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Prognosen 2022 im Check: NVIDIA-Aktie halbiert, Bitcoin-Land vor Bankrott – 3. Vorhersage jetzt lukrativ?

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Foto: Getty Images

Letzten Dezember hatte ich drei Prognosen gewagt, wovon eine bereits jetzt eingetreten ist, eine viel wahrscheinlicher geworden ist und eine nun heiß wird. Lass uns also noch einmal einen Blick darauf werfen, um herauszufinden, ob es sich lohnen könnte, jetzt auf die dritte Vorhersage zu setzen.

Was aus den Prognosen für das Jahr 2022 geworden ist

Es ist gar nicht so leicht, Vorhersagen zu formulieren. Sie sollen möglichst konkret sein und ein überraschendes Element enthalten, sonst hat der Leser nichts davon. Gleichzeitig muss die Wahrscheinlichkeit höher sein, als man auf den ersten Blick vielleicht denken würde, sonst steht der Autor blöd da.

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Nvidia hat sich tatsächlich halbiert

Was Nvidia (WKN: 918422) angeht, ist mir das gut gelungen. Die Aktie stürmte im letzten Jahr von einem Erfolg zum anderen. Der vielbeachtete Börsenkommentator Jim Cramer fabulierte, dass Nvidia eines Tages ein 10-Billionen-Unternehmen sein könnte. Dabei macht es in diesem Jahr wohl nur rund 27 Mrd. US-Dollar Umsatz, ein Niveau, das von den vielen DAX-Unternehmen spielend überboten wird.

Zudem war ich überzeugt, dass der Zyklus im Halbleitersektor an seinem Zenit angekommen sei. Deshalb lautete mein Fazit, dass es keinen Sinn ergibt, einem sich möglicherweise schon bald umkehrenden Trend noch hinterherzulaufen – und prognostizierte eine Halbierung des Aktienkurses, als er bei rund 300 US-Dollar in der Nähe seines Allzeithochs notierte. In den letzten Tagen schlug er dann fast punktgenau bei 150 US-Dollar auf.

El Salvador wird wahrscheinlich mit seinem Bitcoin-Experiment scheitern

Des Weiteren beobachtete ich mit großer Skepsis die Avancen der Regierung von El Salvador, das Land zum Nabel der Bitcoin-Welt zu entwickeln. Öffentliche Gelder werden dort für den Ankauf von größeren Mengen Bitcoins eingesetzt, denen nach Meinung vieler Experten keinerlei Wert unterliegt.

Gleichzeitig sollen plötzlich, wie durch ein Wunder, erneuerbare Energien in großem Umfang erschlossen werden, um die erforderlichen Rechenzentren klimaneutral zu betreiben. Für mich sind das Nebelkerzen für ein Vorhaben, das zum Himmel stinkt. Der zu großen Teilen armen Bevölkerung wird hier etwas von oben aufgezwungen, dessen Risiken sie nur erahnen kann.

Der Bitcoin-Zock stellt einen verzweifelten Versuch der Regierung dar, einen Coup zu landen und das Land finanziell zu stabilisieren. Doch die Rechnung scheint nicht aufzugehen. Vielmehr gehen Ratingagenturen nun von einem gestiegenen Risiko für einen Staatsbankrott aus.

Eine 800 Mio. US-Dollar schwere Hochzinsanleihe von El Salvador, die in acht Monaten ausläuft, notiert fast ein Viertel unter ihrem Nominalwert. Das entspricht einer Verzinsung von über 50 % und sieht nicht gut aus. In Verbindung mit den stark gestiegenen Preisen für Güter des Grundbedarfs muss man nun leider damit rechnen, dass auch die Prognose eintreten wird, dass El Salvador eine Krise mit großen sozialen Auseinandersetzungen erleben wird – nicht nur, aber auch wegen des Bitcoin-Abenteuers.

Die 3. Prognose: Das Comeback der SPACs

Wachstumsunternehmen, die per Akquisitionsvehikel (SPAC) an die Börse gekommen sind, waren vor ein bis zwei Jahre das große Ding. Als jedoch die Anzahl der Deals immer größer wurde und die Qualität immer schlechter, verloren die Anleger das Interesse daran.

Die allermeisten Unternehmen, die aus einem SPAC-Deal hervorgegangen sind, tauchten weit unter ihren ursprünglichen Kurs bei 10 US-Dollar ab und hatten noch kaum Umsätze vorzuweisen. Investoren hatten keine Lust mehr auf Verheißungen von Milliardenumsätzen.

Dennoch bin ich überzeugt davon, dass unter diesen Hunderten Technologieunternehmen viele sind, die sich durchsetzen werden. Und einige werden eines Tages sehr mächtig sein. Darin liegt eine Chance für Anleger. Meine Prognose im Dezember lautete daher, dass das Interesse im Verlauf dieses Jahres zurückkommen wird, sobald sich besser herauskristallisiert, welche Geschäftsmodelle wirklich taugen.

Das Schöne an SPACs ist, dass sie drei Dinge zusammenbringen: Aussichtsreiches Technologie-Know-how der Ingenieure des Zielunternehmens, Business- und Finanzexpertise vonseiten des SPAC-Sponsors und Investitionskapital in dreistelliger Millionenhöhe. Das versetzt sie in die Lage, ungebremst durchzustarten.

In den ersten fünf Monaten seit meiner Prognose sind viele dieser Aktien weiter eingebrochen. Noch ist die Stimmung schlecht und in vielen Fällen verfehlen die Manager ihre ursprünglich ausgerufenen Ziele bei Weitem. Aber das ist ein normaler Ausleseprozess.

Das Jahr ist noch lang und es wäre gelacht, wenn zu den aktuellen Tiefstpreisen nicht ein Schnäppchen zu machen wäre. Die Tristesse zieht sich länger hin als von mir gedacht. Aber dafür könnte es in den kommenden Monaten eine umso heftigere Gegenbewegung geben.

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Ralf Anders besitzt keine der im Artikel genannten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Nvidia.

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