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Ein Sonderbericht

3 Dividenden ETFs für ein einfaches und bequemes Zusatz-Einkommen

Ein Motley Fool  Sonderbericht

3 Dividenden ETFs für ein einfaches und bequemes Zusatz-Einkommen


Lieber Foolisher Anleger,

Obwohl das Akonym ETF eigentlich für die Bezeichnung Exchange Traded Funds (zu Deutsch sinngemäß: börsengehandelter Fonds) steht, könnte man auch gut für eine deskriptive Beschreibung als Einfach, Transparent und Fair plädieren.

Für viele Investoren stehen diese Passivfonds nämlich für eine einfache und bequeme Möglichkeit, um breit gestreut von Aktien aus speziellen Segmenten oder regionalen Märkten zu profitieren.

Zudem sind viele voll replizierende – das heißt, den Index oder Benchmark so gut wie möglich nachbildende — ETF für die meisten Investoren sehr durchsichtig. Durch das Nachbilden eines konkreten Index weiß man als Investor in vielen Fällen sehr genau, welches Aktienpaket man letztlich erhalten wird.

Aufgrund ihrer passiven Fondsstruktur sind ETF außerdem sehr günstig. Im Vergleich zu aktiv gemanagten Aktivfonds kosten die klassischen ETF häufig lediglich einen Bruchteil eines Prozents an jährlichen Gebühren. Bei vielen aktiv gemanagten Aktienfonds wird man als Investor dahingegen häufig in einem deutlich größeren Gebührenrahmen zur Kasse gebeten.

Vor allem bei Ruheständlern und defensiven Investoren ist dieser passive Investment-Ansatz sehr beliebt. Und die gute Nachricht ist, dass man bereits mit drei ausschüttenden Dividenden-ETF einfach, bequem und ohne großen zeitlichen Aufwand regional- und branchendiversifizierte Eckpfeiler eines ansehnlichen Einkommensportfolios auf sich vereinen kann.

3 Dividenden ETF für hohe Dividendenrenditen

In diesem Sinne werfen wir im Folgenden einen Blick auf drei solcher interessanter Dividenden-ETF, die Investoren letztlich gesamtheitlich die drei wichtigen Zielgrößen einer möglichst hohen Dividendenrendite bei moderatem Dividendenwachstum und ansprechender Dividendenkonstanz ermöglichen können.

Dividendenwachstum mit dem Vanguard Dividend Appreciation ETF

Stand: Yahoo! Finanzen.

Ein erster ETF, der sich vor allem auf das Wachstum der Ausschüttungen konzentriert, ist der Vanguard Dividend Appreciation ETF. Dieser Passivfonds investiert in rund 180 verschiedene Unternehmen, die allesamt ein beeindruckendes Dividendenwachstum über die letzten mindestens 10 Jahre bewiesen haben.

Dafür fällt zwar die Dividendenrendite mit lediglich 1,86 % etwas niedriger aus. Allerdings könnte dieser ETF in Anbetracht der wachsenden Geschäftsfelder, die letztlich die steigenden Dividenden ermöglichen, auch für steigende Kurse stehen. In den vergangenen zehn Jahren konnte der Vanguard Dividend Appreciation ETF beispielsweise eine jährliche Rendite von rund 12,14 % erzielen, was nicht nur ein sehr solider Indikator für das langfristige Potenzial dieses Passivfonds ist, sondern zugleich unterstreicht, dass die wachsenden Dividenden hier nicht das einzige Attraktivitätsmerkmal dieses ETF sind.

Zu den prominentesten Aktien des Vanguard Dividend Appreciation ETF gehören große und bekannte Namen wie beispielsweise Microsoft, Walmart, McDonalds und PepsiCo, die allesamt auch einzeln betrachtet für sehr solide Dividendenaktien stehen. Zudem bietet der Passivfonds einen sehr soliden Branchenmix, wobei die eher defensiven Segmente Consumer Services (21,80 %) und Consumer Goods (10,8 %) einen sehr beständigen, unzyklischen und dadurch krisenresistenten Kern bilden.

Mit einer jährlichen Kostenquote von 0,1 % gilt der Vanguard Dividend Appreciation ETF sogar zu den günstigeren Passivfonds. Dieser ETF kann somit prinzipiell in jedem passiven Einkommensportfolio einen ziemlich konstanten und weiterhin wachsenden Dividendenkern bilden.

