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Ein Sonderbericht

Analysten-Talk: Das Gründer Portfolio



Du willst wissen, warum gründergeführte Unternehmen gegenüber anderen Unternehmen unschlagbare Vorteile vorzuweisen haben, die zu überdurchschnittlichen Renditen führen und was dich im Gründer Portfolio erwartet?

Sandra, Bernd und Sven sprechen in diesem Interview genau darüber.


Sandra: Hallo Bernd, hallo Sven, wie geht’s euch?

Bernd: Großartig!

Sven: Gut, danke.

Sandra: Lasst uns gleich über das Gründer Portfolio sprechen. Am 11. Dezember ist es endlich soweit und wir öffnen das Gründer Portfolio für unsere Mitglieder. Was dürfen unsere Mitglieder erwarten?

Bernd: Die kürzeste Antwort: eine 20-Positionen lange Liste, der unserer Meinung nach besten gründergeführten Unternehmen aus den USA und der DACH-Region.

Sven: Danke Bernd, eindeutiger hätte ich es nicht ausdrücken können. Natürlich ist der Mittelpunkt des Gründer Portfolios die Liste dieser 20 Unternehmen. Noch wichtiger ist aber, dass wir im Gründer Portfolio erläutern, warum wir uns genau für diese 20 Unternehmen und nicht 20 andere Unternehmen entschieden haben.

Dazu haben wir zu jedem Unternehmen auf der Liste umfangreiche Informationen über die Gründer, das Unternehmen und die Gründe, warum wir an eine großartige Zukunft für das Unternehmen glauben.

Sandra: Wie verlief der Auswahlprozess?

Bernd: Zunächst konnten wir bei den Unternehmen aus den USA auf die Vorarbeit unserer US-Kollegen aufbauen. Diese haben bereits viele Monate intensive Recherche in diese Unternehmen gesteckt, um die besten gründergeführten Unternehmen zu finden. Die Kollegen haben sich teilweise auch mit den Gründern getroffen, Interviews geführt und vieles mehr.

Für die DACH-Unternehmen haben wir die Analyse natürlich hier vor Ort durchgeführt. Ich war auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt und konnte dort einige Gründer live bei der Präsentation ihres Unternehmens erleben, die ich vorher noch nicht getroffen hatte. Aber natürlich steckt auch die ununterbrochene Analyse der besten Unternehmen aus Deutschland, Schweiz und Österreich, die wir für unseren Premium-Service Stock Advisor Deutschland machen, in der Auswahl für das Gründer Portfolio.

Sandra: Es sind also Unternehmen im Gründer Portfolio, die bereits bei Stock Advisor Deutschland aktive Empfehlungen sind?

Bernd: Natürlich, schließlich haben wir sowohl bei Stock Advisor Deutschland als auch beim Gründer Portfolio das Ziel, die besten Investitionsmöglichkeiten zu finden. Beim Gründer Portfolio liegt der Fokus dabei allerdings speziell auf Unternehmen, bei denen der Unternehmensgründer noch eine aktive Rolle im Unternehmen einnimmt. Diesen speziellen Fokus gibt es bei Stock Advisor Deutschland nicht.

Aber, wir haben im Gründer Portfolio auch Unternehmen aus der DACH-Region, die wir für Stock Advisor Deutschland zwar grundsätzlich auf dem Schirm haben, die es dort aber Stand heute – aus den unterschiedlichsten Gründen – noch nicht auf die Empfehlungsliste geschafft haben.

Sven: Das Gleiche gilt natürlich auch für die US-Unternehmen im Gründer Portfolio und die beiden Services Rule Breakers und Nebenwerte Perlen. Auch hier gibt es Überschneidungen zum Gründer Portfolio.

Zentrales Element der finalen Auswahl beim Gründer Portfolio ist letztlich aber eine 14 Punkte umfassende Checkliste, nach der wir alle Unternehmen geprüft haben. Nur Unternehmen, die einen Großteil der 14 Kriterien erfüllen, haben es schlussendlich in die Auswahl geschafft. Natürlich erfüllen einige Unternehmen nicht alle Kriterien – das perfekte Investment gibt es leider nur sehr selten –, dann mussten aber viele andere gute Gründe dafürsprechen, damit wir das Unternehmen dennoch in die Liste mit aufgenommen haben.

Sandra: Und welche Punkte werden bei diesen Kriterien abgefragt?

Sven: Die Kriterien lassen sich in fünf Kategorien einteilen: die Eigenschaften der Gründer, die Größe der Marktchancen, die Unternehmenskultur, die finanzielle Performance und die Möglichkeit von außergewöhnlichen Renditen für uns Aktionäre.

