Pharmaindustrie, können Patente einen bleibenden Wettbewerbsvorteil einbringen. In anderen Branchen, wie beispielsweise der Softwarebranche, ist der Schutz mit Patenten aber möglicherweise problematisch, da hier geschützte Erfindungen oftmals umschifft werden können.

Glücklicherweise gibt es andere Wege, Wettbewerbsvorteile zu schützen. Unternehmen haben Geheimnisse (die Coca-Cola – Formel ist nicht patentiert, aber es ist ein gut gehütetes Geheimnis, das nur wenige Mitarbeiter kennen) und können Fähigkeiten entwickeln, die andere nur schwer nachahmen können. Andere Geschäfte erfordern wahnsinnige Investitionen um erfolgreich zu sein, wiederum andere Unternehmen investieren in ihre Reputation und den Markennamen. Manchmal ist das Management eines Unternehmens auch einfach nur cleverer als die Wettbewerber – und manchmal schaffen es Wettbewerber einfach nicht, sich an eine sich verändernde Welt anzupassen.

Der Schlüssel ist, den Burggraben eines Unternehmens zu finden, der mögliche Wettbewerber abhält. Und dann herauszufinden, wie viel Krokodile darin schwimmen.

  1. Starker Kursanstieg in der Vergangenheit

Denke einmal aus einer Investorenperspektive an Newtons Gesetz über die Trägheit der Masse: Eine Aktie im Aufwärtstrend neigt dazu, diesen Trend beizubehalten, es sei denn eine außenstehende Kraft bricht diesen Aufwärtstrend.

Die besten Wachstums Aktien steigen weiter, da ihre Vorteile dafür Sorge tragen, beachtliche Ergebnis- und Cashflow Steigerungen zu erzielen und neue Anhänger unter Kunden und Investoren zu finden. Verlasse dich aber nicht auf das Momentum, wenn keine anderen starken Fundamentaldaten vorhanden sind. Ein starkes Unternehmen, das aus allen Rohren feuert, kann aber einen starken Lauf aufrechterhalten.

  1. Gutes Management und kluge Unterstützung

Ein gutes Management sticht beinahe alle anderen Bedenken aus. Denke an ein Unternehmen wie Target Corporation, der nach Wal-Mart größte Discounter in den USA. In seinem Kern ist Target nur ein weiterer Discounter mit wenigen strukturellen Vorteilen gegenüber den Wettbewerbern. Aber aufgrund gutem Managements war das Unternehmen sehr erfolgreich und erfreute seine Aktionäre mit großartigen Renditen.

Lieber ein mittelmäßiges Unternehmen mit großartigem Management, als ein großartiges Unternehmen mit mittelmäßigem Management. Mit der Zeit werden die unfähigen Jungs nämlich auch das großartigste Unternehmen in den Ruin treiben.

Und nun stell dir mal vor, es gibt ein großartiges Unternehmen mit einem großartigen Management-Team – das ist eine mächtige Allianz.

Die Qualität des Management-Teams einzuschätzen ist natürlich etwas subjektiv, da es sich dabei um menschliche Wesen handelt. Glücklicherweise sind auch wir menschliche Wesen und die allermeisten von uns sind mit Fähigkeiten ausgestattet, um auch subjektivere Dinge zu bewerten. Eine Möglichkeit das zu tun ist es beispielsweise, den Quartalskonferenzen und Investorenpräsentationen zu lauschen.

Auch wenn du nicht mit dem Management direkt sprechen kannst – das Internet ermöglicht es herauszufinden, wie die großen Bosse denken und wie sie mit Investoren umgehen. Sind sie clever? Haben sie Visionen? Können sie begeistern? Die Chefs von Rule Breaker Unternehmen sind meist Unternehmer mit einer langen Vorgeschichte von Unternehmensgründungen, die man sich anschauen kann. Auch wenn man das Ganze nicht mit Zahlen messen kann, erhältst du sicherlich ein Gefühl, mit wem du es zu tun hast.

