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Jahrestief? Von wegen! So schlecht steht der DAX wirklich da

Foto: Getty Images

Am Vormittag des 28. September 2022 stürzte der DAX unter die Marke von 12.000 Punkten. Kurzzeitig wurde der deutsche Leitindex sogar bei unter 11.900 Zählern geblitzt. So tief stand der deutsche Leitindex zuletzt Anfang November 2020.

Die Gründe für den allerjüngsten Kursverfall beim DAX kennen wir bereits. Der unverändert wütende Krieg in der Ukraine, die horrenden Energiepreise und der drohende -mangel, die gleichzeitige Zinswende der Zentralbanken aufgrund der hohen Inflation und die aus alldem resultierenden schlechten Aussichten für die Wirtschaft. Das ist wahrlich ein Umfeld, in dem fallende Aktienkurse nicht überraschen. Mittlerweile gehen viele Experten davon aus, dass Deutschland eine Rezession bevorsteht.

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Das sind schlechte Vorzeichen für den DAX. Und es kommt noch schlimmer: Denn der deutsche Leitindex versteckt die wahre Brisanz der aktuellen Lage.

Deutsche Aktien stehen schwächer da als 2007

Da die bekannteste Version des DAX ein Performanceindex ist, der die ausgeschütteten Dividenden der Unternehmen einrechnet, steigt der deutsche Leitindex auf lange Sicht ganz automatisch, solange Unternehmen einen Teil ihrer Gewinne an die Aktionäre auszahlen. Das sieht auf dem Kurszettel ganz angenehm aus, hat aber den unangenehmen Nebeneffekt, dass die tatsächliche Kursentwicklung deutscher Standardwerte nicht wirklich wiedergegeben wird.

Darum kümmert sich der weniger bekannte DAX-Kursindex. Und wer auf diesen blickt, sieht, wie bescheiden es eigentlich um deutschen Aktien steht.

Denn seit einigen Tagen sind beim DAX-Kursindex wieder Notierungen unter 5.000 Punkten an der Tagesordnung. So tief wie am Vormittag des 28. September standen deutsche Aktien zuletzt im Mai 2020, also vor weit mehr als zwei Jahren.

Noch schlimmer: Der DAX-Kursindex steht nun auf einem Kursniveau, das er in den Jahren 2000 und 2007 schon locker überschritten hatte. Im April 2015 stand er schon mal ein gutes Viertel höher als heute. Zum Vergleich: Der US-Aktienindex S&P 500 ist seitdem um fast 75 % angestiegen, trotz der jüngsten Verluste.

Ist der DAX eine lahme Ente?

In der Fabelwelt gilt der Dachs als nachdenklich und ruhig. Eigentlich eine treffende Beschreibung für unseren Leitindex und viele der darin enthaltenen Unternehmen. Obwohl es „lahme Ente“ auch tun würde.

Denn wie wir gesehen haben, genügt schon ein kurzer Blick auf den DAX-Kursindex, um festzustellen, wie schlimm es eigentlich um deutsche Aktien bestellt ist. Aktien aus den USA liefen in den letzten Jahren aus den verschiedensten Gründen besser. Wieder und wieder erwarteten Experten eine Aufholjagd des europäischen Aktienmarktes, und wurden jedes Mal enttäuscht.

Auch in der aktuellen Krise haben die USA mal wieder die besseren Karten. Die Inflation wird nicht so stark von den Energiepreisen getrieben und ist daher besser durch die Zentralbank kontrollierbar. Dadurch könnte eine Rezession in den Vereinigten Staaten deutlich glimpflicher ausfallen als hierzulande.

Mit Blick auf die Entwicklung des DAX-Kursindex wird immer klarer, dass der „Home Bias“, die Neigung vieler Aktienanleger zu Investments in den eigenen Heimatmarkt, für deutsche Investoren zum Verlustgeschäft mutiert. Spannende Investitionsgelegenheiten gibt es hierzulande zweifellos. Doch der Leitindex selbst zählt nicht dazu.

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