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+ 44 % im letzten Jahr, KGV 10 – diese Aktie hat noch weiteres Potenzial

Foto: Getty Images

Der Frühling ist da. Um unseren Balkon entsprechend aufzuhübschen, war ich letzte Woche in einem Baumarkt der Hornbach Holding (WKN: 608340). Der Markt war voll. Insgesamt laufen die Geschäfte bei dem Unternehmen spätestens seit der Corona-Krise sehr gut. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden neue Rekorde bei Umsatz und EBIT erzielt. Auch der Aktienkurs hat sich stark entwickelt und steht auf Sicht der letzten zwölf Monaten 44 % im Plus (Stand: 27.03.22, gilt für alle Angaben). Ist ein Einstieg heute noch attraktiv?

Aktuelle Geschäftsentwicklung

Am 22.03.22 veröffentlichte Hornbach die vorläufigen Zahlen für das Ende Februar abgelaufene Geschäftsjahr 2021/22. Der Umsatz stieg um 8 %, das bereinigte EBIT um 11 % auf jeweils neue Rekordwerte. Hornbach konnte als einziger großer deutscher Baumarktbetreiber den Brutto-Gesamtumsatz erhöhen und steigerte entsprechend seine Marktanteile.

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Im Baumarkt-Segment stiegen die Online-Umsätze (inklusive Click & Collect) um 11 % und machen nun bereits 17 % der Gesamtumsätze aus. Die Anzahl der Filialen stieg um 3 % auf 167 Märkte. Diese befinden sich in neun europäischen Ländern, wobei Deutschland mit 98 Baumärkten der mit Abstand größte Markt ist. In Russland und der Ukraine unterhält der Konzern keine Standorte. Dieser Teil des Geschäfts wird in der Hornbach Baumarkt AG abgebildet, die komplett von der Holding übernommen werden soll und seit Ende Februar nicht mehr börsennotiert ist.

Neben dem Geschäftsbereich der Baumärkte betreibt die Holding noch einen kleineren Baustoffhandel mit 34 Standorten in Deutschland und zwei Filialen in Frankreich. Dieser macht 6 % der Gesamtumsätze aus. Getrieben von dem anhaltenden Bauboom und steigenden Materialkosten stieg der Umsatz in 2021/22 um 12 %.

Langfristige Wachstumstreiber

Auch für die Zukunft sehe ich das Familienunternehmen aus Neustadt an der Weinstraße gut aufgestellt. Denn der durch die Corona-Pandemie verstärkte „Heimwerkertrend“ hält meiner Einschätzung nach an. Ein schönes Zuhause scheint vielen Menschen sehr wichtig zu sein, auch weil viele in Zukunft vermehrt aus dem Homeoffice arbeiten werden. Dabei ist es einerseits angesagt, als Hobby-Handwerker kreativ tätig zu sein, andererseits ist auch die finanzielle Notwendigkeit aufgrund der hohen Preise für Immobilien und Baumaterial gestiegen. Hornbach sieht weiterhin eine steigende Nachfrage aufgrund eines immer älter werdenden Immobilienbestands verbunden mit steigenden Vorgaben hinsichtlich Energieeffizienz und CO2-Reduktion.

Das Unternehmen achtet genau auf diese Entwicklung und wächst langsam, aber stetig. In jedem der letzten 20 Jahre wurde der Nettoumsatz gesteigert – auch während der Finanz- und Corona-Krise. Diese starke Entwicklung wurde durch die Eröffnung neuer Baumärkte und Online-Shops in diversen europäischen Ländern getrieben. In den nächsten fünf Jahren sollen über 25 weitere Märkte eröffnet werden. Der Onlinehandel soll durch Investitionen in Click & Collect sowie App und Virtual Reality weiter gestärkt werden. Als weitere Wachstumsrichtung hat Hornbach das Segment der professionellen Handwerker identifiziert. Die großen US-Baumarktketten Home Depot und Lowe’s haben vorgemacht, wie stark das Wachstum in diesem Bereich sein kann.

Mein Fazit zur Hornbach-Aktie

Gemessen an dem vorläufigen Ergebnis für 2021/22 beträgt das KGV 10. Ich finde dies günstig für ein so stetig wachsendes Unternehmen mit guten Zukunftsaussichten. Der Gesamtmarkt für Heimwerkerbedarf wächst stetig. Allerdings tue ich mich etwas schwer mit einem Burggraben bei Hornbach, da ich persönlich wenig Unterschiede zu Obi oder Bauhaus sehe. Die Zahlen zeigen jedoch, dass Hornbach sich erfolgreich von der Konkurrenz abgrenzt. Das Unternehmen gewinnt stetig Marktanteile und führt regelmäßig Rankings zur Kundenzufriedenheit an. Auch der Umsatz pro Quadratmeter ist höher als bei jedem Konkurrenten.

Gegenüber reinen Onlinehändlern sehe ich den Vorteil der oft großen und teils beratungsintensiven Produkte sowie des beliebten „Click & Collect“-Modells. Eine hohe Inflation erachte ich nicht als großes Risiko, da ich davon ausgehen, dass steigende Kosten auch weiterhin an die Kunden weitergereicht werden können. Alles in allem finde ich die Hornbach-Aktie heute attraktiv. Ich kann mir gut vorstellen, eine erste Position zu eröffnen.

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Hendrik Vanheiden besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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