Höhere Dividendenrendite mit dem iShares Euro Stoxx Select Dividend 30 UCITS ETF

Stand: Yahoo! Finanzen.

Um neben dieser beständigeren, ersten Variante etwas mehr Dividendenrendite aus seinem passiven Investitionsansatz herauszukitzeln, könnte sich ebenfalls eine Investition in den iShares Euro Stoxx Select Dividend 30 UCITS ETF anbieten. Der iShares Euro Stoxx Select Dividend 30 UCITS ETF investiert hierbei stets in die 30 Aktien des Euro Stoxx 50 mit der höchsten Dividendenrendite.

Auch dieser ETF bietet insgesamt einen ausgewogenen Branchenmix, wobei auch zyklische Segmente, wie beispielsweise der Industriebereich mit rund 15 % signifikante Schwerpunkte bilden. Zu den größten Positionen gehören hierbei Energias de Portugal, sowie Fortum. Aber auch die bekannteren und äußert zuverlässigen Dividendenaktien Total und Münchener Rück zählen zu den Top-Beteiligungen dieses ETF.

In den vergangenen zwölf Monaten schüttete der iShares Euro Stoxx Select Dividend 30 UCITS ETF 0,83 Euro je Fondsanteil aus, was bei dem momentanen Kursniveau von 18,74 Euro (19.11.2018) einer Ausschüttungsrendite von ansehnlichen 4,42 % entsprechen würde.

Allerdings sollte an dieser Stelle wohl noch betont werden, dass es mit dieser Dividendenrendite aufgrund der zyklischeren Ausrichtung auch mal auf und ab gehen könnte.

Möglicherweise ein nicht zu unterschätzendes Manko, sofern man vornehmlich auf sehr stabile Zahler setzen möchte, allerdings hat eine derart hohe Dividendenrendite auf Fondsbasis leider regelmäßig den Preis eines vergleichsweise höheren Risikos.

Letztlich bietet dieser ETF jedoch auch im Zusammenspiel mit dem Vanguard Dividend Appreciation ETF eine weitere, regionale Diversifikationsmöglichkeit. Im Gegensatz zu dessen vornehmlich auf US-Aktien beruhenden Investitionsansatz befinden sich im iShares Euro Stoxx Select Dividend nämlich eine interessante Auswahl an hoch-ausschüttenden, europäischen Dividendenaktien. Die jährliche Kostenquote für diese Möglichkeit beträgt derzeit rund 0,31 %.

Weitere, regionale Diversifikation mit dem SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF

Stand: Yahoo! Finanzen.

Um noch mehr regionale Diversifikation und stabile Dividendenqualität in sein Portfolio zu holen, könnte sich abschließend noch der SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF anbieten.

Wie der Name bereits vermuten lässt, investiert dieser Passivfonds in Dividendenaristokraten aus aller Welt (unter Dividendenaristokraten versteht man Aktien, die seit mindestens 25 Jahren kontinuierlich ihre Dividenden erhöht haben) und eröffnet somit noch einmal den Zugang zu anderen Märkten.

In diesem ETF ist zwar auch ein relativ großer Anteil an US-amerikanischen Aktien (20 %) und europäischen Aktien (ebenfalls rund 20 %) vertreten, die zwar schon mit dem Vanguard ETF und dem SPDR ETF abgedeckt sind. Allerdings erhält man bei den restlichen rund 60 % der Aktien des internationalen Dividendenadels ebenfalls Zugang zu ansprechenden Dividendenaktien aus Canada (20,5 %), Japan (6,18 %) und Hong-Kong (4,48 %) – neben noch vielen anderen, jedoch minder-gewichteten Märkten, wohlgemerkt. Somit bietet dieser ETF schwerpunktmäßig eine interessante Möglichkeit, um das eigene Dividendenportfolio noch einmal regional etwas diversifizierter zu gestalten.

Ähnlich wie beim eingangs thematisierten Vanguard ETF bringt auch hier der Schwerpunkt auf Dividendenaristokraten grundsätzlich wachsende und konstante Dividendenausschüttungen mit sich. Jedoch sollten wir an dieser Stelle besser noch mit einem häufigen Missverständnis beim Investieren in Dividendenaristokraten-ETF aufräumen, das einem bei einer oberflächlichen Betrachtung des ETF recht einfach passieren kann. Letztlich ist nämlich nicht der ETF selbst aristokratisch, sondern lediglich die einzelnen Dividendenaktien, die der Fonds auf sich vereint. Das kann für die Konstanz der fondsübergreifenden Ausschüttungen durchaus von Relevanz sein.