Sandra: Und warum die Konzentration auf gründergeführte Unternehmen?

Sven: Einfach, weil die Vergangenheit zeigt, dass gründergeführte Unternehmen bessere Renditen für uns Aktionäre liefern als nicht-gründergeführte Unternehmen.

Bernd: [lacht] Jetzt warst du es aber mit der knappen Antwort. Aber das stimmt tatsächlich und lässt sich auch mit harten Zahlen belegen. Die amerikanischen Fools haben die Rendite all ihrer Empfehlungen der letzten 25 Jahre ausgewertet. Das erstaunliche Ergebnis ist, dass gründergeführte Unternehmen eine mehr als doppelt so gute Rendite abgeworfen haben als nicht-gründergeführte Unternehmen und sogar eine um den Faktor 3,2 bessere Rendite als der S&P 500.

Mit dieser Erkenntnis sind wir bei The Motley Fool übrigens nicht allein. Eine ganze Reihe anderer Institutionen haben die zuverlässige Outperformance von gründergeführten Unternehmen untersucht und nachgewiesen.

Sandra: Das klingt vielversprechend. Der Grund liegt meiner Vermutung nach im langfristigen Zeithorizont der Gründer. Oder gibt es noch andere Faktoren dafür?

Sven: Ja, der langfristige Zeithorizont ist für mich auch einer der wichtigsten Punkte. Den Gründern geht es oftmals weniger darum, das nächste Quartal gut aussehen zu lassen, sondern um den wirklich langfristigen Erfolg des Unternehmens. Alle Entscheidungen im Unternehmen werden deshalb nicht danach getroffen, kurzfristig möglichst viel Geld zu verdienen, sondern langfristig erfolgreich zu sein.

Oft investieren gründergeführte Unternehmen daher deutlich mehr in langfristige Innovationen und erhalten damit die langfristige Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens. Gründergeführte Unternehmen tun sich deshalb auch oftmals leichter, sich schon heute auf Veränderungen vorzubereiten, die sich erst in drei, fünf oder auch zehn Jahren abzeichnen. Ein angestellter Manager, der im letzten Jahr seines Arbeitsvertrages steht, denkt hier möglicherweise anders.

Bernd: Wenn es um einen langfristigen Zeithorizont geht, dann kommen mir immer die Aussagen von Jeff Bezos, Gründer von Amazon in den Sinn. Erst im September gab er ein langes CNBC-Interview, in dem er sagt, dass jeder Mitarbeiter, der direkt an ihn berichtet, an Dingen arbeitet, die erst in einigen Jahren zum Ergebnis von Amazon beitragen. Wenn ihm also Wall-Street-Analysten zu einem erfolgreichen Quartalsergebnis gratulieren oder ihn dafür abstrafen, dann denkt er sich meistens, dass die Basis und die Arbeit für dieses gute oder schlechte Ergebnis schon vor zwei oder drei Jahren gemacht wurden.

Neben dem langfristigen Zeithorizont möchte ich aber noch einen weiteren Punkt hinzufügen: Leidenschaft. Viele der Gründer haben viele Jahre ihres Lebens und eine riesige Portion Leidenschaft in ihr Unternehmen gesteckt. Sie sind von ihren Produkten, ihrer Mission und ihrer Vision absolut überzeugt. Wenn die Gründer diese Leidenschaft auf die Mitarbeiter übertragen können, dann kann das gegenüber einem Wettbewerber zu einem enormen und nicht auszugleichenden Vorteil werden.

Sandra: Danke Jungs. Leider war es das auch schon wieder. Gibt es noch etwas, was ihr zum Abschluss unbedingt loswerden wollt?

Bernd: [lacht] Natürlich! Ich glaube, dass der Investitionsansatz des Gründer Portfolios wirklich den Kern der Foolishen Investitionsperspektive widerspiegelt. Wir wollen in Unternehmen investieren, die von einem ehrlichen, erfolgreichen und ambitionierten Managementteam geführt werden, denen selbst ein ordentlicher Anteil des Unternehmens gehört und deren Unternehmen langfristig großartige Wachstumschancen haben. Alle 20 Unternehmen im Gründer Portfolio erfüllen diese Punkte nach unserer Bewertung zu 100 %.

Sven: Danke Bernd. Dem kann ich nichts mehr hinzufügen.


Offenlegung: John Mackey, CEO von Whole Foods Market, eine Amazon-Tochter, ist Mitglied im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Amazon. Bernd besitzt Aktien von Amazon. Sven besitzt keine der erwähnten Aktien.