  1. Hohe Attraktivität für Konsumenten

Es ist fast unmöglich, die Macht einer starken Marke zu überschätzen. Ist ein Unternehmen sehr attraktiv für Konsumenten, ist es sehr viel einfacher, überdurchschnittliches Wachstum aufrecht zu erhalten. Eine Marke kann sich eines Tages selbst verstärken – darum braucht Starbucks auch kaum Werbung machen.

Eine Marke wird meist mit einem bestimmten Erlebnis verbunden. Wir sind Gewohnheitstiere, und wenn wir weniger denken müssen, wird das Leben deutlich einfacher. Die Gewohnheit einer starken Marke – zu wissen woher die nächste Tasse Kaffee kommt – stärkt den Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens gegenüber seinen Wettbewerbern immens. Außerdem gibt eine Marke einem Unternehmen Preissetzungsmacht gegenüber seinen Wettbewerbern – auch du bist bereit mehr für einen Markennamen zu bezahlen, richtig?

Natürlich, es gibt einige großartige Unternehmen, die in speziellen Branchen unterwegs sind, die einfach wenig Attraktivität für Konsumenten ausstrahlen. Das ist OK, aber wir wollen sicher sein, dass die Produkte, der Name und die Reputation eines Unternehmens für die Leute auf die es ankommt eine Marke sind. Wenn du dir ein abgefahrenes Softwareunternehmen anschaust, dann frage dich: Könnte dieses Unternehmen seine Produkte 5 % oder auch 10 % teurer machen als die Konkurrenz ohne Marktanteile zu verlieren – nur aufgrund seiner loyalen Kunden und großartigen Reputation?

  1. Deutlich überbewertet, wenn man die Finanzmedien fragt

Das hört sich wahrscheinlich nach einem sehr seltsamen Zeichen an. Wer möchte denn schon eine Aktie kaufen, die, wenn es nach den weisen Finanzkommentatoren geht, deutlich zu teuer ist und kurz davor steht abzuschmieren?

Tatsächlich ist die Verunglimpfung als „überbewertet“ eine Eigenschaft, die viele Rule Breaker Unternehmen teilen und die daher von angeblich cleveren Investoren gemieden werden … das sind aber auch Aktien, die sich in den Jahren verdoppeln, verdreifachen, vervierfachen oder noch mehr.

Das “Zu Teuer” – Label entsteht meist durch das unterschätzen, wie Rule Breaker eine bestimmte Branche erschüttern können, Wettbewerber ausschalten können und in einer relativ kurzen Zeit wachsen können. Diese Ängste lässt einige Investoren an der Seitenlinie warten, nur um später dann einzusteigen und den Kurs noch weiter nach oben zu treiben, wenn die Geschichte Kontur annimmt.

Diese sechs Kriterien können nicht garantieren jede Niete zu vermeiden oder jeden Gewinner zu finden. Allerdings bieten sie einen Rahmen, um schnell wachsende Unternehmen zu bewerten. Wir denken, dass diese Kriterien deinen Fokus auf Eigenschaften legt, die am wahrscheinlichsten auf Unternehmen zutrifft, die Wachstum auch in außergewöhnliche Renditen verwandelt.

Ist Rule Breakers das Richtige für dich?

Bist du bereit, die ultimativen Wachstumsunternehmen zu entdecken? Das ist gut. Denn genau das solltest du tun. Aber du solltest auch einige wenige Dinge beachten, wenn du das tust.

Jeder Investor, egal welche Investitionsstrategie er auch verfolgt, macht Fehler. Damit meinen wir wirklich jeden, auch das Rule Breakers Team. Wir können angemessene Annahmen über die Zukunft treffen und daraus Schlussfolgerungen ableiten, aber auch wir können die Zukunft nicht mit absoluter Sicherheit vorhersehen.