Im Umkehrschluss bedeutet das nämlich, dass auch hier in einzelnen Jahren die Ausschüttung durchaus mal niedriger ausfallen könnte, als im Vorjahr. Wenn beispielsweise ein Dividendenaristokrat mit hoher Dividendenrendite seinen adeligen Status verliert und aus dem Fonds austreten muss und der Fonds im Nachgang mit weiteren Aktien mit niedrigeren Dividendenrenditen bestückt wird, führt das zwangsläufig dazu, dass die durchschnittliche Dividendenrendite aller Fondsvertreter abnimmt. Durchaus ein mögliches Szenario, mit dem man bei einer Investition rechnen muss.

Allerdings basiert gerade bei Dividendenaristokraten, sie seit so langer Zeit ihre Dividende Jahr für Jahr anheben konnten, das Geschäftsmodell in vielen Fällen auf einem eher krisensicheren Geschäftsmodell. Daher sollte man dieses Risiko wohl besser auf den gesamten Fonds hinweg gesehen nicht überbewerten.

Die Gebühren betragen bei diesem regional breit gestreuten Passivfonds 0,45 % p. a.. In den vergangenen 12 Monaten wurden beim SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF 0,96 US-Dollar je Fondsanteil ausgeschüttet, was derzeit einer Ausschüttungsrendite von 2,96 % entsprechen würde.

Regional gestreut, hohe Qualität, ansprechende Dividendenrendite

Wie ein Blick auf die oben dargestellten Charts zudem offenbart, können Dividendenaktien zusätzlich zum fixen Einkommen auch für etwas defensive Stabilität in einem Portfolio sorgen. Vor allem die auf Nachhaltigkeit, Stabilität und Wachstum bedachten ETF sind insbesondere in den vergangenen Monaten nicht ganz so stark eingebrochen, wie der breite Markt. Das liegt regelmäßig an der Tatsache, dass defensive und zuverlässige Aktien in turbulenteren Marktphasen wieder häufiger nachgefragt werden, als ihre zyklischen Äquivalente. Dieser Aspekt der geringeren Volatilität dürfte natürlich insbesondere für alle sicherheitsbedürftigen Investoren durchaus relevant sein.

Wie wir jedoch insgesamt letztlich gesehen haben, ist es absolut möglich, mit lediglich drei verschiedenen ETF den gesamten, globalen Dividendenmarkt abzubilden. Je nach Risikoneigung können natürlich unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden, beispielsweise auf mehr Zuverlässigkeit und Wachstum, oder aber auf höhere Ausschüttungen. Das hängt letztlich davon ab, wie man die drei ETFs jeweils in seinem Portfolio gewichten möchte – der Fantasie sind hier eigentlich kaum Grenzen gesetzt.

Das Foolishe Fazit

Leider muss ich zum Abschluss noch ein bisschen Spaß aus der Sache herausnehmen, mit einem kleinen steuerlichen Hinweis: Denn bei vielen ausländischen ETF, wie beispielsweise dem Vanguard Dividend Appreciation ETF, greift zwar grundsätzlich das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und dem jeweiligen Ausland. Das führt regelmäßig dazu, dass bei Kapitalerträgen bereits auf Brokerbasis die Quellensteuer verrechnet und abgeführt wird.

Solltest du dennoch bei dir und deiner persönlichen, steuerlichen Situation Klärungsbedarf wittern, schafft natürlich nur eine rechtsverbindliche Klärung mit einem fachkundigen Steuerberater absolute Sicherheit. Das sollte man idealerweise voreiner Investition in einen ETF klären lassen.

Aber lass dir von dieser finanzrechtlichen Thematik bloß nicht den Spaß am Aufbau deines persönlichen, passiven Einkommensdepots nehmen. Denn nun liegt es an dir deine eigenen Finanzen in die Hand zu nehmen und deinen Vermögensaufbau mit passiven Dividenden-ETF komfortabel zu gestalten. Und drei ansprechende, günstige, qualitative, konstante und diversifizierte Dividenden-ETF, die du durchaus hierfür verwenden kannst, kennst du jetzt jedenfalls.

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Für deine Investition,

Vincent Uhr,
Analyst — Motley Fool Deutschland


Offenlegung: Alle Angaben Stand 19.11.2018. Vincent Uhr besitzt Anteile des iShares Euro Stoxx Select Dividend 30 ETF.