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Kannst du die Volkswagen-Aktie jetzt kaufen und für 10 Jahre halten?

Volkswagen ID.3
Quelle: Volkswagen AG

Bei der Volkswagen-Aktie (WKN: 766403) scheint es zu laufen. Die Zahlen für 2021 fielen besser aus als erwartet, der Umsatz legte um 12 % und der Konzerngewinn um 75 % zu. Auch die Dividende für Investoren der VW-Aktie soll deutlich steigen. Gleichzeitig führt CEO Herbert Diess das Unternehmen ambitioniert in die Zukunft.

Derweil dümpelt der Kurs der VW-Aktie seit längerer Zeit uninspiriert vor sich hin. Eine Value-Chance für findige Investoren? Oder eher ein Anzeichen für Probleme, die unter der Oberfläche brodeln?

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Der Halbleitermangel verdeckt den Blick auf die Probleme der VW-Aktie

Der deutlich gestiegene Gewinn, über den sich Investoren der VW-Aktie freuen konnten, kam trotz eines deutlich gefallenen Fahrzeugabsatzes zustande. Die durch den Chipmangel knappe Angebotssituation brachte den Konzern in die vorteilhafte Lage, höherpreisige Premium-Fahrzeuge priorisieren zu können. Das kam den Gewinnen zugute, wird aber nicht für immer so bleiben.

Zusätzlich muss Volkswagen sich ankreiden lassen, dass man noch deutlich stärker von der Situation hätte profitieren können. Im Vergleich zu anderen Herstellern sind die Wolfsburger überdurchschnittlich stark vom Chipmangel getroffen worden. Der Finanzvorstand des Konzerns rechnet erst 2024 mit einer Normalisierung der Lage.

In Volkswagens Zukunftsmärkten läuft es nicht

Ein langjähriges Wachstumsfeld für die VW-Aktie war der chinesische Markt. Doch nun läuft es nicht mehr im Reich der Mitte, da Volkswagen den Wandel der Kundenbedürfnisse verschlafen hat. Die Chinesen wollen vernetzte Autos mit moderner Software und umfassenden Entertainment-Angeboten – da hat keine Volkswagen-Marke etwas Passendes im Angebot. Vermutlich werden die europäischen Kunden den Chinesen bald nachfolgen.

Dabei lahmt der Absatz von Elektroautos hierzulande schon jetzt. Im ersten Quartal findet sich kein einziges Modell aus dem Volkswagen-Konzern unter den Top-5-Elektroautos. Die Hoffnungsträger ID.4 und ID.3 landen in der Zulassungsstatistik auf den Plätzen sieben und neun.

Eine modernere Fahrzeugplattform mit fortschrittlicherer Software ist erst für 2026 geplant. Das Projekt hört auf den Namen Trinity. Es ist so etwas wie der letzte Strohhalm der VW-Aktie.

Software bei der VW-Aktie: Eine große Baustelle

Branchenbeobachter attestieren Volkswagen immerhin große Ambitionen bei der Softwareentwicklung. Die Wolfsburger wollen ein eigenes Betriebssystem entwickeln und möglicherweise sogar eigene Chips entwerfen. Doch da hört es mit dem Lob auch schon auf.

Die Software-Tochter Cariad sei überfordert, sie sei Volkswagens größte Baustelle, sagten Insider zuletzt dem Handelsblatt. Volkswagen hatte Softwareentwickler aus allen Marken zusammengezogen, um eine zentrale Software-Architektur für den gesamten Konzern zu entwickeln. Dennoch kochen viele Marken weiter ihr eigenes Süppchen – sowohl bei der Software als auch bei der Hardware. Reihenweise Mitarbeiter verlassen Cariad.

Für mich als Außenstehenden sind das Zeichen extremer Ineffizienz. Hier wird Geld verschleudert, das man auch wesentlich produktiver investieren könnte.

Würde ich die VW-Aktie kaufen und für zehn Jahre halten?

„Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an“, lautet ein bekannter Rat des Investors André Kostolany.

Doch ist die VW-Aktie geeignet für diese Strategie? Für meine Begriffe eher nicht. Zu viele Umwälzungen finden gerade in der Automobilbranche statt. Volkswagen gilt in der öffentlichen Wahrnehmung als naher Verfolger der Innovationsführer. Aber zahlreiche Probleme drohen die Ambitionen im Keim zu ersticken.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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