Bei Wachstumsaktien kosten dich Fehler aller Wahrscheinlichkeit nach Geld. Du kaufst nämlich Aktien die zu Kursen gehandelt werden, in denen die Erwartungen einpreist sind, dass die Zukunft des Unternehmens deutlich besser ist als die Gegenwart, dass diese neue Technologie funktioniert, dass dieses neue Produkt auf den Markt kommt und, dass die Nachfrage steigt.

Wenn sich aber herausstellt, dass das Morgen nur etwas besser ist als das Heute, dann bezahlst du dafür. Wenn sich herausstellt, dass die Zukunft gar schlechter ist als heute, dann wirst du noch mehr bezahlen. Die Aktienkurse von Rule Breaker Unternehmen sind sehr volatil, da die unsicheren Vorhersagen über die Zukunft oftmals neu bewertet werden. Sowohl gute als auch schlechte Nachrichten sorgen für starke Kursausschläge.

Daher solltest du gute Nerven haben, wenn du mit Rule Breakers investierst, um diese Volatilität auszuhalten. Führt bereits die Vorstellung, dass eine deiner Aktien an einem einzigen Tag mehr als 30 % an Wert verlieren könnte zu einer Magenverstimmung, dann ist Rule Breakers vielleicht nicht der richtige Ansatz für dich.

Du solltest die Rule Breakers Empfehlungen als einen Teil eines größeren Portfolios investieren. Wenn du in deinem Portfolio zehn Aktien mit jeweils gleichen Anteilen hältst und eine sinkt um 50 %, dann verringert sich dein Depotwert lediglich um 5 %. Wenn eine dieser Aktien aber um 500 % steigt, dann geht dein ganzes Depot um 50 % nach oben – nur durch die Bewegung einer einzigen Aktie.

Wenn du den Rule Breakers Ansatz mit einer Portion Geduld und Vorsicht befolgst, dann findest du ganz bestimmt Aktien, die 500 % und mehr steigen werden. Du wirst aber auch welche auswählen, die 90 % ihres Werts verlieren – wir haben schon beides getan. Das Geheimnis damit zurecht zu kommen ist es, deine Rule Breakers Investitionen als einen Teil eines größeren Plans zum Vermögensaufbau zu sehen.

Das Foolishe Schlusswort

Wo sind die innovativen Veränderungen die derzeit geschehen? Einige kommen sicherlich erst jetzt ganz langsam an die Oberfläche und sind noch nur für wenige Augen sichtbar.

Einige sind aber bereits so ausgereift und greifbar für Investoren die gewillt sind, die Regeln zu brechen. Aber wo gibt es diese Gelegenheiten? Solarenergie? Robotik? Cloud Computing? E-Sports? E-Commerce? Online-Marketing? Künstliche Intelligenz? Internet der Dinge? Selbstfahrende Autos? Überall bei den genannten Themen oder ganz woanders?

Diese Unternehmen zu finden erfordert Detektivarbeit, in diese Unternehmen zu investieren fordert deine Fähigkeiten als umsichtiger Investor.

Aber Achtung: Der Rule Breakers Ansatz zielt nicht darauf ab, große Wetten auf zwar strahlende aber noch unbewährte Ideen abzuschließen. Bei Rule Breakers geht es darum, Unternehmen zu finden, die bereits erfolgreich eine neue Nische erschlossen haben – und diejenigen darunter auszuwählen, die auch morgen noch erfolgreich sein werden.

In anderen Worten: Rule Breakers ist das Maß aller Dinge, wenn es um Wachstumsunternehmen geht.

 

Teil 3: 3 besondere Eigenschaften, die Nebenwerte interessant machen

Peter Roegner, US Nebenwerte Perlen


Was ist eigentlich ein Nebenwert?

