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K+S-Aktie: Warum sie schon 436 % gestiegen ist

K+S
Foto: K+S AG

K+S (WKN: KSAG88)-Aktien litten viele Jahre unter einem denkbar schlechten Marktumfeld. Vor allem das enorme Kali-Zusatzangebot aus Osteuropa setzte dem Kasseler Unternehmen zu. In der Folge fiel der Kalipreis immer weiter, sodass eine kostendeckende Produktion kaum noch möglich war.

K+S kürzte zwar seine Ausgaben, aber das Ergebnis blieb trotzdem immer auf einem niedrigen Niveau. Bereits im März 2020 war die historisch niedrige Aktienbewertung erkennbar, doch die entscheidenden kurstreibenden Faktoren kamen erst später in den Markt.

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K+S profitiert vom verknappten Angebot

So verhängten die USA infolge der politischen Entwicklungen in Weißrussland Sanktionen, wodurch sich das Kali-Angebot verkürzte. Belaruskali gehört zu den weltgrößten Kaliproduzenten. 2019 lag der Anteil bei etwa 20 %. Weitere große Hersteller sind Nutrien (WKN: A2DWB8), Mosaic (WKN: A1JFWK) und Uralkali.

2021 konnte K+S erstmals von den Maßnahmen profitieren. Infolge der steigenden Preise wuchs der Umsatz um 32 % auf 3,2 Mrd. Euro und der Gewinn erreichte sogar 2,2 Mrd. Euro. Zwar war darin auch der Verkauf des Amerika-Geschäfts enthalten, aber dennoch gelang eine deutliche Ergebniswende. Der Ergebnissprung wurde ebenfalls von den jahrelangen Sparbemühungen begünstigt. Infolge der Sanktionen steigerte K+S 2021 auch seinen Absatz.

Schuldenlast sinkt

Aufgrund der zuletzt hohen Gewinne konnte das Unternehmen seine langfristigen Schulden zurückführen. Lagen sie Ende 2019 noch bei 4,7 Mrd. Euro, waren es 2021 nur noch 2,4 Mrd. Euro. Die Eigenkapitalquote hat mittlerweile 60,6 % erreicht. Auch diese Entwicklung treibt die Aktien, weil K+S nun eine geringere Zinslast trägt.

Umfeld hat sich noch einmal für K+S verbessert

Zuletzt verbesserte sich das Umfeld für K+S noch einmal. Russische Unternehmen wurden infolge des Überfalls auf die Ukraine mit strengen Sanktionen belegt, wodurch die Kalipreise weiter steigen. K+S könnte so 2022 noch mehr absetzen und vor allem von den hohen Preisen profitieren.

Der Konzern erwartet ein EBITDA von 1,6 bis 1,9 Mrd. Euro, was gegenüber 2021 mehr als eine Verdopplung bedeuten würde. K+S rechnet sogar mit den besten Ergebnissen seiner Firmengeschichte.

Unterbewerte Aktien drehen häufig unverhofft

Bei unterbewerteten Aktien ist oft lange Zeit nicht erkennbar, ob und wann der Kurs wieder dreht. Rohstoffe können zwar viele Jahre im Preis fallen, werden aber nie wertlos. Ändert sich dann das Marktumfeld plötzlich, steigen die Preise meist sehr schnell.

Noch deutlicher legen entsprechende Aktien zu, weil sie dann häufig große Gewinnsprünge verbuchen. Gold fiel beispielsweise von 1980 bis 2001 viele Jahre lang. Bis 2011 erfolgte dann plötzlich eine Kurs-Versiebenfachung.

So schnell ändern sich die aktuellen Bedingungen am Kalimarkt wahrscheinlich nicht. Selbst bei einem Frieden würden die Sanktionen voraussichtlich erst dann wieder gelockert, wenn Wladimir Putin abtritt. Hinzu kommt, dass K+S-Aktien trotz des Anstieges aktuell immer noch knapp unter Buchwert notieren und somit immer noch günstig bewertet sind (21.03.2022).

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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