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Das wahre Problem der ETFs auf den MSCI World Index

Weltkarte
Foto: Getty Images

Der MSCI World Index hat sich bei vielen Anlegern als ein Standardmaß für die Geldanlage etabliert. Besonders ETFs, die den Weltindex abbilden, erfreuen sich großer Beliebtheit.

Die Gründe dafür sind relativ einfach zu erklären. So besitzen ETFs eine relativ günstige Kostenstruktur. Als börsengehandelte Indexfonds kann man zudem mit einem einzigen ETF-Trade Anteile an mehr als Tausend Einzelaktien erwerben.

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So zumindest ist der MSCI World Index konzipiert. Er enthält rund 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern. Dabei sind ausschließlich Large- und Mid-Caps, also Aktien mit einer höheren Kapitalisierung, im Index enthalten.

USA dominieren den MSCI World Index

Aktien aus den USA nehmen mit einem Anteil von 65 % den größten Platz im Index ein. Es folgen Japan, Großbritannien, Frankreich sowie Aktien aus der Schweiz. Deutsche Aktien stellen lediglich einen Anteil von 2,9 %.

Mit einem Investment in den MSCI World Index kann man also eine gute und schnelle Diversifizierung erreichen. Als deutscher Investor würde man zudem einen beliebten Fehler umgehen: den Home Bias.

Konkret handelt es sich dabei um die Tendenz, Aktien aus dem eigenen Land vermehrt zu kaufen. Ein solcher Effekt ist häufig zu beobachten und damit zu erklären, dass man mit seinen Regionalnachrichten stärker über das Geschehen der nationalen Player informiert ist.

Mit einem ETF in den MSCI World vermeidet man zudem eine Übergewichtung von Einzeltiteln. Das ist ebenfalls ein häufig zu beobachtendes Phänomen bei der Kapitalanlage. Einige Anleger passen ihre Aktienpositionen nicht regelmäßig an oder sie verlieben sich in eine Aktie und gewichten diese über. Das Risiko steigt also.

Ein großer Fehler des MSCI World Index: Die Fokussierung nur auf Industrieländer!

Trotz vieler Vorteile entsteht durch ein Investment in ETFs auf den MSCI World Index ein Problem. Konkret handelt es sich um die Ausschließung der sogenannten Emerging Markets. Diese waren in den letzten 20 Jahren wesentliche Werttreiber der Weltwirtschaft. 

Länder wie China, Russland, Brasilien oder Indien besitzen aus volkswirtschaftlicher Sicht auch heute noch ein enormes Potenzial. Und dieses könnte nach wie vor noch lange nicht ausgeschöpft sein.

Es könnte also ein Fehler sein, solche Länder bei der Investmentauswahl auszuschließen. Schließlich bedeutet eine höhere Diversifikation gemäß Portfoliotheorie auch, dass man eine höhere Rendite erzielen kann bei gleichbleibenden oder niedrigeren Risiken.

Bessere Lösung MSCI World ACWI?

Eine Lösung des Problems bietet der sogenannte MSCI World ACWI. Die Abkürzung ACWI steht für All Country World Index. Ergänzt wird der MSCI World um Aktien aus den Emerging Markets. Die Gesamtzahl der Aktien steigt also auf fast 3.000 – nunmehr Aktien aus 23 entwickelten sowie 27 aufstrebenden Ländern. 

Ein Blick auf die Index-Performance der beiden MSCI Indices bestätigt eine Outperformance jedoch nicht. So kann der MSCI World Index seit Ende 1987 auf eine durchschnittliche Jahresperformance von 8,6 % zurückblicken. Zwar kommt der MSCI Emerging Markets Index im selben Zeitraum auf eine höhere Rendite von 10,5 %, der MSCI ACWI erreichte aber nur eine Performance von 8,5 % (Stand: 30.11.21, MSCI ACWI Index Factsheet). Es könnte also sinnvoller sein, den MSCI Emerging Markets Index direkt beizumischen.

Ob sich eine solche Beimischung am Ende lohnen kann, ist natürlich eine Frage an die zukünftige Entwicklung der Emerging Markets. Ist man der Meinung, dass diese sich in den nächsten Jahren besser entwickeln als die Industrienationen, so könnte eine Beimischung sinnvoll sein. Glaubt man aber, dass die Spannungen wichtiger Länder wie China oder Russland zunehmen, so könnte eine schwache Performance in den Büchern stehen.

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Frank Seehawer besitzt keine der erwähnten ETFs. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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