Ob eine Aktie ein Nebenwert ist, wird an der Marktkapitalisierung (Anzahl der Aktien eines Unternehmens * Kurs) festgemacht. In den USA unterscheidet man drei Kategorien:

  • Large Caps
  • Mid Caps
  • Small Caps

Mit den Micro Caps gibt es sogar noch eine vierte Art Aktien, aber dabei handelt es sich häufig um obskure Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von wenigen Millionen Dollar, die sich für seriöse Anleger nicht eignen.
Der Begriff „Cap“ steht übrigens für die englische Kurzform der Kapitalisierung (Capitalization).
Es gibt keine genaue und scharf abgegrenzte Definition, ab welcher Marktkapitalisierung eine Aktie ein Large Cap oder ein Small Cap (Nebenwert) ist. Jeder Fondsmanager oder Analyst hat da seine eigenen Maßstäbe, die auch noch von Land zu Land unterschiedlich sind, wie wir gleich sehen werden.

Wie groß ist ein Nebenwert?

Fangen wir zunächst aber mit einer Übersicht der größten Unternehmen der USA an:

Unternehmen Marktkapitalisierung in Mrd. Euro
Apple 753,5
Alphabet 569,8
Microsoft 538,0
Amazon.com 479,5

Stand: 24.11.2017, Quelle: http://www.finanzen.net/index/S&P_500/Marktkapitalisierung

Zum Vergleich dazu die größten Firmen aus Deutschland:

Unternehmen Marktkapitalisierung in Mrd. Euro
SAP 119,7
Siemens 97,0
Bayer 89,1
Allianz 88,5

Stand: 24.11.2017, Quelle: http://www.finanzen.net/index/DAX/Marktkapitalisierung

Du siehst hier den Unterschied. Das größte deutsche Unternehmen, die SAP AG, wäre im S&P 500 nur an Platz 35 gelistet. Da ist es natürlich klar, dass sich die Einschätzungen, was ein Small Cap ist, erheblich unterscheiden.
In den USA findet man häufig einen Marktwert von mehr als 10 Milliarden US-Dollar für Large Caps, 2 bis 10 Milliarden für Mid Caps und Marktwerte darunter für Small Caps.

In Deutschland kannst du oft die Begriffe Standardwert und Nebenwert lesen. Mein Eindruck ist, dass hier weniger nach Marktwerten beurteilt wird, sondern nach Indexzugehörigkeit: Eine DAX-Aktie ist ein Standardwert, alle anderen Aktien (selbst Bestandteile des MDAX) werden als Nebenwerte bezeichnet. Aber auch das ist – wie so vieles beim Investieren – nicht immer eindeutig festgelegt.

Was ist denn nun das Spannende an Nebenwerten?

Wichtiger als statistische Spielereien jedoch sind die Unterschiede zu den großen Aktien, die Nebenwerte so interessant machen. Legen wir am besten gleich los:

  1. Nebenwerte profitieren von ihrer kleinen Unternehmensgröße

Nebenwerte sind häufig spezialisierte Unternehmen, die in Nischen arbeiten, dort nicht selten Marktführer sind und bestens verdienen. Hier kommt mir etwa der berühmte deutsche Mittelstand in den Sinn.

Die großen DAX-Werte dagegen sind in vielen Bereichen tätig. Durch ihre Größe neigen sie mehr zu ineffizientem Arbeiten und auch zu überflüssiger Bürokratie. Dazu kommt noch etwas: Je größer ein Unternehmen ist, desto schwerer fällt es ihm, Wachstum zu erzielen. Wenn eine Firma eine Million Euro Umsatz macht, ist es sehr einfach, um 10 % (= 100.000 Euro) zu wachsen. Bei Einnahmen von 100 Milliarden Euro bedeuten 10 % Zuwachs 10 Milliarden Euro – das ist aus organischem Wachstum (also ohne Übernahmen) kaum zu schaffen.

Aus diesen Gründen bieten Nebenwerte im Vergleich zu Standardwerten oft überproportionale Wachstumsraten mit entsprechenden attraktiven Kursentwicklungen bei den Aktien, wie dieser Vergleich von DAX, MDAX und SDAX, dem Index der kleinen Unternehmen, zeigt.

