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Darum kauft Siemens einen SAP-Rivalen für 2 Mrd. Euro

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Quelle: Siemens.com/presse

Wieder einmal hat Siemens (WKN: 723610) zugeschlagen. Natürlich wieder Software. Der Hunger auf den Ausbau des Digitalgeschäfts ist offenbar nie gestillt. Und mit Brightly Software erwirbt das Technologiekonglomerat ein Unternehmen, das in direktem Wettbewerb mit SAP (WKN: 716460) steht. Hier ist, was man dazu wissen muss.

Wie Siemens nun in den Wettbewerb mit SAP einsteigt

SAP und Siemens waren bisher im Software-Bereich eher komplementär unterwegs. Während SAP vor allem die Führungsetage mit Software zur Administration ausstattete, kümmerte sich Siemens um Tools für Ingenieure und die betrieblichen Bedürfnisse.

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Beide Seiten haben sogar vor zwei Jahren eine vertiefte strategische Partnerschaft vereinbart, um ihre komplementären Kompetenzen besser aufeinander abzustimmen und gemeinsam zu vermarkten. Planungsdaten aus Bereichen wie Finanzen, Beschaffung und Vertrieb sollen so besser mit den Daten aus Produktion und Entwicklung verknüpft werden.

Nun ist Wettbewerb angesagt: Zwar gab es auch bisher gewisse Überschneidungen im Leistungsspektrum der beiden, aber mit der Übernahme von Brightly Software werden diese erheblich größer.

Brightly Software spezialisiert sich auf Cloud-Software, die das Management von Gebäuden und Einrichtungen („Assets“) vereinfacht. Dabei kann es um Universitäten, Fabriken, Altersheime oder städtische Einrichtungen und Infrastruktur gehen.

Das Ziel lautet jeweils, die Betriebskosten durch vorausschauende Datenauswertungen zu senken, Prozesse nutzerorientiert effizienter zu gestalten sowie besser im Blick zu haben, wo Investitionen am meisten bringen.

Das ist ganz ähnlich wie bei SAP Business Network for Asset Management. Diese Lösung hieß zuvor SAP Asset Intelligence Network und soll jetzt ein wichtiger Teil der neu formierten Business-Network-Sparte sein. Auch dort werden Daten von Assets zusammengeführt, um deren Management und Wartung zu verbessern.

Worum es Siemens bei Brightly Software wirklich geht

Mit Brightly Software stärkt Siemens seine Digitalsparte zum wiederholten Mal. Offenbar ist das Management zufrieden mit der Integration der bisherigen Zukäufe, sodass der Rhythmus der eingespielten Übernahmeprozesse beibehalten wird.

Brightly passt mit seinen Kompetenzen auch sehr gut zu Siemens. Neben dem Asset Management geht es auch um Automatisierung auf Basis von Vernetzung und Datenanalysen. Zudem fügen sich die Lösungen für eine smarte Investitionsplanung gut in das Großkundengeschäft von Siemens ein.

Vielleicht der wichtigste Grund ist allerdings, dass einer der Hauptwettbewerber bereits in diesem Softwaresegment präsent ist. Der Brightly-Konkurrent Fiix gehört seit Anfang 2021 zu Rockwell Automation (WKN: 903978). Und da in den letzten Jahren insgesamt eine erhebliche Marktkonsolidierung mit diversen Übernahmen zu beobachten war, wollte Siemens offenbar nicht außen vor bleiben.

Dieses Segment wächst im Moment sehr schnell und der Kuchen wird jetzt verteilt. Dafür war das Siemens-Management bereit, eine ordentliche Prämie zu bezahlen. Immerhin: Schon nächstes Jahr soll Brightly zum Gewinn beitragen. Allerdings vor den üblichen Abschreibungen auf die Kaufpreisallokation, die auf Jahre hinaus die Bilanz belasten werden.

Ein guter Deal?

Es ist wie so oft bei Siemens ein zweischneidiges Schwert. Diese teuren Deals helfen dem Konzern, sich an der Spitze zu halten. Andererseits fließen dadurch immer wieder hohe Geldsummen ab, die erst nach vielen Jahren wieder eingespielt werden – soweit alles so läuft, wie geplant.

Umsatzstarke und traditionsreiche deutsche Geschäftsbereiche wie Großmotoren oder Großgetriebe werden für vergleichsweise kleines Geld abgestoßen und dafür werden teure digitale Hoffnungsträger eingekauft, meist in den USA.

Die Strategie funktioniert allem Anschein nach gut für den Konzern, aber weniger für die Aktionäre. Zumindest sind die langfristigen Kursgewinne bisher bescheiden. Die Quersubventionierung des Wachstums der Digitalsparte muss irgendwann ein Ende haben. CEO Roland Busch wird beweisen müssen, dass die jahrelangen Bemühungen, einen industriellen Software-Champion zu schmieden, mehr greifbare Früchte tragen.

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Ralf Anders partizipiert über ein von ihm verwaltetes Zertifikat an der Kursentwicklung von Siemens. The Motley Fool empfiehlt SAP.

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