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Mercedes Benz-Aktie: Heute renditestark, morgen auf der Abschussliste

Mercedes-Maybach
Quelle: Daimler

Investoren der Mercedes-Benz-Aktie (WKN: 710000) freuen sich dieser Tage über die hohen Gewinnmargen ihres Unternehmens. Auch der Aktienkurs des schwäbischen Autoherstellers hält sich im Jahresverlauf besser als beispielsweise der von Volkswagen (WKN: 766403). Mercedes’ Premiumstrategie kommt am Aktienmarkt gut an.

Doch die Schrumpfkur in Richtung Luxuskarossen-Markt ist eine riskante Strategie. Mercedes-Benz läuft Gefahr, sich selbst ins finanzielle Abseits zu schießen.

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Mercedes-Benz-Aktie: Weniger Absatz, mehr Umsatz

Schon seit einigen Quartalen zeigt sich bei den Quartalszahlen der Mercedes-Benz-Aktie das immer gleiche Muster: Die Stückzahlen sinken, doch der Umsatz steigt – und die Gewinne sowieso.

Das zweite Quartal war hier keine Ausnahme. Einem um rund 7 % auf 487.100 Fahrzeuge gesunkenen Absatz stand ein Umsatzplus in gleicher Höhe gegenüber. Von den 36,4 Mrd. Euro Umsatz blieben 4,6 Mrd. Euro als Betriebsergebnis hängen. Im Automobilgeschäft erzielte Mercedes-Benz eine bereinigte EBIT-Marge von 14,2 %.

Die Premiumstrategie ist keine Einbahnstraße

Damit hängte die Mercedes-Benz-Aktie zwar den Dauerkonkurrenten BMW ab. Die EBIT-Marge der Münchener im Pkw-Segment lag zuletzt bei deutlich niedrigeren 8,9 %.

Doch der Vergleich mit dem eigenen Vorquartal bei Mercedes-Benz zeigt, dass die neue Luxusstrategie keine reine Erfolgs-Einbahnstraße ist. Damals lag der Absatz auf dem identischen Niveau wie im jetzt zu Ende gegangenen Vierteljahr – doch die Auto-Umsatzrendite war mit 16,4 % ein gutes Stück höher. Zudem müssen sich die Schwaben den Vorwurf gefallen lassen, bei der Marge weiterhin hinter Tesla zu liegen.

Mercedes-Benz-Aktie: Mit Ansage ins Abseits?

Dennoch geht die Mercedes-Benz-Aktie den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Der Konzern möchte den Anteil der Luxuskarossen am Absatz mittelfristig um 60 % steigern, während Informationen des Handelsblatts zufolge die A- und B-Klasse Mitte des Jahrzehnts auslaufen sollen.

Die Strategie des Rückzugs in hochpreisige Marktsegmente ist nicht neu – aber gefährlich. Clayton M. Christensen beschreibt sie schon in seinem 1997 erschienenen Buch „The Innovator’s Dilemma“. Demnach scheitern etablierte Unternehmen oftmals daran, disruptive Innovationen erfolgreich umzusetzen. Auf der Flucht vor dem Risiko bleiben sie bei der alten Technologie, ziehen sich aber in teurere Marktsegmente zurück, um wenigstens noch hohe Margen zu erzielen. Das klingt stark nach Mercedes-Benz-Aktie, wenn du mich fragst.

Diese Strategie geht so lange gut, bis die ursprüngliche Technologie in allen Marktsegmenten von der disruptiven Innovation abgelöst wird. Das Elektroauto könnte genau so eine disruptive Innovation sein. Noch ist es dem Verbrenner nicht in allen Anwendungsbereichen überlegen, doch der Trend geht in eine klare Richtung.

Noch dazu birgt der Schrumpfkurs für die Mercedes-Benz-Aktie das Risiko, auf Skaleneffekte verzichten zu müssen. Das ist insbesondere angesichts der steigenden Bedeutung von Software ein Problem. Denn je weniger Kopien einer Software man ausspielen kann, desto schwieriger wird es, die Entwicklungskosten wieder hereinzuholen.

Zudem ist fraglich, wie gut Mercedes-Benz seine Hochpreisstrategie überhaupt durchsetzen kann, wenn das Angebot auf einmal nicht mehr durch Lieferkettenprobleme künstlich gedrückt wird. Die Schwaben wollen das Louis Vuitton der Autobranche werden – aber das ist vielleicht gar nicht so einfach, wie man derzeit denkt.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla und Volkswagen AG. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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