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Wie Booking seine monopolartige Stellung stärkt

Booking
Quelle: Thomas Brantl

In Europa dominiert Booking (WKN: A2JEXP) mit seinen Online-Portalen den Markt für Hotelbuchungen. Zwei von drei Buchungen werden online über die Plattform des Marktführers getätigt. Weltweit erwirtschaftet das Unternehmen den höchsten Umsatz in der Branche. Wie hat Booking diese Position erreicht?

Der Schlüssel dazu war sicherlich das Agenturmodell, auf das das Online-Reisebüro in der Vergangenheit gesetzt hat. Hier werden die Zimmer nur vermittelt, die Bezahlung erfolgt vor Ort und das Hotel überweist die Provision erst danach. Dieses Modell hatte für die Hotels zahlreiche Vorteile gegenüber dem Händlermodell der Konkurrenz, weshalb sie ihre Zimmer gerne auf booking.com einstellten.

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Booking ist gelandet

Wenn das Online-Reisebüro nur als Vermittler auftritt, hat das Hotel Einfluss auf die Preisgestaltung gegenüber dem Gast. Außerdem zahlt der Gast dann direkt an das Hotel für seinen Aufenthalt. Das Modell schont dadurch die Bargeldreserven des Hotels. Zudem hat Booking damit die Vorbehalte der Hotelpartner gegenüber der eigenen Kreditwürdigkeit, vor allem in der Anfangszeit, beseitigt.

Viele Jahre lang arbeitete Booking mit Bestpreisklauseln, die es Hotels untersagten, auf ihren eigenen Websites Zimmer zu niedrigeren Preisen anzubieten. Diese Praxis wurde in Deutschland durch den BGH untersagt. Allein diese Tatsache macht das Händlermodell viel spannender. Inzwischen muss der Marktführer weniger Zugeständnisse machen und kann sich zunehmend dem Geschäftsmodell der Konkurrenz anpassen.

Booking kann seine Marktmacht nutzen, um günstige Raten mit den Hotels zu verhandeln. Damit kann das Unternehmen die Preise für den Endkunden selbst festlegen. Die Plattform kann beispielsweise Pakete mit anderen Bestandteilen der Reise schnüren. So kommt man der Vision von CEO Glenn Fogel näher, der von einem Connected Trip träumt. Er möchte Booking zum Komplettanbieter von allen Reisebestandteilen entwickeln.

Vielfältige Verdienstmöglichkeiten

Booking verdient durch die Umstellung auf ein Händlermodell zusätzlich bei der Zahlungsabwicklung. Den Kunden bietet sich der Vorteil, dass Booking auf seiner Plattform zahlreiche verschiedene Zahlungsmöglichkeiten anbieten kann. Als Kirsche auf der Sahnehaube finanziert sich die Reiseplattform mit der Umstellung auf ein Händlermodell immer stärker durch Anzahlungen der Kunden, die bis zur Anreise bei Booking verbleibt. In der Folge konnte das Unternehmen im jüngsten Quartal seine Finanzierung über das Net Working Capital im Vergleich zum ersten Quartal 2018 vervierfachen.

Im ersten Quartal 2022 stammten bereits ca. 40 % der Buchungen aus dem Händlermodell. Die Tendenz ist stetig steigend. Es deutet vieles darauf hin, dass dem Reisegiganten die Umstellung des Geschäftsmodells gelingt. Daneben ermöglicht die starke Marktposition noch weitere Einnahmequellen. Ähnlich wie Google oder Amazon verkauft Booking inzwischen einzelne Positionen in der Ergebnisliste an Hotels.

Mit einer erwarteten Free-Cashflow-Rendite von 5,1 % in 2022 erscheint das Unternehmen für mich weiterhin spannend bewertet.

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Florian Hainzl besitzt Aktien von Booking. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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