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Paypal günstig bewertet – was spricht jetzt für den Turnaround?

E-Commerce-Aktien
Foto: Getty Images

Die Aktie von Paypal (WKN: A14R7U) hat kein einfaches Jahr hinter sich. Im Juli 2021 notierte die Aktie noch auf einem Allzeithoch von 310,16 US-Dollar. Inzwischen liegt der Aktienkurs nur noch bei 78,65 US-Dollar (Stand: 24.05.2022). Warum hat sich der Kurs der Paypal-Aktie innerhalb eines Jahres fast geviertelt?

Als Ursache kann sicherlich die Verlangsamung beim Umsatzwachstum und eine geringere Profitabilität angesehen werden. Ursprünglich erwartete das Management für 2022 ein Umsatzwachstum zwischen 15 und 17 % und einen Free Cashflow von 6 Mrd. US-Dollar. Nach dem ersten Quartal 2022 wurde die Unternehmensführung vorsichtiger. Es wird erwartet, dass das Umsatzwachstum nur 11 bis 13 % beträgt, und der erwirtschaftete freie Cashflow wird voraussichtlich nur mindestens 5 Mrd. US-Dollar betragen.

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Klare Marktführerschaft

Durch die makroökonomischen Probleme der letzten Monate und der gleichzeitigen Öffnung der physischen Läden in vielen Ländern lässt das E-Commerce-Wachstum im Vergleich zur Hochphase der Corona-Pandemie nach. Trotzdem ist der Siegeszug des Onlinehandels dadurch mittel- und langfristig nicht gestoppt. Dafür sprechen Trends wie die wachsende Weltbevölkerung, eine wachsende Mittelschicht in den Emerging Markets und eine jüngere Kundschaft, die mit PCs und Smartphones aufgewachsen ist.

Dabei ist Paypal weltweit nach wie vor der klare Marktführer unter den Softwaretechnologien für die Zahlungsabwicklung. Jede zweite Online-Zahlung wird weltweit mit der Technik von Paypal abgewickelt. Das gibt dem Unternehmen auch die Marktmacht, Preiserhöhungen durchzuführen. In Deutschland ist es beispielsweise am 1. August so weit. Das Unternehmen passt den Satz, den Händler abgeben müssen, von 2,49 auf 2,99 % an.

Der Ausblick bei Paypal

Meta Platforms (WKN: A1JWVX) kämpft derzeit mit dem Problem, dass das Unternehmen aufgrund der Verschärfung des Datenschutzes immer weniger darüber weiß, was die einzelnen Kunden tun, wenn sie die eigene Plattform verlassen haben. Bei Paypal sieht das anders aus. Das hat CEO Daniel Schulman in der Telefonkonferenz zu den jüngsten Zahlen auch hervorgehoben: „Niemand verfügt über die Menge an Daten und Informationen, die wir über unsere Kunden haben.“

Diese Daten können der Schlüssel dazu sein, dass Einzelhändler ihr Angebot noch besser auf den Kunden zuschneiden können. Schließlich haben die Geschäfte heute mit der Tatsache zu kämpfen, dass weniger als fünf Besucher einer Händler-Website tatsächlich etwas kaufen. Schon heute ist die Wahrscheinlichkeit, dass Paypal-Kunden in einem Webshop einkaufen, doppelt so hoch, wenn sie mit Paypal bezahlen können. Für Kunden dient Paypal sogar als Maßstab für die Seriosität eines Anbieters. Das Unternehmen profitiert also erheblich von Netzwerkeffekten.

Das Management rechnet in seiner jüngsten Schätzung mit einem Free Cashflow von 5 Mrd. US-Dollar für dieses Jahr. Damit liegt die Free-Cashflow-Rendite bei der aktuellen Unternehmensbewertung bei annähernd 6 %. Angesichts der langfristigen Trends zu immer mehr digitalen Zahlungen und höheren Umsätzen im E-Commerce sowie des Wachstums des Unternehmens scheint mir Paypal derzeit recht günstig bewertet zu sein.

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Florian Hainzl besitzt Aktien von Paypal und Meta Platforms. Randi Zuckerberg, eine frühere Leiterin der Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook sowie Schwester von Meta Platforms CEO Mark Zuckerberg, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Meta Platforms und PayPal Holdings.

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