Index Schlussstand 23.11.2007 Schlusstand 22.11.2017 Entwicklung insgesamt Durchschnittlicher Zuwachs pro Jahr
DAX 7.608,96 13.015,04 71,05 % 5,51 %
MDAX 9.286,80 26.615,16 186,59 % 11,10 %
SDAX 5.081,62 11.781,14 131,84 % 8,78 %

Quelle: www.boerse.frankfurt.de, eigene Berechnungen

  1. Aktionäre von Nebenwerten können von Übernahmen profitieren

Anders als die großen DAX-Schwergewichte sind Nebenwerte ideale Übernahmekandidaten. Die Marktkapitalisierungen liegen meistens zwischen 500 Millionen und 10 Milliarden Euro und sind somit gut finanzierbar. Den Aktionären winken im Übernahmefall Aufschläge auf die Aktienkurse.

  1. Die Finanzmärkte interessieren sich kaum für Nebenwerte

Bei den Medien stehen natürlich die großen DAX-Werte im Fokus, denn diese sind bekannt und versprechen Auflage oder Klicks. Bankanalysten konzentrieren sich ebenfalls auf die großen Titel, weil diese von der institutionellen Kundschaft wie Versicherungen und Fonds stärker nachgefragt werden.

Zur Aktie von SAP etwa geben regelmäßig rund 50 Banken und Wertpapierhäuser Kommentare, Bewertungen und Empfehlungen ab. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass alle diese Profis etwas übersehen, das die Aktie zu einem Schnäppchen werden lässt.

Anders ist das bei kleinen Firmen. Hier gibt es kaum Analysten, die den Aktien folgen. Für geduldige Privatanleger sind die Chancen in diesem Bereich viel größer, unentdeckte Perlen zu finden.

  1. Standardwerte gelten als „sicherer“

Der Vorteil der Nebenwerte aus Punkt 1 ist zugleich auch deren größter Nachteil, vor allem in schwierigen Zeiten. Sind kleine Unternehmen nur auf ein Produkt konzentriert, führt eine länger anhaltende Nachfrageschwäche schnell zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die bis zur Insolvenz gehen können.

Große, breit aufgestellte Konzerne dagegen sind häufig widerstandsfähiger, weil sie in verschiedenen Branchen unterwegs sind und mehr Reserven haben als kleine Firmen. Selbst schwere Wirtschaftskrisen und Turbulenzen können ihnen nicht wirklich etwas anhaben, denn ihre schiere Größe ermöglicht es ihnen, höhere Verluste und Krisen relativ unbeschadet zu überstehen.

Das alles führt dazu, dass die Volatilität – also die Schwankungen der Aktienkurse – bei Standardwerten eher niedriger ist als bei Nebenwerten.

Foolishes Fazit

Bleibt zum Schluss also noch die Frage, ob der Anleger eher Neben- oder Standardwerte kaufen sollte. Meiner Meinung nach lautet die Antwort darauf nicht „entweder oder“, sondern „sowohl als auch“.

Standardwerte geben deinem Depot eine gewisse Sicherheit, weil sie auch in Wirtschaftskrisen klarkommen und selbst dann noch häufig eine Dividende zahlen. Nebenwerte hingegen können für den gewissen Kick sorgen und Kurszuwächse bringen, wie wir oben schon gesehen haben.

Du siehst also: Diversifikation ist auch hier Trumpf.


Offenlegung: Peter besitzt Aktien von Apple, Alphabet und Amazon.com. Sven besitzt Apple und Starbucks. John Mackey, CEO von Whole Foods Market, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Amazon-Tochtergesellschaft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. David Gardner besitzt Aktien von Alphabet (C-Aktien), Amazon und Starbucks. The Motley Fool besitzt Aktien von Alphabet (C-Aktien), Amazon und Starbucks und empfiehlt diese. Alle Angaben Stand 12.11.2018.