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KGV 6,1: Deutsche Aktie mit spottbilliger Bewertung

Daimler-Aktie
Foto: The Motley Fool

Deutsche Aktie mit spottbilliger Bewertung gesucht? Die Bewertung einer Aktie ist entscheidend für eine gute Rendite. Je niedriger sie ausfällt, desto höher könnte die potenzielle Rendite am Ende sein. 

Die Bewertung ist jedoch nicht nur ein Maßstab für die zukünftige Renditeerwartung. Sie ist auch Ausdruck der Qualität eines Unternehmens. Und hier gilt: je höher der Preis, desto höher könnte die Qualität des Unternehmens sein.

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Anders verhält es sich bei zyklischen Unternehmen. Sie weisen starke Schwankungen bei den Gewinnen auf, wodurch sich teilweise lächerliche Bewertungen ergeben. Diese sind jedoch nur ein Ausdruck zukünftig niedriger Gewinne.

Insbesondere bei der Ermittlung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses sollte man Vorsicht walten lassen. Dennoch kann die Kennzahl einen ersten Eindruck über die Bewertung des Geschäftsmodells geben.

Ein deutlich einstelliges Kurs-Gewinn-Verhältnis besitzt die Mercedes-Benz Group (WKN: 710000). Der deutsche Premium-Autobauer befindet sich derzeit in einer strategischen Neuausrichtung, die vom Markt tendenziell gut aufgenommen wird. Eine Neubewertung der Aktie fand jedoch nicht wirklich statt.

Deutsche Aktie mit spottbilliger Bewertung

Mercedes-Benz Group-Aktie

Die Mercedes-Benz Group erstrahlt derzeit in neuem Licht. Nach der Abspaltung der Lkw-Sparte, die nun als eigenständiges Unternehmen Daimler Truck Holding an der Börse notiert, fokussieren sich die Schwaben zusehends auf ihr Kerngeschäft: die Produktion von qualitativ hochwertigen Lifestyle-Automobilen.

Das Geschäftsjahr 2021 schloss die Mercedes-Benz Group mit einem Rekordgewinn sowie einem soliden Umsatzzuwachs von 9 % ab. Rückläufige Volumenabsätze konnten durch höhere Preise sowie geringere Rabatte wettgemacht werden. Auch wirkte sich ein straffes Sparprogramm positiv auf die Ertragslage aus.

Die Aktie wird derzeit mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,1 bei einer Dividendenrendite von 7,5 % gehandelt (Stand: 3.5.22, Reuters). Sie gehört damit zu den billigsten Aktien in Deutschland.

Niedrige Bewertung ein Ausdruck rückläufiger erwarteter Gewinne?

Der Markt scheint hier schon größere Gewinnrückgänge zu antizipieren. Die Mercedes-Benz Group selbst erwartet gemäß dem letzten Ausblick vom 27. April 2022 einen Umsatz im laufenden Jahr 2022, der leicht über dem des Vorjahres liegt. Das EBIT soll dabei auf dem Niveau des Vorjahres liegen.

Trotz optimistischer Prognose bleiben die Unsicherheiten bei der Mercedes-Benz Group groß. So ist nicht nur die Lieferkette ein Dauerproblem der Automobilindustrie. 

Mittlerweile entwickeln sich auch die Rohstoff- und Energiepreise zu einem Belastungsfaktor. Nicht zu vergessen bleibt: Schwächt sich die Weltwirtschaft ab, so dürften sich auch die Auftragsbücher der Automobilhersteller schnell lichten. 

Insbesondere China entwickelt sich hier zu einem potenziellen Risiko, denn im Reich der Mitte agieren die Schwaben äußerst erfolgreich – ein Markt, der unberechenbar und zugleich auch unverzichtbar geworden ist.

Gar nicht erst zu reden braucht man davon den seit Jahren knappen Halbleitern. Diesen Mangel nutzte der Konzern zwar geschickt, um höherpreisige Modelle priorisiert zu fertigen. Die Strategie ging jedoch zu Lasten der Emissionswerte der eigenen Flotte.

Die kurzfristigen Erfolge scheinen dabei das Hauptproblem der Schwaben zu kaschieren: die Elektromobilität und das Automobil der Zukunft. Hier besteht noch einiges an Nachholbedarf, um zu Rivalen wie Tesla aufzuschließen. Und dies kann durchaus eine Rechtfertigung für die aktuell niedrige Bewertung sein.

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Frank Seehawer besitzt Aktien der Mercedes-Benz Group. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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