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Volkswagen: Gute Q2-Zahlen als Startschuss zur Kursverdoppelung?

autonome Mobilität
Foto: Getty Images

Offensichtlich konnte Volkswagen (WKN: 766403) den Markt mit den jüngsten Quartalszahlen überzeugen. So liegt die im DAX gelistete Vorzugsaktie über 3 % in der Gewinnzone (Stand: 28.07.2022, maßgeblich für alle Kennzahlen).

Vor allem die Entspannung der Coronasituation in China konnte auch bei den Anlegern für Entspannung sorgen. Wurde China in den vergangenen Monaten oftmals als Grund eingeschränkter Produktionskapazitäten genannt, könnte das Land für Volkswagen für zunehmenden Rückenwind sorgen. Denn dort konnte Volkswagen überproportional stark wachsen. Können die guten Q2-Zahlen nun den Markt langfristig entspannen? Und sogar den Grundstein für eine Kursverdoppelung legen?

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Volkswagens Q2-Zahlen im Detail

Volkswagen konnte die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,3 % auf 69,54 Mrd. Euro steigern. Wenngleich dies angesichts viel höherer Inflationsraten kein starkes Wachstum ist, waren die Erwartungen der Analysten deutlich niedriger. Des Weiteren erwartet der Autobauer für das Gesamtjahr 2022 einen Anstieg der Umsatzerlöse in einer Bandbreite von 8 bis 13 %. Dies impliziert ein sehr starkes zweites Halbjahr.

Ähnliches trifft auch auf die operativen Erlöse zu, die jedoch im Vergleich zum Vorjahr um 27,7 % auf 4,51 Mrd. Euro gefallen sind. Haupttreiber für diese vergleichsweise schwache Entwicklung waren negative Effekte aus Rohstoffabsicherungen in Höhe von 2,40 Mrd. Euro. Hat Volkswagen im ersten Quartal 2022 durch diese Geschäfte noch gut verdient, sind diese im zweiten Quartal deutlich negativ ausgefallen. Ohne diesen Effekt wäre das operative Ergebnis sogar um 5,5 % angestiegen.

Daher sollte dies nicht die langfristige operative Stärke des Konzerns schmälern. Denn mit einem Gewinn je Aktie von über 20 Euro im ersten Halbjahr ist Volkswagen auf einem sehr guten Weg. 

Bewertung

Dass die Aktie von Volkswagen gemessen am KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) ein Schnäppchen ist, sollte bereits bekannt sein. Denn mit einem Wert von 4,0 zählen die Wolfsburger mit zu den am günstigsten bewerteten Unternehmen im DAX. Zu Recht? Aus meiner Sicht definitiv nicht.

Klar, drohende Eskalationen im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine können kurz- bis mittelfristig die Produktionskapazitäten einschränken und dafür sorgen, dass die Rohstoffpreise und folglich Personalkosten steigen werden. Doch langfristig sind dies Probleme, die man voraussichtlich in den Griff bekommen kann. Ich denke nicht, dass Deutschland in zehn Jahren im gleichen Maße abhängig von russischem Gas sein wird wie heute. Daher kann es schon sein, dass der Aktienkurs bei einem völligen Gas-Stopp unter Druck geraten wird. Doch als langfristiger Anleger, der sein Kapital mit dieser Aktie verdoppeln oder verdreifachen möchte, ist es unbeachtlich, wenn der Kurs mal 5 bis 10 % fällt.

Als Anleger sollte man zyklische Werte wie Volkswagen genau in diesen Marktphasen einsammeln. Vorausgesetzt, die langfristige Perspektive stimmt und das Unternehmen ist nicht insolvenzgefährdet.

Ausblick Porsche-IPO

Denn neben guten Zahlen zum zweiten Quartal sind es auch mögliche Kurstreiber wie ein Porsche-IPO, die den Kurs langfristig stark steigen lassen könnten. Denn auf aktuellem Niveau ist der Volkswagen-Konzern inklusive sämtlicher Marken wie Porsche, Audi, Seat und Co. in etwa so hoch bewertet, wie die mögliche Bewertung von Porsche alleine geschätzt wird.

Durch den teilweisen Verkauf von Porsche-Anteilen könnte man folglich den Aktionären eine satte Sonderdividende auszahlen oder, noch besser, in die Zukunft investieren. So könnte das Kapital genutzt werden, um Herausforderungen wie die Elektromobilität, digitale Transformation und autonomes Fahren zu meistern. Damit könnte man langfristig den Platzhirsch Tesla auf diesen Gebieten unter Druck setzen. Sollte dies wirklich gelingen, wäre eine Verdoppelung wohl erst ein Vorgeschmack auf weitere Kursgewinne.

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Michael besitzt Aktien von Volkswagen und der Porsche Automobil Holding. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Volkswagen AG und Tesla.

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